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Drohende Zwangsversteigerung wegen ausstehender Hypotheken: Hotelgrossprojekt in Unterrechstein droht endgültig zu scheitern

Die Park Residenz Appenzellerland AG mit Sitz in Grub AR steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Nun drohen Zwangsversteigerungen ihrer Grundstücke und Eigentumswohnungen in Unterrechstein.
Alessia Pagani
Neun Eigentumswohnungen im Wohnkomplex (hinten) und den benachbarten Grundstücken in Unterrechstein droht die Zwangsversteigerung. (Bild: Benjamin Manser 21. März 2019)

Neun Eigentumswohnungen im Wohnkomplex (hinten) und den benachbarten Grundstücken in Unterrechstein droht die Zwangsversteigerung. (Bild: Benjamin Manser 21. März 2019)

Es hätte ein Riesenprojekt werden sollen: Die Park Residenz Appenzellerland AG mit Sitz in Grub AR plante neben dem Appenzeller Heilbad in Unterrechstein ein Wellnesscenter mit medizinischer Ausrichtung. Kostenpunkt 56 Millionen Franken. Das Projekt sah ein Wohnhaus und ein Hotel vor. Die Arbeiten für den Wohnkomplex waren 2008 gestartet und der Bau wurde nach kurzer Zeit fertiggestellt. Für das Hotel wurde bis heute vergeblich eine Finanzierung gesucht.

Nun kommt ein weiteres Kapitel in der langjährigen Geschichte des Grossprojekts hinzu: Die Grundstücke, auf denen das Hotel hätte entstehen sollen und neun Eigentumswohnungen im Wohnkomplex, welche im Besitz der Park Residenz Appenzellerland AG sind, sollen zwangsversteigert werden. Grund: Das Unternehmen konnte seinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen und hat in der letzten Zeit die Hypotheken nicht mehr bezahlt. Die kreditgebende Bank hat daraufhin als Gläubigerin beim Betreibungsamt Appenzeller Vorderland eine Betreibung auf Grundpfandverwertung eingeleitet und ein Verwertungsbegehren gestellt. Bereits ist das Datum der Versteigerung bekannt: Diese ist auf den 25. November 2019 angesetzt.

Wie viele weitere Gläubiger bis dahin noch beim Betreibungsamt vorstellig und wie hoch die Forderungen gesamthaft ausfallen werden, ist noch offen. Wie Claudius Platzer vom Betreibungsamt Appenzeller Vorderland erklärt, müssen sich sämtliche betroffenen und im Grundbuch eingetragenen Grundpfandgläubiger bis 6. August 2019 auf dem Amt melden. Das entsprechende Lastenverzeichnis wird am 27. September 2019 öffentlich aufgelegt.

Rettung in 
letzter Minute?

Der Verwaltungsratspräsident der Park Residenz Appenzeller AG, Josef Blättler, verneint zwar nicht, dass sein Unternehmen kurz vor dem Konkurs steht, verweist allerdings auf erfolgreiche Verhandlungen.

«Wir haben einen Abschluss erzielt. Die Verträge haben wir bereits unterzeichnet und hoffen nun, dass die Objekte noch vor der Versteigerung vom neuen Investor ausgelöst werden»

Sollte also noch vor dem 24. November Geld seitens des Investors fliessen, fällt die Versteigerung dahin. Die Park Residenz Appenzellerland AG hält gemäss Josef Blättler nach wie vor am Grossprojekt fest.

«Wir wollen den Bettel nicht hinschmeissen. Es ist ein sinnvolles Projekt für das Appenzellerland.»

Der 79-Jährige blickt gelassen in die Zukunft. «Es sind seriöse Investoren. Aber man kann nie sicher sein, bis das Geld wirklich fliesst.» Als positives Zeichen wertet Blättler, dass der besagte Geldgeber das Projekt aus deren 30 eingereichten ausgewählt hat. «Die Ankündigung der Zwangsversteigerung macht uns noch nicht mal nervös. Aber wir sind unter einem gewissen Zeitdruck.»

Übereinstimmung in allen Bereichen gefordert

Schon mehrfach hatte Josef Blättler seit 2008 von fortgeschrittenen Verhandlungen gesprochen und Investoren in Aussicht gestellt. Konkretisiert hatte sich das Ganze allerdings nie. Die Frage, ob er sich mit dem Grossprojekt überschätzt habe, verneint Blättler. «Es geht um die Frage: Soll man etwas wagen oder nicht?» Blättler verweist auf verschiedene Hotelprojekte, welche in den vergangenen Jahren gescheitert sind (siehe Zusatztext). Blättler:

«Es ist etwas vom Schwierigsten, ein solch grosses Projekt auf die Beine zu stellen»

«Es brauche Übereinstimmung von Eigentümer, Betreiber und Investor in allen Bereichen, ergänzt Blättler, der in Zürich ein Architekturbüro leitet.

Das benachbarte Appenzeller Heilbad hat, abgesehen vom Verkauf des Baulands im Jahr 2008, nichts mit der geplanten Wellnessanlage zu tun. Vielmehr sind die beiden Aktiengesellschaften unabhängig. Interesse daran, dass in Unterrechstein dereinst doch noch ein Hotelkomplex realisiert wird, hat der Heilbad-Verwaltungsratspräsident Heinrich Eggenberger allerdings schon. So hatte man sich erhofft, Synergien aus der Kombination von Wellnessanlage und Heilbad nutzen zu können. Eggenberger zeigt sich enttäuscht, dass unter dem jetzigen Eigentümer das Hotel nie realisiert wurde. Eggenberger:

«Wir wünschen uns, dass es mit einem allfälligen neuen Besitzer schnell vorwärtsgeht.»

Die jetzige Unsicherheit nimmt Eggenberger gelassen: «Die Grundstücke stehen in der Kurzone. Etwas anderes als ein Hotel oder Kurhaus darf nicht realisiert werden. Ich habe keine Angst, dass je etwas anderes bewilligt wird.»

Hinweis

Infos zur Grundstücksteigerung sind unter www.ar.ch/grundstueckverwertung abrufbar.

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