«Holland gewinnt die Fussball-WM»

Noch bevor in Brasilien angepfiffen wird, ist in Libingen bereits der Pokal überreicht worden. Die Kindergärtner und Primarschüler der Schule Libingen haben anlässlich ihrer Projektwoche die Fussball-Weltmeisterschaft nämlich bereits hinter sich gebracht.

Beatrice Bollhalder
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LIBINGEN. Es ist Freitagabend und auf dem Schulhausplatz in Libingen laufen die Spieler von vier Teams, mit Flagge und Maskottchen bewaffnet, ein. An diesem Abend werden sie den Weltmeister unter sich ausmachen. Die Kicker, von denen jeder ein selbst kreiertes T-Shirt in der Landesfarbe trägt, begrüssen die Zuschauer mit einem «Guten Abend» in der jeweiligen Sprache.

Auf dem Pausenplatz steht auch der von der «Fifa» bestimmte Schiedsrichter für diese Spiele, nämlich Hans Aggeler, bereit. Der ehemalige Libinger Lehrer freut sich, dass er während der Projektwoche als Schiedsrichter und Platzwart eine gefragte Person ist. An diesem Abend stellt er, der ein oranges Shirt trägt, mit Erschrecken fest, dass er sich farblich von den «Oranje» zu wenig abgrenzt. Also nichts wie nach Hause zum Umziehen. Ein paar Minuten später steht er wieder da, nun gekleidet in Blau.

Training mit echtem Fussballer

Schon die ganze Woche dreht sich in Libingen alles um das runde Leder. Am Montag waren die Teams, die für diese «WM» in Frage kommen würden, bestimmt worden. Dabei hat man bewusst Brasilien, das die diesjährige Fussball-WM austrägt, sowie Spanien als amtierenden Weltmeister ausgewählt. Und Holland, ja Holland sei gewählt worden, da dieses Team immer wieder für Schlagzeilen sorge, erklärte die Lehrerin. Damit auch der afrikanische Kontinent vertreten ist, wurde Ghana als vierter Teilnehmer bestimmt.

Die Kinder wurden in eines der vier Teams eingeteilt. Dann wurde trainiert – aber nicht nur. Die Kicker mussten während dieser Woche auch einiges über diese vier Länder in Erfahrung bringen. Sie kennen nun nicht nur die jeweilige Währung und wissen, wo das Land geographisch angesiedelt ist – sie haben auch etwas Köstliches aus dem betreffenden Land gebacken. Und mit diesen Häppchen wurden die Besucher der Finalspiele willkommen geheissen. Zudem haben die 27 Libinger Kinder auch vier Lieder passend zu den Teilnehmerländern vorgetragen.

Lehrerin Erika Keller verriet schliesslich, warum die Schüler so gut Fussball spielen können: «Am Dienstag wurden sie nämlich von keinem Geringeren als von Mario Schönenberger, einem echten Fussballprofi, mit Tips und Tricks eingedeckt.» Von da an habe es nur noch geheissen «Mario hat gesagt…» oder «Mario nimmt den Ball so ab», erzählte die Lehrerin schmunzelnd. Sie riet den Zuschauern, bei den folgenden Spielen genau hinzuschauen und sich selber ein Bild darüber zu machen, welche Fortschritte die Kinder in Sachen «tschutten» in dieser Woche gemacht hätten.

Hymne und Handschlag

Dann ging es auf den Platz. Zuerst wurde aufgewärmt. Dann standen sie stramm wie eine Eins, während «ihre» Hymne gespielt wurde. Nach einem Handschlag mit den gegnerischen Spielern galt es dann ernst. Hin und her ging der Ball – immer wieder angefeuert von den zahlreichen Fans, die auf der «Tribüne» das spannende Spiel mitverfolgten. Mittels eines Penaltyschiessens wurde schliesslich das Spiel zwischen Ghana und Brasilien entschieden. Das afrikanische Team durfte den Sieg für sich verbuchen.

Beim folgenden Finalspiel hiess es nicht nur Spanien gegen Holland, sondern auch Giezendanner gegen Giezendanner, denn in den Toren der beiden Teams standen zwei Schwestern. Auch hier wurden die Tips von Mario Schönenberger offensichtlich befolgt und es wurde um jeden Ball hart gekämpft. Schliesslich konnte dann aber Holland doch noch einen Treffer erzielen.

Das unendliche Fussballspiel

Feierlich wurden etwas später die verdienten Medaillen sowie (noch fast wichtiger) ein Bon für ein Soft-Ice überreicht. Die «Oranje» durften für ihren verdienten Sieg zusätzlich noch einen Pokal in Empfang nehmen. Was die kleinen Fussballer strahlend taten. Der Spass ging aber noch weiter. Auf dem Rasen versammelten sich nun ältere Geschwister, Väter oder auch Mütter, um ebenfalls ein Fussballspiel auszutragen. Wer hier allerdings gewonnen hat, weiss wohl niemand so genau. Denn erstens war, wegen der anbrechenden Nacht, kaum mehr etwas zu sehen, und zweitens war keine Spielzeit abgemacht worden, so dass es laufend Ein- und Auswechslungen gab und das Spiel unendlich dauerte.

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