Hubers letzte Viehschau

Rolf Huber ist nicht nur Gemeindepräsident von Nesslau-Krummenau, sondern amtet auch als Präsident der Viehschaukommission. Sie organisiert die grösste Viehschau im Kanton St. Gallen.

Katharina Rutz
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Bild: Katharina Rutz

Bild: Katharina Rutz

Nesslau. Mit zwei weinenden Augen – im übertragenen Sinn – betrachtet Rolf Huber das Treiben auf seiner letzten Gemeindeviehschau. «Dies ist der schönste Tag im Jahr, an dem ich mein Hobby und meine Leidenschaft mit meinem Beruf verbinden kann», sagt er. In Nesslau ist die Gemeinde für die Organisation der Viehschau zuständig. In Oberriet – dem neuen Wirkungsgebiet von Rolf Huber – wird diese kleiner sein, dafür kann er sie dann endlich wieder besuchen. Denn – «die letzten drei Jahre fanden die Viehschauen immer gleichzeitig statt», sagt er.

Für den reibungslosen Ablauf der grössten Viehschau im Kanton St. Gallen erntet der Viehschaukommissionspräsident viel Lob. Verantwortlich dafür sind mit ihm auch 40 Umbinder, zehn Experten, eine über 20köpfiges Festwirtschafts-Team und das Militär. «Das Militär zeigt sich jeweils auf unsere Anfrage hin sehr grosszügig und stellt seine Truppen hier in Nesslau zur Verfügung», sagt Rolf Huber. Die Soldaten betätigen sich zum Beispiel beim Einstreuen. Ansonsten sei die Viehschau leicht organisiert.

Nur die Einteilung der Abteilungen ändere jeweils und müsse dem Viehbestand angepasst werden.

Härtester Viehschau-Job

Damit die Rinder auch an der richtigen Latte zu stehen kommen, dafür sind die Umbinder zuständig. Sie tragen nicht wie die Sennen Festtagskleidung, sondern lange graue Stoffmäntel und feste Schuhe. Sie müssen nah an das Vieh heran. «Das Umbinden der Tiere ist anstrengend, vor allem am Morgen, wenn alle ankommen», sagt Ueli Giger. Erfahrung im Umgang mit den Kühen sei dabei Voraussetzung, weiss der Nesslauer Bauernsohn.

Seit 2005 ist die Viehschau Nesslau mit über 1100 Tieren die grösste im Kanton. Damals haben die Gemeinden Krummenau und Nesslau fusioniert und gleichzeitig die Viehschauen zusammengelegt. «Dies hat den züchterischen Vorteil, dass die Konkurrenz grösser ist. Dies macht das Ganze attraktiver. Zudem hat man den Organisationsaufwand nur einmal», so Rolf Huber.

Miss Nesslau-Krummenau

Patrizia ist die Schönste und stammt aus dem Stall von Hansueli Huser. Zur Miss OB wurde Lusti von Hans Egli gekürt. Miss Rind darf sich Brandy von Fredi Louis nennen. Schöneuterpreise wurden in drei Alterskategorien vergeben. Gewonnen haben Gilda von Werner Wittenwiler (1. Melk), Edith von Ueli Giger (2. und 3. Melk) und Silber von Hans Brunner (ältere).

Dass die Viehschau auch für ein nichtbäuerliches Publikuminteressant ist, zeigt der grosse Zuschaueraufmarsch. Sogar eine Besucherin aus Indien ist darunter. «Der Anlass ist wundervoll. Am besten gefällt mir, wie die Bevölkerung das Fest geniesst», sagt Pushya Billigraham.

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