Hoher Besuch aus den USA

Bei ihrem Auftritt in der Kantonsschule Wattwil zeigte sich die US-Botschafterin Suzan LeVine offen und locker. Sie beantwortete Fragen zu ihrem Beruf und zu aktuellen Themen in den USA.

Jeannette Ringger
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Die US-Botschafterin Suzan LeVine (rechts) und ihr Mann Eric beantworten den Kantischülern persönliche wie auch politische Fragen. (Bilder: pd)

Die US-Botschafterin Suzan LeVine (rechts) und ihr Mann Eric beantworten den Kantischülern persönliche wie auch politische Fragen. (Bilder: pd)

WATTWIL. Die Kantonsschule Wattwil (KSW) durfte sich über hohen Besuch freuen: Die US-Botschafterin Suzan LeVine war aus ihrem Büro in Bern angereist, um mit Schülern aus verschiedenen Klassen über aktuelle Themen wie zum Beispiel die Präsidentschaftswahlen zu diskutieren. Die 47jährige Amerikanerin zeigte sich sehr offen und locker.

Anekdote mit dem Präsidenten

Die Aula der KSW war am vergangenen Donnerstag um 13.30 Uhr bis zuhinterst gefüllt mit interessierten Schülerinnen und Schülern aus Wirtschaftsklassen und dem Ergänzungsfach Geschichte. Doch bevor sie ihre im Unterricht vorbereiteten Fragen stellen durften, stellte sich Suzan LeVine kurz vor. Sie erklärte, was eine Botschafterin den ganzen Tag tut und was sie gemacht hat, bevor sie Botschafterin wurde. Dabei liess sie es sich nicht nehmen, die lustige Geschichte von ihrem ersten Zusammentreffen im Jahr 2005 mit Barack Obama, der damals noch Senator war, zu erzählen. Schwanger mit ihrem ersten Kind, sei sie an einen Anlass nach Washington D. C. eingeladen worden. «Senator Obama kannte die meisten Leute an diesem Event bereits, und ich war eine der wenigen neuen», beschrieb sie. Da sie aber im achten Monat schwanger gewesen sei, sei sie wohl noch zusätzlich aufgefallen. «Plötzlich kam er auf mich zu, legte seine Hand auf meine Schulter und fragte fürsorglich: <Geht es Ihnen gut?>» Es sei eine lustige, aber auch beeindruckende Begegnung mit dem zukünftigen Präsidenten gewesen. «Ich zweifelte niemals daran, dass Barack Obama einmal Präsident werden würde.» Deshalb habe sie sich auch für seinen Wahlkampf eingesetzt und sei sehr erfreut gewesen, als er sie im Jahr 2014 zur Botschafterin für die Schweiz und Liechtenstein ernannt hat.

Locker, aber diplomatisch

Nach dieser witzigen Anekdote startete Suzan LeVine die Fragerunde. Die Schüler dürften sie alles fragen, sei es zu persönlichen oder auch politischen Themen, sagte sie. «Wenn es mir unangenehm wird, antworte ich vielleicht einfach nicht», meinte sie augenzwinkernd. Dieses Angebot nutzten die Jugendlichen aus und befragten die ehemalige Microsoft-Mitarbeiterin zu Themen wie Donald Trump, dem Waffengesetz in den USA oder dem Irak-Krieg. Für persönliche Fragen zu ihren Kindern oder ihren Freizeitaktivitäten holte sie kurzerhand ihren Mann Eric auf die Bühne.

Ganz die Diplomatin, blieb sie bei allen Fragen politisch korrekt und möglichst neutral. Die Schüler waren trotzdem begeistert von ihrer ehrlichen und ungezwungenen Art und konnten von dem grossen Wissen der Amerikanerin profitieren. Da sie einem strengen Zeitplan folgen musste, war nach einer Stunde mit spannenden Fragen schon Schluss. Prorektor Johannes Horschik bedankte sich mit einem Korb voller Toggenburger Köstlichkeiten und durfte seinerseits ein Fotobuch mit Landschaftsbildern aus Washington, dem Heimatstaat von Suzan LeVine, entgegennehmen.