Hubers nehmen Abschied

Am 31. Dezember geht für Rolf und Irene Huber aus Herisau ein Lebensabschnitt zu Ende. Sie übergeben das Unternehmen an Michael Goldener, der es in bestehender Form weiterführt.

Karin Erni
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Irene und Rolf Huber in ihrem Geschäft an der Herisauer Oberdorfstrasse. (Bild: ker)

Irene und Rolf Huber in ihrem Geschäft an der Herisauer Oberdorfstrasse. (Bild: ker)

HERISAU. Die Geschichte von «Hose Huber», wie die Firma Huber Mode AG im Volksmund liebevoll genannt wird, begann im Jahr 1974 mit über 1000 Paar Hosen. Diese hatte der damals 22jährige Rolf Huber von der Marke «Life» in Hägendorf übernommen. Die modischen Schlaghosen fanden reissenden Absatz in Herisau. Im Jahr 1979 wurde aus der Firma «Hose Brugger» dann «Hose Huber». 1981 ging daraus die Huber Mode AG hervor.

Huber verhehlt nicht, dass es in der erfolgreichen 42jährigen Firmengeschichte auch schwierige Zeiten gab. So wie kurz nach der Übernahme 1974, als in der Schmiedgasse die Kanalisation eingebaut wurde und während einiger Monate kaum ein Zugang zum Laden möglich war. «Das hat uns fast ruiniert», erinnert er sich. Ende der Achtzigerjahre übernahm Huber wegen der herrschenden Rezession in Zürich eine Modeagentur, während seine Frau den Laden weiterführte. Mit dem Umzug an die Oberdorfstrasse war dem Geschäft dann anhaltender Erfolg beschieden und nach und nach gesellten sich ein Outlet-Laden, ein Trend-Store und ein s.Oliver-Shop zum Huber'schen Mode-Imperium.

Vielseitig engagiert

Die Kundschaft kommt manchmal von weit her, um sich bei Huber Mode einzukleiden. «Wir achten beim Einkauf darauf, dass wir ausschliesslich Stücke bestellen, die unsere Kunden auch tragen können», erläutert Huber sein Erfolgsgeheimnis. Doch es braucht noch mehr: In all den Jahren hat Rolf Huber viel Zeit und Energie in das Unternehmen investiert. Die Arbeitstage waren lang. Er habe immer alles selbst gemacht, vom Budget über den Einkauf, das Personalwesen und die Finanzen, erinnert sich Huber. «Am meisten Freude hat mir stets der Kontakt mit den Kunden bereitet.» Neben der Arbeit hat er sich immer auch gesellschaftlich engagiert. So war er Gründer des Vereins pro Schmiedgasse und Mitbegründer des Vereins Treffpunkt. Auch der Aufbau des Herisauer Christchindlimarktes geht auf sein Konto. «Von den damals 60 haben wir es auf 100 Stände gebracht.» Stolz ist Huber auf die erste «tanzende Modeschau» im Casinosaal, die mit 400 Zuschauern auf Anhieb zum Erfolg wurde und anschliessend noch weitere acht Jahre lang Anklang fand. Daneben engagierte er sich aktiv im Turnverein. Er sei ein Vereinsmensch, sagt Huber über sich selbst.

Glückliche Übernahme

Kinder hat das Ehepaar Huber keine, also suchten sie nach einer externen Lösung für eine Nachfolge. Gefunden haben sie diese im Mode-Unternehmen Goldener, das neben dem Standort Appenzell weitere Geschäfte in der Ostschweiz führt. Es will die Firma im gleichen Stil mit denselben Mitarbeiterinnen weiterführen. «Die Chemie mit der Familie Goldener ist sensationell gut», freut sich Huber.

Ganz aus dem Geschäft wird der rührige Pensionär nicht so schnell verschwinden. Er wird den neuen Firmeneigentümern noch einige Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen. Es solle eine rollende Übergabe werden, sagt Huber. Er freue sich, nun alles etwas geruhsamer angehen zu können und nicht mehr jeden Morgen um acht Uhr im Laden stehen zu müssen. Jetzt bleibt dem 63-Jährigen vermehrt Zeit, sich zu erholen. In den letzten Jahren hat ihm sein Rücken schwer zu schaffen gemacht. Eine Weltreise oder Ähnliches ist in nächster Zeit nicht geplant. «Wir sind Wandervögel und möchten zuerst einmal vermehrt die Schweiz entdecken.»

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