Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Hommage an Lina Hautle

Das Kleintheater Alte Stuhlfabrik feiert mit dem Stück «Wüescht tue chont derzue» seine Eröffnung. Autorin des Stücks ist die im Juni 2011 fast 100jährig verstorbene Lina Hautle. Ihre Theaterstücke sind neu im Appenzeller Verlag erhältlich.
Mea Mc Ghee

HERISAU. Das Bühnenbild ist puristisch: Ein Beil steckt in einem Scheitertotz, dazu gesellen sich Stühle und ein Tisch. «Die Kulisse wächst mit den Probearbeiten», sagt Yvonne Steiner, Schwellbrunn. Sie ist Produzentin des Stücks und Präsidentin des Vereins Kulturprojekte. 1995 gegründet, wirkte der Verein bisher vornehmlich im Vorderland, brachte dort mehrere Theater zur Aufführung. Seit diesem Jahr betreibt er den grossen Raum der ehemaligen Stuhlfabrik Inauen an der Kasernenstrasse in Herisau als Kleintheater – und hat damit erstmals ein festes Zuhause bezogen. 126 Plätze gibt es, die Zuschauerstühle wurden einst in den Räumlichkeiten des heutigen Kleintheaters produziert.

Unterhaltsam und voller Schalk

Für die Hommage an Lina Hautle engagieren sich Laiendarsteller aus der Region. Erstmals getroffen haben sich die Mitwirkenden im November 2011, geprobt wird seit Anfang dieses Jahres. Acht Proben hat Regisseurin Christa Furrer, Heiden, anberaumt. Einige Darsteller haben Schauspielerfahrung, andere stehen erstmals auf der Bühne.

Yvonne Steiner beschäftigte sich im vergangenen Jahr intensiv mit Lina Hautles Werk (siehe Kasten). Sie sagt: «Etwas ist allen Stücken gemeinsam: Sie zeigen auf, dass der Charakter eines Menschen wichtiger ist als dessen Stellung in der Gesellschaft.» Die Theater seien unterhaltsam, voller Schalk und Witz, aber mit Niveau und der klaren Botschaft, dass Konflikte im Gespräch gelöst werden können. «Sie sind Zeitzeugnisse und helfen – wenn sie weiterhin aufgeführt werden –, ein Stück Hinterländer Kulturgut zu bewahren.»

Noch immer aktuell

Lina Hautles Stücke handeln von Bauern, Knechten und Mägden, Krämerinnen und Hausierern, Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen und ledigen Müttern. Sie greifen Themen des Gesellschaftslebens auf, die vor fünfzig Jahren mehr Brisanz hatten – aber von ihrer Aussage her heute noch aktuell sind.

«Wüescht tue chont derzue» ist das erste Theaterstück aus Lina Hautles Feder. Wie es dazu kam, erzählte sie der Schreibenden bei einem Treffen im vergangenen Frühling. «Hans Haas vom Jodelclub Alpeblueme Herisau fragte mich an einem Samstagnachmittag an, ob ich ein Stück für den Unterhaltungsabend verfassen könnte. Am Sonntag setzte ich mich hin, und nach einigen Stunden war das Theater fertig.» Das Stück feierte 1967 Premiere; nun wird es im Kleintheater Alte Stuhlfabrik Anfang März dreimal aufgeführt. Es handelt sich um die verzwickte Liebes- und Familiengeschichte von Berta, ihrer Stieftochter Bethli und dem Knecht Hans. Die Verantwortlichen des Vereins Kulturprojekte wählten Lina Hautles unterhaltsamen Erstling, um deren Mundarttheater einem grösseren Publikum in Erinnerung zu rufen. Dabei handelt es sich nicht um eine herkömmliche Aufführung des Einakters. Einschübe berichten über Leben und Werk von Lina Hautle und lassen so die Inszenierung zur eigentlichen Hommage der Appenzeller Mundartautorin werden.

Viele Geschichten im Kopf

Wie hat Yvonne Steiner Lina Hautle erlebt? «Sie war bodenständig, lebensnah, humorvoll, hatte viele Geschichten im Kopf. Anhand ihres Schreibstils, der nahe am Gesprochenen liegt, gehe ich davon aus, dass sie die Geschichten wie einen Film vor Augen sah.» Lina Hautle habe in ihrem Leben auch viele schwierige Erfahrungen gemacht und an vielen Schicksalen ihrer Umgebung Anteil genommen; das bildete den Stoff für ihre Stücke. «Sie wollte dem Publikum aufzeigen, dass jeder Mensch wertvoll ist», denkt Yvonne Steiner.

«Wüescht tue chont derzue» wird im Kleintheater Alte Stuhlfabrik, an der Kasernenstrasse 39a in Herisau, von Freitag, 2., bis Sonntag, 4. März, aufgeführt. Am Freitag und Samstag um 20 Uhr, am Sonntag um 15 Uhr. Vorverkauf beim Appenzeller Medienhaus. Ticketreservation unter 071 354 64 64 oder appenzellerverlag@appon.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.