«Hotel hätte die Sicht beeinträchtigt»

WALDSTATT. Die Information, wonach das geplante Viersternehotel bei den Verhandlungen mit den Grundstückbesitzern gescheitert sei, lässt die Frage aufkommen, wer denn diese sind. Auf der Abrechnung der Flurgenossenschaft tauchen gleich vier Namen auf – jene von vier Brüdern.

Roger Fuchs / Ruth Frischknecht
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WALDSTATT. Die Information, wonach das geplante Viersternehotel bei den Verhandlungen mit den Grundstückbesitzern gescheitert sei, lässt die Frage aufkommen, wer denn diese sind. Auf der Abrechnung der Flurgenossenschaft tauchen gleich vier Namen auf – jene von vier Brüdern. Namentlich erscheinen wollen sie in der Zeitung nicht und bei Auskünften geben sie sich zurückhaltend. Sie würden es auch bedauern, dass momentan für das Gebiet Badgüetli kein Ergebnis erzielt worden sei, ist von den Grundstückbesitzern zu erfahren. Als Grund geben sie unter anderem an, dass sie sich mehr Mitsprache gewünscht hätten.

Als zweiter Grund wird ein von den Grundstückbesitzern auf besagtem Land erstellter Neubau mit Mietwohnungen genannt. Das geplante Wellness-Hotel hätte die Sicht von dort stark beeinträchtigt. Die Preisdiskussion wird als sekundär bezeichnet.

Als weitere Argumente werden Werte wie der Erhalt von Kulturland oder auch die Ökologie ins Feld geführt. Was den Kontakt mit der Gemeinde Waldstatt betrifft, so sei dieser immer sehr gut gewesen und bleibe auch weiter bestehen.

Kein Tourismusort

Eine Anwohnerin führt zu besagtem Flecken Erde. In der Tat findet sich dort ein nigelnagelneues Bauernhaus. Es herrscht freie Sicht auf das Alpsteingebirge. Einzig der halbstündlich vorbeifahrende Zug sorgt für Lärm. Und ein Traktor. Auf diesem sitzt Hans Frischknecht, Präsident des landwirtschaftlichen Vereins Waldstatt und Mitglied der Ortsplanungskommission. Als Frischknecht kurz vor dem Versand der Medienmitteilung von den gescheiterten Verhandlungen erfahren hatte, habe er sich sehr gefreut. Viele Bauern seien gegen dieses Projekt gewesen. Waldstatt sei zum einen kein Tourismusort, zum anderen würde mit diesem Projekt viel Kulturland zerstört. Was hingegen am meisten Angst gemacht habe, sei, dass den Hotelbesitzern mit einer Umzonung Tür und Tor geöffnet worden wären. «Ein Hotel bleibt nicht fünfzig Jahre lang gleich», sagt Hans Frischknecht. Irgendwann wären hier Tennisplätze oder eine Minigolfanlage dazugekommen.

Verändertes Projekt

Wie aus dem weiteren Gesprächsverlauf – auch mit den Grundstückbesitzern – hervorgeht, war offenbar im Verlauf der Zeit auch das Projekt verändert worden. Dieses sei letztlich nicht mehr vom ursprünglichen Wellness-Gedanken ausgegangen.

Eine Sache bleibt weiterhin offen: Wer der Investor gewesen wäre, hätten sie nicht einmal in der Ortsplanungskommission gewusst, sagt Hans Frischknecht.

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