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HOTELBAU: Wildhaus: Weichen für 7 Millionen Franken teures Erlebnishotel werden gestellt

Die Stimmbürger von Wildhaus-Alt St. Johann stimmen am 15. April über einen Beitrag von 7 Millionen Franken ab, um den Bau eines Hotels in Wildhaus zu unterstützen. Das Geld sei sinnvoll, um die Wirtschaft anzukurbeln, argumentiert der Gemeinderat.
Das Erlebnishotel in Wildhaus wird ins Gelände hinein gebaut, unterhalb des Schulhauses im Lisighaus. (Bild: PD)

Das Erlebnishotel in Wildhaus wird ins Gelände hinein gebaut, unterhalb des Schulhauses im Lisighaus. (Bild: PD)

Es geht um viel, am 15. April an der Urnenabstimmung in Wildhaus-Alt St. Johann. Der Betrag von 7 Millionen Franken als Investition in das Erlebnishotel ist für die eher strukturschwache Gemeinde nicht gerade klein. Schliesslich würden die Kosten die Gemeinderechnung während 30 Jahren belasten. Und: Sagt das Stimmvolk mehrheitlich nein, ist das Thema Neubau eines Hotels voraussichtlich vom Tisch. Wohl für eine längere Zeit. Doch Rolf Züllig, Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann, hofft, dass es nicht soweit kommt. «Wir als Gemeinde können nur Wirtschaftsförderung betreiben in Zusammenhang mit Tourismus und Kultur», sagt er. Dieses Hotelprojekt bringe einen Impuls und Wertschöpfung für die ganze Gemeinde. Es würden nicht nur Arbeitsplätze entstehen, auch andere Gewerbebetriebe würden davon profitieren.

Ein attraktiver Beherbergungsbetrieb

Rolf Züllig, Gemeindepräsident Wildhaus-Alt St. Johann. (Bild: Sabine Schmid)

Rolf Züllig, Gemeindepräsident Wildhaus-Alt St. Johann. (Bild: Sabine Schmid)

Bereits seit mehreren Jahren läuft die Planung für ein neues Hotel in Wildhaus. Nun sind die Pläne für ein modernes Jugend- und Familiengästehotel mit 200 Betten konkretisiert. Gebaut werden soll das 21-Millionen-Projekt von der ITW Gruppe als Investor, als Betreiber konnten die Jufa-Hotels gefunden werden. Ein reiner Hotelbetrieb sei aber zu wenig attraktiv, um dem Gast das gewollte Erlebnis zu bieten, glaubt Rolf Züllig. Hier tritt die Gemeinde ins Spiel. Sie soll die öffentlichen Nutzungen im Hotel mit einem A-Fonds-Perdu-Betrag von 7 Millionen Franken mitfinanzieren. Nebst dem Restaurationsbereich sind Mehrzweck- und Seminarräume, Spielbereiche, ein Fitness- und Wellnessbereich mit einem Wasserbecken sowie eine Bowlingbahn während einer vorgegebenen Öffnungszeit für die Öffentlichkeit zugänglich. Dafür kann der Betreiber ein Eintrittsgeld verlangen. Rolf Züllig betont, dass dieses finanzielle Engagement der Gemeinde einmalig ist. Der Betrieb, der Unterhalt und ein allfälliger Ersatz gehen gänzlich zu Lasten des Betreibers und des Investoren. Rolf Züllig und der Gemeinderat von Wildhaus-Alt St. Johann sind überzeugt, dass sich dieses finanzielle Engagement auszahlen wird. Nicht nur die Gäste des neuen Hotels – man rechnet mit 25'000 bis 30'000 Übernachtungen pro Jahr – können von den Anlagen profitieren, sondern auch die Einheimischen sowie die Feriengäste in den anderen Hotels und in der Parahotellerie.

Keine Auswirkungen auf den Steuerfuss

Die Investition von 7 Millionen Franken soll aus dem Gemeindehaushalt finanziert werden. 2,5 Millionen Franken sind bereits als zinsloses NRP-Darlehen zugesichert. Um dieses innerhalb der nächsten 20 Jahren zurück zu bezahlen und die restlichen 4,5 Millionen zu amortisieren, fällt pro Jahr ein Betrag von 300'000 Franken an. In den restlichen zehn Jahren bis zum Ende der Abschreibung liegt die Last bei unter 200000 Franken. Die Investition habe voraussichtlich keine Auswirkung auf den Steuerfuss, sagt Rolf Züllig.

Die Gemeindebehörde sei nicht nur zuständig dafür, dass die Gemeinde lebenswert, sondern auch überlebenswert sei. Daher, ist Rolf Züllig überzeugt, solle man mit der Beteiligung der Gemeinde eine der wenigen Chancen zur Selbstbestimmung nutzen, damit die Wirtschaft in der Gemeinde prosperieren kann.

Drei Fragen in einer Abstimmungsvorlage

Sondernutzungsplan ist aufgelegt

Derzeit ist in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann der Sondernutzungsplan Sandgrueb Wildhaus aufgelegt. Dieser schafft die planerischen Voraussetzungen für den Bau des Erlebnishotels in Wildhaus. Aus dem Sondernutzungsplan geht hervor, was gebaut werden soll. Die Grösse und das Volumen des Baukörpers sind in diesem Plan ebenso definiert wie die Lage in der Sandgrueb. Gemäss dem Plan wird das Gebäude durch ein Flachdach gedeckt sein. Auf ein Schrägdach werde bewusst verzichtet, obwohl dies als ortstypisch gelte. Ebenso geht aus dem Sondernutzungsplan hervor, dass es eine Terrasse mit einem Kleinkinderspielplatz gebe.

Der Sondernutzungsplan kann bis am 24. März auf der Gemeinderatskanzlei Wildhaus-Alt St. Johann eingesehen werden. Innert dieser Frist können auch Einsprachen gegen den Sondernutzungsplan an den Gemeinderat gerichtet werden. Wird dieses Recht nicht genutzt, wird der Plan dem Kanton zur Genehmigung unterbreitet. (sas)

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