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Hornkühe im Laufstall sind möglich

Der Bio-Milch-Stamm von Bio Ostschweiz wurde kürzlich auf dem Hof der Familie Schweizer-Bänziger zwischen Bächli und Urnäsch durchgeführt. Die Teilnehmer erfuhren einiges über die Reduktion von Antibiotika und erlebten, wie wohl sich die behornten Kühe im neuen Laufstall fühlen.
Adi Lippuner
Bio-Bauer Willi Schweizer in seinem grosszügigen Laufstall für behornte Kühe. Die spezielle Fixiermöglichkeit der Kühe ermöglicht allen Tieren auch im Laufstall ungestörtes Fressen. (Bilder: Adi Lippuner)

Bio-Bauer Willi Schweizer in seinem grosszügigen Laufstall für behornte Kühe. Die spezielle Fixiermöglichkeit der Kühe ermöglicht allen Tieren auch im Laufstall ungestörtes Fressen. (Bilder: Adi Lippuner)

BÄCHLI-HEMBERG. Der nach Biorichtlinien bewirtschaftete Hof von Willi und Annelies Schweizer-Bänziger befindet sich an der Strasse zwischen Bächli und Urnäsch. Vor zwei Jahren erfüllte sich die Bauernfamilie mit der Inbetriebnahme ihres neuen Laufstalls einen Traum. «Für mich war klar, es muss ein Laufstall für behornte Kühe sein.» Und Willi Schweizer weiter: «Für uns gehören die Hörner zu den Kühen, die haben auch eine Funktion. Zudem haben wir den Beweis angetreten, dass die Haltung von behornten Kühen in einem Laufstall möglich ist. Letztlich muss aber jeder Betriebsinhaber selbst entscheiden, welchen Weg er gehen will.»

Die gegen 40 Teilnehmer aus der Ostschweiz, Bio-Milchbauern und eine Gruppe Lernender mit dem Wahlfach Biolandbau waren begierig zu erfahren, worauf bei der Erstellung des Laufstalls geachtet wurde. Dazu Willi Schweizer: «Genügend Platz, eine grosszügige Einrichtung und die passenden Fressplätze sind wichtige Voraussetzungen. Gerade Letzteres wurde eindrücklich demonstriert: In jeder Herde gibt es eine Hierarchie, und wenn ein Tier zuunterst auf dieser Stufe ist, wird es von den stärkeren Kühen vom Fressplatz vertrieben. Dank der Einrichtung im Laufstall von Willi Schweizer hat jede Kuh Zugang zu einem der Fressplätze. Die Tiere werden nach dem Melken für rund zwei Stunden fixiert. «So kann jedes Tier ganz in Ruhe fressen, und das ist wichtig.»

Forderung: Antibiotikaverzicht

Die Schlagzeile in der letzten Sonntagspresse wurde von Urs Brändli, Präsident von Bio Suisse, am Treffen aufgegriffen. Es ging darum, dass ein Humanmediziner forderte, dass Antibiotika bei Tieren bis in längstens zehn Jahren nicht mehr verwendet werden darf. «Wir Bauern sind bereits heute gefordert und dürfen nicht zuwarten, bis der Gesetzgeber aktiv wird.» Allerdings werde die Antibiotikaproblematik auf dem Buckel der Rindviehhalter und Milchproduzenten ausgetragen. «Von den Schweine- und Hühnerhaltern wird weniger gesprochen und geschrieben», so Urs Brändli.

Es gehe aber nicht um eine Schwarz-Peter-Politik. «Wir müssen bei uns selbst beginnen und wo immer möglich auf Antibiotika verzichten», so der Präsident von Bio Suisse. Gerade bei Bioprodukten werde von den Konsumenten erwartet, dass diese ohne Medikamenteneinsatz hergestellt werden. Leider gebe es bei Euterentzündungen oder dem Trockenstellen der Kühe – also der Pause zwischen zwei Laktationen der Tiere – kaum Alternativen zu Antibiotika. «Es gibt Bestrebungen, das Trockenstellen auch mit Hilfe der Homöopathie zu realisieren, und da wurden in jüngster Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht», so Urs Brändli.

Zusammenarbeit mit Tierärzten

Christophe Notz, Veterinär beim FiBL ((Forschungsanstalt für biologischen Landbau in Frick) zeigte in seinem Referat auf, bei welchen Problemen auf Biobetrieben Antibiotika eingesetzt werden. Es war zu hören, dass die Eutergesundheit der Milchkühe von verschiedenen Faktoren abhängt.

Die Herdenhierarchie, die Melkarbeit und Technologie, Hygiene, Zucht, Fütterung, Haltung und Stallklima, aber auch die Beziehung von Mensch und Tier sind entscheidend. Und zur Verwendung von Antibiotika: «Der Medikamentenverkauf ist ein wichtiger Teil der Einkünfte eines Tierarztes, und deshalb steht deren Reduktion leider nicht an erster Stelle.»

Christophe Notz, FiBL, Anita Gstöhl und Barbara Oppliger, Fachstelle Biolandbau, und Urs Brändli, Präsident Bio Suisse (von links).

Christophe Notz, FiBL, Anita Gstöhl und Barbara Oppliger, Fachstelle Biolandbau, und Urs Brändli, Präsident Bio Suisse (von links).

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