Hospiz-Dienst nimmt Fahrt auf

Der Verein Hospiz-Dienst Appenzell informierte die Öffentlichkeit über seine Tätigkeit im Bereich der Sterbehilfe. Mitglieder werden weiterhin gesucht. Diese schenken in erster Linie kranken Menschen einen Teil ihrer Zeit.

Bruno Eisenhut
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Der Verein «Hospiz-Dienst Appenzell» legt Rechenschaft über seine Tätigkeiten ab. (Bild: bei)

Der Verein «Hospiz-Dienst Appenzell» legt Rechenschaft über seine Tätigkeiten ab. (Bild: bei)

appenzell. Für einen schwerkranken oder sterbenden Menschen da sein. Wenn gewünscht, die Hand halten, mit der Person reden oder ein Gebet sprechen. Etwas Gutes tun – das Kissen oder die Decke richten beispielsweise. Dies gehört zu den Tätigkeiten der Mitglieder des Vereins «Hospiz-Dienst Appenzell». Die Mitglieder schenken Betroffenen und Angehörigen in erster Linie Zeit. Es sind Kleinigkeiten, welche den Kranken Geborgenheit und Ruhe bringen – und vor allem die Gewissheit, nicht alleine zu sein. Der «Hospiz-Dienst Appenzell» sieht sich aber auch für deren Angehörige oder das Pflegepersonal als Unterstützung.

Hauptsächlich Frauen zugegen

Vereinspräsidentin Luzia Reuteler konnte zusammen mit den Vorstandskollegen rund 50 interessierte, vorab Frauen, zum Informationsabend über den Hospiz-Dienst begrüssen. Seit der Vereinsgründung werden freiwillige Mitglieder gesucht. Diese müssen keine pflegerischen Tätigkeiten oder Behandlungen übernehmen. Daher zählen Pflegeausbildungen nicht zu den Voraussetzungen. Die Einsätze finden auf ehrenamtlicher Basis statt, erläuterte Präsidentin Reuteler. Ihr Dienst wird durch Fortbildung, professionelle Begleitung in der Praxis und eine Bestätigung ihrer Einsätze honoriert. Die Freiwilligen würden seriös auf Einsätze vorbereitet. Allfällige Fahrspesen, so hofft Kassier Bruno Koster, können aus der Vereinskasse beglichen werden. Das Einsatzgebiet des Hospiz-Dienstes Appenzell soll über die Kantonsgrenzen hinausgehen, erläuterte die Präsidentin. Nahe gelegene Gemeinden wie Gais, Bühler oder Stein sollen ebenfalls vom Angebot der Sterbebegleitung profitieren können.

Erst Bedürfnisse klären

Stellenleiterin Brigitte Fritsche stellte den Ablauf eines Einsatzes vor. Eine Anfrage von Angehörigen oder öffentlichen Pflegestationen würde auf die genauen Bedürfnisse abgeklärt. Geeignete Vereinsmitglieder würden mit der Anfrage konfrontiert. Jeder Einsatz soll zwischen Stellenleiterin und Mitglied abgesprochen sein. Hospiz-Dienst-Einsätze sollen zeitlich begrenzt sein. Aufgebote über Monate hinweg sind gemäss Stellenleiterin Brigitte Fritsche nicht durchführbar.

Frauen und Männer, welche sich zu einer Mitgliedschaft und damit verbundenen Einsätzen entscheiden, unterstehen einer Schweigepflicht-Vereinbarung. Die Teilnahme an den vereinsinternen Gesprächsrunden ist nicht nur erwünscht, sondern dient auch den Mitgliedern zum Erfahrungsaustausch. Weiterbildungen werden hauptsächlich in Union mit dem Hospiz-Dienst St. Gallen angeboten.

Spenden und Legate

Die trotz ehrenamtlicher Tätigkeit nötigen finanziellen Mittel erhofft der Verein durch Mitgliedschaften oder Spenden und Legate zu beschaffen. Als Grundlage bietet der Verein einen Grundkurs unter dem Thema «Nahe sein in schwerer Zeit» an. Dieser dauert fünf Abende und startet am 11. April 2011. Die Vereinsleitung erhofft sich möglichst viele Mitglieder. Denn die Welt lebe von Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht, fasste Präsidentin Luzia Reuteler den Abend zusammen.