Hoher Besuch am Stoss-Schiessen

Bundesrat Ueli Maurer ist Ehrengast am 86. Stoss-Schiessen. Erst zum drittenmal besucht ein Bundesrat den Gedenkanlass. Zahlreiche einheimische Politprominenz bereitet dem Magistraten einen würdigen Empfang.

Mäx Hasler
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Tischgespräche mit Nationalrat Köbi Büchler, Bundesrat Ueli Maurer und Ständerat Hans Altherr (vorne links), Peter Rüegg, OK Chef, Divisionär Willy Brülisauer und Regierungsrat Paul Signer (vorne rechts). (Bild: mh)

Tischgespräche mit Nationalrat Köbi Büchler, Bundesrat Ueli Maurer und Ständerat Hans Altherr (vorne links), Peter Rüegg, OK Chef, Divisionär Willy Brülisauer und Regierungsrat Paul Signer (vorne rechts). (Bild: mh)

SCHIESSEN. Bundesrat Ueli Maurer beehrte am Sonntag das 86. Stoss-Schiessen mit seinem Besuch. Er war nach seinen Vorgängern Philipp Etter, 1955, und Samuel Schmid, 2005, erst der dritte Bundesrat, der dem traditionellen Gedenkschiessen eine spezielle Note gab.

Viel Prominenz auf dem Stoss

Nebst dem Magistraten war auch zahlreiche Prominenz aus Politik und dem Schiesswesen vertreten. Unter anderen erwiesen Nationalrat Köbi Büchler, Präsident KSV SG, Bruno Preisig, Präsident KSV AR, Hans Altherr, Ständerat AR, Paul Signer, Regierungsrat und Vorsteher Justizdepartement AR, Markus Straub, Kantonsratspräsident SG, Pius Federer, Grossratspräsident AI, Ernst Koller, Gemeindepräsident Gais, Brigadier Hanspeter Kellerhals und Divisionär Willy Brülisauer dem Bundesrat die Ehre.

Der Vorsteher des eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Armee fühlte sich sichtlich wohl im Appenzellerland. Dies beweist auch die längere Anwesenheit des Magistraten, der oft in ein Schwätzchen mit Einheimischen verwickelt war oder für ein Erinnerungsfoto posierte.

«Mutig sein»

In seiner Rede aus dem Stegreif zu seinen Chefs, wie er die Anwesenden betitelte, umriss er nochmals kurz die Geschichte der Schlacht am Stoss. Schon damals seien die Appenzeller ein freiheitsliebendes Völklein gewesen das sich gegen eine grosse ausländische Übermacht erfolgreich zur Wehr gesetzt habe. Diese Freiheit gegen eine grosse Übermacht gelte es auch in der heutigen Zeit zu verteidigen. Die Schweiz als Staat sei zwar klein, aber «choga guet». Man müsse Mut haben, anders zu sein, aber dieses «Anderssein» sei das Erfolgsrezept der Schweiz. Wichtig für das Land sei, dass der Souverän weiterhin befehlen könne, wo es langgehe. Mit den Schlussworten: «Tragen wir gemeinsam Sorge zu unserem schönen Land, denn wir leben im Paradies», gewann Maurer viel Sympathie. Erst recht, als er noch sagte, dass er hier nicht der höchste Schweizer, sondern ein Angestellter sei und sich bei seinem Volk für den grosszügigen Lohn bedanke, den er für seine Arbeit, die er gerne mache, erhalten. Seine «Chefs» dankten ihm diese Worte mit schallendem Gelächter und lautstarkem Applaus.

Mehr Schützen, die Besten

Es wurde aber nicht nur geredet, sondern auch geschossen. Dies sogar noch etwas intensiver als im Vorjahr, denn mit total 697 Teilnehmern (506 Gewehr, 191 Pistole) beteiligten sich 70 Schützen mehr am 86. historischen Schiessen. Der Teilnehmerrekord datiert aus dem Jahr 1955, als noch 2145 Patrioten den Weg auf den Stoss gefunden hatten. Sieger über 300 Meter wurde mit 58 Punkten Roland Jucker vom Cantone Tiratori di Campagna Chiasso, die zu ihrem 30. Schiessen mit 46 Leuten auf den Stoss gekommen waren. Zweiter und bester Appenzeller mit ebenfalls 58 Punkten ist Ivo Koller von den Bezirksschützen Schlatt-Haslen. Sieger der Pistolenkonkurrenz 50 Meter wurde mit 108 Punkten Hanspeter Kobelt von den PS Au-Widnau. Bester Einheimischer ist mit 105 Punkten auf dem achten Rang Marin Ulmann von den PS Appenzell.

Ranglisten: www.stoss-schiessen.ch

Ranglistenauszüge. 300 Meter: 1. Roland Jucker, Chiasso, 58; 2. Ivo Koller, BS Schlatt-Haslen, 58; 3. Peter Langenauer, SG Rorschacherberg, 57; 6. Peter Leupin, SV Appenzell, 57; 7. Bernhard Graf, FSG Heiden, 57; 8. Robin Signer, SV Herisau, 57; 10. Thomas Wild, SG Clanx, 57; 19. Emil Koster, SG Clanx, 56; 21: Josy Kuonen, FS Oberegg, 56; 22. Norbert Candrau, SS Teufen, 56; 23. Marinus Kuonen, FS Oberegg, 56; 28. Richard Probst, FSG Heiden, 56; 31: Walter Marolf, SV Herisau, 55; 34. Hermann Knöfler, SS Teufen, 55; 37. Fredy Knöfler, SS Teufen, 55; 50. Patrick Messmer, SV Appenzell, 55; 51. Edgar Bürki, FS Oberegg, 55; 52. Patrick Wild, SV Appenzell, 55. Pistole: 1. Hanspeter Kobelt, SG Au-Widnau, 108; 2. Paul Stieger, SG Au-Widnau, 107; 3. Mirko Tantardini, Chiasso, 107; 8. Martin Ulmann, PS Appenzell, 105; 18. Franz Mosimann, PS Teufen, 102.