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HOTELNEUBAU: «Wildhauser sollen sich wohlfühlen»

Das geplante Jufa-Hotel soll nicht nur für die Gäste ein Ort zum Verweilen und zum Geniessen sein. Auch die Einheimischen haben ihren Platz im Haus, und das nicht nur als Mitarbeiter.
Sabine Schmid
Im Jufa-Hotel wie hier im österreichischen Fürstenfeld sollen sich die Feriengäste und die Einheimischen treffen. (Bild: PD)

Im Jufa-Hotel wie hier im österreichischen Fürstenfeld sollen sich die Feriengäste und die Einheimischen treffen. (Bild: PD)

Sabine Schmid

sabine.schmid@toggenburgmedien.ch

In Wildhaus soll ein neues Hotel gebaut werden. Die Jufa-Gruppe aus Österreich will dieses langfristig mieten und betreiben und so den Schritt in die Schweiz wagen. Gerhard Wendl, Gründer und Geschäftsführer der Jufa-Gruppe, führt die Gründe aus, die für das Toggenburg gesprochen haben.

Gerhard Wendl, was überzeugt die Jufa-Gruppe von Wildhaus als Hotelstandort?

Zum einen ist Wildhaus landschaftlich sehr reizvoll und zum andern birgt der Standort mehr touristisches Potenzial, als derzeit ausgenützt ist. Weil wir Familien, junge, sportaffine Menschen und Vereine als Zielgruppen haben, passt unser Hotelkonzept nach Wildhaus. Nachdem wir seit zwei Jahren erfolgreich ein Hotel in Malbun in Liechtenstein betreiben, glauben wir, dass unser Produkt auch sehr gut in die Schweiz passen würde. Diesen Expansionsschritt wollen wir jetzt unternehmen.

Sie sprachen davon, dass das touristische Potenzial noch nicht ausgenützt ist. Was fehlt denn Wildhaus und was könnte die Jufa beitragen?

Bei unserer Projektentwicklung ist herausgekommen, dass in Wildhaus ein Schlecht-Wetter-Programm fehlt. Wir haben daher in unserem Konzept überlegt, wie wir das abfedern könnte. So ist die Mischung aus Fitness, Wellness und Sport entstanden, gepaart mit den Spielmöglichkeiten für die Kinder. Mit unserem Angebot sollen die Gäste die Möglichkeit haben, ihre Zeit zu geniessen und ihre Aufenthaltsdauer zu verlängern, auch wenn das Wetter einmal zwei drei Tage lang nicht so schön ist.

Die Jufa-Gruppe will mit dem Hotel in Wildhaus den Schritt in die Schweiz wagen. Was reizt Sie als österreichischer Hotelbetreiber an der Schweiz?

Ich bin ein begeisterter Schweiz-Urlauber und war mit meinen Kindern sicher 15 Mal in der Schweiz. Dabei habe ich tolle Infrastrukturen und wunderschöne Landschaften kennen gelernt. Aber gerade für die Zielgruppe Familie ist das Angebot in der Schweiz überschaubar. In Wildhaus haben wir die Möglichkeit zu zeigen, wie eine profunde gute Drei-Sterne-Qualität in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis funktionieren kann.

In der Schweiz spricht man immer davon, dass die Schweiz für Gäste aus dem Euroraum zu teuer ist. Wie sehen Sie das?

Das ist sicher so, aber das Angebot ist auch sehr gut. Dazu kommt, dass wir auch an unsere Chancen auf dem Inner-Schweizer-Markt glauben. Das ganze Familienthema hat in der Schweiz auf jeden Fall ein sehr grosses Potenzial.

Trotzdem richten Sie sich nicht ausschliesslich auf die Familien aus.

Nein, wir haben auch viele Vereine bei uns in den Häusern, von der Blasmusikkapelle bis zum Sportverein. In Wildhaus werden wir sicher auch Ski- und Mountainbike-Gruppen beherbergen. Wir wissen, dass unsere Gäste aktiv sind und das viele unserer Gäste auch neue Standorte kennen lernen wollen. Vor zwei Jahren haben wir in Kooperation mit einer Tourismusschule herausgefunden, dass es an einem neuen Standort schon einmal 10000 Übernachtungen aus unserem Netzwerk gab, nur weil die Gäste diesen neuen Standort und die entsprechende Region kennen lernen möchten. Es ist ja unsere Charakteristik, dass jedes unserer Hotels die Individualität der Region widerspiegelt. Das können unsere Gäste sehr gut erkennen, denn wir machen die Region bei der Einrichtung und bei den Konzepten bewusst spürbar.

Kehren wir zurück zum Thema Übernachtungen. Sie rechnen mit 25000 bis 30000 Übernachtungen jährlich. Dies in einer Gemeinde, die im vergangenen Jahr gerade einmal 81000 Logiernächte verzeichnet hat. Wie realistisch sind Ihre Berechnungen?

