Hühneraugen und Zehensalat

An der HV der Rheumaliga beider Appenzell referierte Tobias Ritzler zum Thema Fussschmerzen.

Toni Dörig
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Nachfolgerin Sandra Lee bedankt sich bei Helmut Rottach, dem abtretenden Geschäftsleiter der Rheumaliga beider Appenzell. (Bild: Toni Dörig)

Nachfolgerin Sandra Lee bedankt sich bei Helmut Rottach, dem abtretenden Geschäftsleiter der Rheumaliga beider Appenzell. (Bild: Toni Dörig)

APPENZELL. «Was kann man denn tun, damit die Füsse gesund und unverformt bleiben?», wollte eine Zuhörerin wissen am Ende des Vortrages von Tobias Ritzler «Zehensalat und Hühneraugen – wenn Füsse schmerzen». «Pflege, Fussgymnastik, kluge Schuhauswahl» lautete zusammengefasst die Antwort des Facharztes für Orthopädie und Traumatologie.

Füsse, in Schuhe gesteckt

Tobias Ritzler ist ärztlicher Leiter des Gesundheitszentrums in Weissbad. Illustriert mit vielen eindrücklichen Bildern von gesunden und weniger gesunden Füssen führte er den gegen 50 Besuchern vor Augen, was mit Füssen so alles passieren kann.

«Füsse, nur Füsse», könnte man sagen. Wer aber jemals Fussschmerzen gehabt hat, wird diese Geringschätzung energisch zurückweisen. Der Zustand unserer Füsse ist für unser Wohlbefinden von grosser Bedeutung. Füsse sind wichtig, nicht umsonst wurden ihnen Kunstwerke gewidmet. Tobias Ritzler zeigte als Beispiel die mächtigen Füsse einer Figur von Botero vor dem Kunstmuseum Vaduz. Und die Fusspflege hat, so könnte man sagen, auch Einzug gehalten in die Religion, wie ein mittelalterliches Bild mit dem Sujet Fusswaschung zeigte. Und auf einem «Brueghel» war zu sehen, wie die Menschen ihre Füsse wärmen und vor Dreck schützen, im 16. Jahrhundert halt noch mit sehr primitiven Schuhen, zumindest beim einfachen Volk.

Nicht einfach sofort operieren

Aber natürlich hielt der Facharzt Tobias Ritzler keinen kulturhistorischen Vortrag, sondern einen medizinischen. Ob Spitzfuss, Hohlfuss, Knick-Senkfuss, Plattfuss oder Spreizfuss, ob Hallux valgus, Hallux rigidus, ob Zehensalat, Hühneraugen oder Dornwarzen, bei allen Leiden betonte Ritzler, dass man zuerst mit konservativen Methoden versuchen sollte, die Fussprobleme in den Griff zu bekommen. Operieren sei erst angezeigt, wenn die Schmerzen bei herkömmlicher Behandlung nicht verschwinden oder wenn die Gelenke leiden und Arthrose droht.

Wechsel in der Geschäftsleitung

Der Alpstein-Saal in Appenzell füllte sich erst auf das Referat von Tobias Ritzler hin, der vorgängigen Hauptversammlung der Rheumaliga beider Appenzell folgten nur 20 Personen. Präsident Vinzenz Müller freute sich über die grosse Beliebtheit des Aquawell-Wassertrainings. Sehr unangenehm ist hingegen, dass dieses Training in Appenzell wegen der Hallenbad-Schliessung nicht mehr angeboten werden kann. Die Finanzlage ist gesund, dies obwohl die Rheumaliga nur wenige öffentliche Gelder beansprucht. Haupttraktandum war die Verabschiedung von Geschäftsleiter Helmut Rottach nach über zehn Jahren. Ihm überreichte Nachfolgerin Sandra Lee ein Dankeschön-Geschenk.

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