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Der 100-Jährige, der im Mercedes durch Appenzell kurvt

Hans Golde ist der älteste Autofahrer von Appenzell Innerrhoden. Auf einer Videofahrt ums Dorf erzählt er, was ihm das Auto bedeutet und ob er schon einmal gerast sei. Das Strassenverkehrsamt steht hinter Golde.
Roger Fuchs

Der Erfolgsroman «Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg» bekommt in Innerrhoden geradezu einen zweiten Teil mit dem «Hundertjährigen, der über Appenzells Strassen kurvt». Hans Golde ist auch im hundertsten Lebensjahr im Besitz eines Fahrerausweises und regelmässig mit seinem Mercedes der C-Klasse unterwegs. Aufgewachsen ist er in Thüringen. Hans Golde wurde in ein erfolgreiches Unternehmen hineingeboren, das für die Automobilindustrie Autoteile lieferte. Sein erstes Auto erwarb er im Alter von 16 Jahren. Seit 1973 wohnt Hans Golde in der Ostschweiz, 1984 hat er sich in Appenzell niedergelassen.

Dass er der einzige Hundertjährige mit Fahrerlaubnis in Appenzell Innerrhoden sei, habe er nicht gewusst, aber gedacht, sagt er mit einem verschmitzen Lächeln beim Treffen vor der Zeughausgarage AG in Appenzell. Auf einer kleinen Spritztour um das Dorf Appenzell herum hält er fest, dass für ihn das Autofahren «Freude und Notwendigkeit» zugleich sei. Ein Leben ohne Fahrzeug könne er sich nur schwer vorstellen. Natürlich sei ihm aber bewusst, dass dieser Zeitpunkt dereinst komme.

Hans Golde versichert, in seinem Leben noch nie gerast zu sein. Auch sollen Bussen sehr selten gewesen sein. Sein Tipp an die anderen Strassenverkehrsteilnehmer ist denn auch, kontrolliert zu fahren, in Ruhe die Dinge anzugehen und nicht leichtsinnnig, sondern überlegt zu handeln. Jahrelang legte Hans Golde jeweils rund 10000 Kilometer zurück. Allein der Weg in seine Heimat macht 550 Kilometer aus. In jüngerer Zeit sei es etwas weniger geworden. Das Auto nutzt er heute vorab für Einkäufe, bei Einladungen oder für Ausflüge.

Garage und Strassenverkehrsamt können es verantworten

Sowohl Sandro Willi, Geschäftsleiter der Zeughausgarage in Appenzell, wie auch Richard Wyss, stellvertretender Amtsleiter des Innerrhoder Strassenverkehrsamtes, können es verantworten, dass Hans Golde nach wie vor hinter dem Steuer sitzt. Willi warnt vor Schubladisierungen und der Aussage «alt gleich gefährlich». Er stuft das Autofahren bei älteren Leuten sogar als geistigen Sport ein, da sie sich hierbei zu konzentrieren hätten.

Richard Wyss hält fest, dass dieser Kunde regelmässige ärztliche Checks zu machen habe, die wesentlich über die normalen Altersuntersuchungen hinaus gehen würden. Hinzu komme jeweils eine ärztlich begleitete Kontrollfahrt. «Wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen erfüllt sind, besteht absolut kein Grund, jemandem nur auf Grund seines Alters die Fahrbewilligung zu entziehen», sagt Richard Wyss. Dennoch sei festzuhalten, dass die Praxis zeige, dass so ab 75, 80 Jahren die Fahrfähigkeit in der Regel markant abnehme. Doch Ausnahmen würden die Regel bestätigen. Um diese absolute Ausnahme zu veranschaulichen, fügt Wyss an «Nach der letzten Kontrollfahrt mit dem damals 99-Jährigen sagte mir der Experte am Abend, dass dies die beste Prüfung des ganzen Tages gewesen sei.»

Hans Golde vor seinem Wagen. (Bild: Roger Fuchs)

Hans Golde vor seinem Wagen. (Bild: Roger Fuchs)

Und so wird Hans Golde weiterhin mit seinem Auto anzutreffen sein. Einen Mercedes einfach in der Garage stehenzulassen, würde seinen Ausführungen zu Folge auch diesem Produkt nicht gerecht. «Ein solches Auto muss man einfach fahren», so der Hundertjährige.

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