Die sind realistisch. Als ich die Jufa-Idee vor 26 Jahren an drei Standorten begonnen habe, erzielten wir 50000 Übernachtungen. Jetzt sind wir bei 1,5 Millionen. Wir haben ein sehr grosses Netzwerk von rund 500000 Kunden. Das ist unser Potenzial, denn wir können über unser Netzwerk touristische Standorte hervorheben. Das ist für einen Einzelbetrieb nicht möglich. Wenn wir an 60 Standorten das Toggenburg und Wildhaus bewerben, entsteht ein sehr grosser Cross Selling Effekt.

Wie fest hängt Ihre Standortwahl Wildhaus mit dem übrigen touristischen Angebot zusammen?

Unsere Gäste sind wie gesagt sportaffin, aber auch sehr naturverbunden. Deshalb glauben wir, dass es im Toggenburg eine Reihe von Angeboten hat, die unsere Gäste nutzen können.

Können die lokalen Anbieter wie eine Schneesportschule auch profitieren? Oder wird dem Gast das ganze Angebot vom Hotel präsentiert?

Wir unterscheiden uns bewusst in zwei elementaren Dingen von anderen Hotelketten: Zum einen versuchen wir alles mit regionalen Partnern abzudecken, was wir regional nutzen können. Das geht so weit, dass wir unseren Gästen beispielsweise anbieten, in eine Alphütte einzukehren. Zum anderen stehen unsere Räumlichkeiten für alle offen, das heisst, auch für die Bevölkerung aus Wildhaus und dem Toggenburg. In unserem Hotel im Montafon beobachten wir, dass gerade an den Herbstwochenenden, wo wenig Gäste im Haus sind, viele einheimische Familien kommen. Die Eltern trinken Kaffee, die Kinder spielen in der grossen Indoor-Kinderspielwelt. Im Montafon nutzt auch der örtliche Kindergarten diese Einrichtung einmal in der Woche.

Für die Finanzierung dieses öffentlichen Teils sind Sie an die Gemeinde gelangt. Gleich haben Sie es beim erwähnten Hotel im Montafon gemacht. War es damals schwierig, die Gemeinde mit ins Boot zu holen?

Uns ist bewusst, dass es schwierig ist, über Budgets zu reden. Wir haben solche Kooperationsmodelle schon an mehreren Orten umgesetzt und sind zu einem langfristigen und fairen Partner geworden. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, wenn eine Gemeinde mit uns mitzieht. Das braucht natürlich Vereinbarungen und Verträge. Wir haben aber immer Wort gehalten und in den 26 Jahren seit unserer Gründung keinen einzigen Standort aufgegeben. Wenn wir dieses Hotel eröffnen, sehen wir uns als Wildhauser und nicht als die Jufa-Gruppe aus Österreich. Unser Hotel wird mit Menschen vor Ort verbunden sein, das ist es, was unser Konzept auszeichnet.

Können Sie schon etwas bezüglich der Arbeitsplätze sagen?

Es wäre natürlich das Allerbeste, wenn wir mit Einheimischen zusammenarbeiten können. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass das leider nicht immer gelingt. Wir haben uns als Ziel gesetzt, dass unser Hotel ein Ort sein soll, wo man sich wohlfühlt, egal ob als Hotelgast, im Kinderbereich oder als Gast im öffentlichen Teil.

Sie haben mehrfach gesagt, dass Sie das typische aus der Region im Hotel aufnehmen wollen. In Wildhaus soll das Thema Klang eine besondere Rolle spielen. Können Sie ausführen, was Sie diesbezüglich geplant haben?

In unserem Hotel wird es neben dem Klang noch mehrere Themen geben, beispielsweise den Genuss, Sport und was die Region sonst noch hergibt. Wir planen einen Toggenburger Genussladen, in dem Produkte aus der Region verkauft werden sollen. Den Klang findet sich einmal auf der spielerischen Ebene für die Kinder, dann auch im Wasserbereich und bei den Wellnessangeboten. Wir stellen uns vor, dass die Kinder aus der Region gerne ins Jufa-Hotel kommen. Und wenn sie gerne kommen, kommen auch die Eltern. Das ist schwierig, in einer Projektbeschreibung verständlich zu machen. Aber aufgrund unserer Erfahrungen bin ich sicher, dass wir die Stimmung der Region ins Hotel hineinbringen. Das eine oder andere werden wir ein bisschen akzentuieren, damit es für die Gäste sehr gut erlebbar wird. Uns ist wichtig, dass sich auch die Einheimischen bei uns wohlfühlen, denn wenn wir im Tal als Fremdkörper wahrgenommen werden, sind wir für die Kunden nicht erfolgreich. Oder anders gesagt: Je besser wir integriert sind und je besser sich die Einheimischen bei uns fühlen, desto mehr haben unsere Gäste das Gefühl, sie seien in Wildhaus und treffen nicht nur auf Urlauber.

Hinweis

Informationsveranstaltungen zur Urnenabstimmung über das Erlebnishotel Wildhaus finden heute Dienstag, 27. März, und am Freitag, 6. April, jeweils um 20 Uhr im Mehrzweckgebäude Chuchitobel in Wildhaus statt.

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