HPS Toggenburg feiert 50-Jahr-Jubiläum

Die Heilpädagogische Schule Toggenburg zeigte sich an ihrer Hauptversammlung selbstbewusst und auf Kurs. Ein lebhaftes Fachreferat der Sonderpädagogin Brigitte Pastewka ergänzte den Anlass.

Peter Küpfer
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Präsident Andreas Lusti blickt in seinem Jahresbericht zurück. (Bild: Peter Küpfer)

Präsident Andreas Lusti blickt in seinem Jahresbericht zurück. (Bild: Peter Küpfer)

WATTWIL. Wenn man die Stimmung der bewährten Toggenburger Sonderschule in ein Bild fassen müsste, so wäre es ein gut betakeltes Segelschiff, das mit einer motivierten Crew flott durch bekannte Gewässer segelt, wobei die Winde gut, aber in jüngster Zeit noch etwas unberechenbar sind. Das widerspiegelte sich auch im Jahresbericht von Präsident Andreas Lusti, der ihn mit «Ein Jahr der Reformen» betitelte. Denn im vergangenen Jahr griffen erstmals die Veränderungen, die mit dem neuen Sonderpädagogikkonzept des Kantons und seinem geänderten Finanzierungsmodell einhergehen.

50 Jahre HPS Toggenburg

Die Schule feiert dieses Jahr ihr 50jähriges Bestehen. 1965 mit viel Idealismus aufgebaut, hat sie sich zu einer eigenständigen und angesehenen Institution entwickelt, die aus dem Toggenburg nicht mehr wegzudenken ist. Sie hat dabei ihre «eigene Kultur und Identität» entwickelt, wie Lusti in seinem Jahresbericht schreibt. Mit den erwähnten Neuerungen ist die HPS Toggenburg Teil der St. Galler Volksschule geworden: «Das Bildungsdepartement und die kantonale Schulgesetzgebung sind nun unsere Massstäbe», heisst es im Jahresbericht. Die Schule bleibt aber in ihrer Rechtsform als Verein eine private Organisation. Das neue Finanzierungsmodell, das neue Versorgungskonzept, die Abschaffung der Sonderschulkommission und der neue Berufsauftrag für die Lehrpersonen «reiben sich am bestehenden erreichten Standard», schreibt Lusti. Vorstand und Institutionsleitung hätten versucht, die Reformen konstruktiv und positiv zu integrieren und das Beste für die Schule herauszuholen. Viele der eingeführten Neuerungen müssten jetzt erst in der Praxis erprobt werden.

Zum Jubiläum der Schule verwies Andreas Lusti auf das öffentliche Sommerfest der Schule, welches im Rahmen der Anlässe zum Jubiläumsjahr am 30. Mai stattfindet.

Anregendes Fachreferat

Jahresrechnung und Budget blieben ganz im Rahmen des Vorjahres und gaben zu keinerlei Diskussionen Anlass. Sie wurden so gut wie der Jahresbericht des Präsidenten und die Wiederbestellung von Vorstand und GPK einstimmig und mit Dank für das grosse Engagement der Verantwortlichen verabschiedet. Nach der Pause mit Erfrischungen und Imbiss stiess das Fachreferat auf lebhaftes Interesse. Referentin Brigitte Pastewka, Sonderpädagogin und Erwachsenenbildnerin an der St. Galler Stiftung wahrnehmung.ch, vermittelte mit Elan und viel Praxiserfahrung Bilder aus dem Leben von Kindern und Jugendlichen mit Wahrnehmungsstörungen. Sie treten dort auf, wo die Betroffenen aus unterschiedlichen Gründen Schwierigkeiten haben, Situationen zu verstehen und Anforderungen sachgerecht anzugehen. Ganz generell war bei den vorgestellten Fällen die komplexe menschliche Wahrnehmung beeinträchtigt. Die Ausführungen der Referentin machten deutlich, wie viel Verständnis, Fachwissen und Einfühlungsvermögen es braucht, um das Kind aus dieser Situation, die es überfordert, herauszuführen und ihm Halt und neue Sicherheit zu geben. Das ist nur durch das Zusammenspiel zwischen dem betroffenen Kind, den Eltern, den Lehrpersonen und dem therapeutischen Fachpersonal möglich. Wie die Referentin betonte, ist es dabei wichtig, die Wahrnehmungssituation für das betroffene Kind in seiner Komplexität zu reduzieren und es möglichst kleinschrittig anzuleiten. Auch in diesem Bereich ist die Früherkennung allfälliger Probleme entscheidend.

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