«Hof» soll auf die Ortstafeln

In Lutzenberg werden die Ortseingangstafeln neu beschriftet. «Hof» kommt hinzu, «Kurort» wird gestrichen. Als eines der letzten im Kanton wird das Gemeindearchiv katalogisiert.

Merken
Drucken
Teilen
Wienacht-Tobel hat als «Kurort» ausgedient. (Bild: pd)

Wienacht-Tobel hat als «Kurort» ausgedient. (Bild: pd)

LUTZENBERG. Die Flurgenossenschaft Hof-Süd ist mit dem Anliegen an den Gemeinderat gelangt, das Erscheinungsbild der Gemeinde sei zu verbessern. Dabei gehe es um ein «absolutes Detail», das jedoch für den Weiler Hof nicht unbedeutend sei: Der «Hof» Lutzenberg habe sich in den letzten Jahren in jeder Hinsicht zu einem stattlichen Weiler der Gemeinde entwickelt. Das Quartier Hof sei unterdessen so gross geworden, dass es die Weiler Haufen und Brenden übertreffe und daher auf den Ortseingangstafeln auch erwähnt werden sollte. Der Gemeinderat verschliesst sich laut jüngstem Verhandlungsbericht dieser Argumentation nicht und hat beschlossen, auf diesen Tafeln neu die Bezeichnung Haufen-Brenden-Hof anzubringen.

«Kurort» wird gestrichen

Anderseits sollen die Ortstafeln des Gemeindeteils Wienacht-Tobel um ein Wort gekürzt werden: Die Bezeichnung «Kurort» Wienacht-Tobel sei überholt, die grossen Zeiten des Kurorts vor allem Anfang des letzten Jahrhunderts seien vorbei. Heute könne niemand mehr im Gast- und Kurhaus Alpenblick, im Gasthof und der Pension Landegg oder in der Pension Helvetia eine Kur absolvieren, sowie «seine Lunge kräftigen, Magen und Eingeweide zu neuer Arbeit ertüchtigen» (Werbeprospekt von 1921). Der Gemeinderat zieht daraus die Konsequenzen und wird das Wort «Kurort» aus den Ortseingangstafeln entfernen lassen.

Zwei Jahre Arbeit für das Archiv

Das Gemeindearchiv Lutzenberg ist eines der letzten im Kanton, das noch nicht katalogisiert, strukturiert und mit dem Staatsarchiv verbunden ist. Seit 2011 steht das Projekt auf der Pendenzenliste des Gemeinderats und ist im Finanzplan eingetragen. Bis heute konnte es nicht in Angriff genommen und budgetiert werden, da die Ressourcen der Mitarbeitenden des Staatsarchivs mit anderen Gemeindearchiven beschäftigt waren. Nun wäre es möglich, dieses Projekt ab nächstem Jahr in Angriff zu nehmen, wie der Gemeinderat schreibt.

Auf Anraten von Staatsarchivar Peter Witschi wird mit diesen Arbeiten Gerda Schneider Leipold engagiert; sie ist bereits in den Archiven Herisau und Heiden tätig. Zur umfangreichen Arbeit gehören vor allem das Sichten der zur Bearbeitung bestimmten Aktenserien sowie das provenienzorientierte Ordnen der archivwürdigen Dokumente.

Bei Projektabschluss werden alle archivwürdigen Protokolle, Geschäftsbücher und Akten der zur Bearbeitung ausgewählten Teilbestände bis zum Entstehungsjahr 2005 in der Archivdatenbank erfasst, elektronisch recherchierbar und sachgerecht verpackt sein. Für diese zwei Jahre dauernden Arbeiten werden 2017 und 2018 je gut 69 000 Franken budgetiert.

Geld für den Friedensweg

Im jüngsten und zugleich grössten Projekt des Vereins Dunant 2010 werden Menschen mit Bezug zum Appenzeller Vorderland geehrt, welche durch ihr humanitäres Wirken und ihre Zivilcourage weit über die Landesgrenzen hinaus hohe Anerkennung erworben haben. Geplant ist, zwischen Walzenhausen und Heiden zehn Stationen mit umfangreichen Informationen über deren Leben und Wirken einzurichten. Als roter Faden verbindet eine Wanderung mit dem Arbeitstitel «Appenzeller Friedensweg» die zehn Gedenkplätze. Dieses Projekt wird vom Gemeinderat Lutzenberg befürwortet. Er unterstützt es mit einem einmaligen Beitrag von 2000 Franken. (gk)