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HÖLZIG: Altholz ist mehr als Brennmaterial

Alte, unbehandelte Bretter wanderten bis vor wenigen Jahren in den Ofen. Seit Köbi Hofstetter aus Wildhaus die Möglichkeiten entdeckt hat, welche dieses Holz bietet, entstehen daraus Dekorationsartikel.
Adi Lippuner
In seinem Freizeitbereich: Köbi Hofstetter stellt immer neue Unikate her in seiner gut ausgerüsteten Werkstatt. (Bilder: Mareycke Frehner)

In seinem Freizeitbereich: Köbi Hofstetter stellt immer neue Unikate her in seiner gut ausgerüsteten Werkstatt. (Bilder: Mareycke Frehner)

Adi Lippuner

redaktion@toggenburgmedien.ch

«Brüggli-Köbi», wie ihn die Einheimischen nennen, war 47 Jahre lang Briefträger in Wildhaus und Alt St. Johann. Aufgewachsen als Bauernsohn im Gebiet Brüggli, gut zwei Kilometer vom Dorfzentrum Wildhaus entfernt, gehörte Arbeiten von Kindsbeinen dazu. «Seit der Pensionierung kann ich es ruhiger angehen, doch langweilig wird mir nie,» ist beim Besuch im grossen Holzhaus, das Platz für Sohn Peter und seine Familie, das Ehepaar Köbi und Lisa Hofstetter und zwei Ferienwohnungen bietet, zu erfahren.

Per Zufall – falls es dies im Leben eines Menschen überhaupt gibt – kam Köbi Hofstetter auf die Idee, aus Altholz etwas herzustellen. «Wir wollten einen alten Stall abbrechen und wie es sich gehört, wurde dieses Vorhaben amtlich ausgeschrieben. Dann kamen Anfragen von wildfremden Leuten, ob sie ein paar alte Bretter haben könnten.» Er habe das Holz gerne hergegeben, «denn was sollte ich damit tun».

Weihnachtsstimmung kreieren

Auf Anregung von Ehefrau Lisa versuchte er sich dann doch mit der Herstellung von Dekorationsgegenständen und entdeckte, dass vom Wetter gegerbtes und von der Sonne verbranntes Holz einen ganz eigenen Charakter hat. «Schon vom allerersten Moment an hat es mich gepackt und nachdem ich mit meinen bescheidenen Anfängen so viel Freude bereiten konnte, wollte ich mehr wissen.» Köbi Hofstetter begann sich zu informieren, schaute in Katalogen und im Internet, was angeboten wird, und setzte die dort geholten Inspirationen mit eigenen Ideen um.

«So entstehen immer neue Unikate, denn eine Serienproduktion gibt es bei mir nicht.» Die jüngsten Werke, pyramidenförmige Bretter, sternenförmige Öffnungen und das Ganze mit Beleuchtung, finden grossen Anklang. «Ganz allgemein sind weihnachtliche Dekorationsgegenstände aus Altholz, vor allem wenn Kerzen oder Lichtgirlanden dabei sind, bei der Kundschaft begehrt,» so Köbi Hofstetter. Er hat sich, vor allem während der kühlen Herbsttage, auf die bevorstehenden Weihnachtsmärkte vorbereitet. «Zu Beginn habe ich meine Werke verschenkt, dann kamen erste, vereinzelte Kunden und bald folgte die Anregung, ich solle doch beim «Schwiimarkt», wie der Adventsmarkt in Wildhaus seit Jahren heisst, mitmachen.»

Er sei selbst erstaunt gewesen, wie gross die Nachfrage nach den selbstgefertigten Werken, die übrigens in einem ganz bescheiden eingerichteten Bastelraum entstehen, am Markt war. «Das hat mir Mut gemacht und so habe ich meine Produktion etwas ausgeweitet und inzwischen bin ich dankbar, wenn ich beim Abbruch eines alten Gebäudes zu Holz komme.»

«Büschelen» als weiteres Hobby

Ganz allgemein stört sich Köbi Hof­stetter an der Tatsache, dass selbst in Bauernhäusern anstelle von Holzheizungen Wärmepumpen oder Ölheizungen in Betrieb sind. «Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und sollte vermehrt genutzt werden.» Aus diesem Grund pflege er auch ein weiteres Hobby, das «Büschelen». Diese Holzbüschel, bestehend aus Ästen, die sonst im Wald liegen blieben, dienen im Hause Hofstetter als willkommenes Heizmaterial.

«Wir haben eine Holzzentralheizung und in der grossen Wohnung, die nun von unserem Sohn Peter und seiner Familie genutzt wird, einen Kachelofen. Ich finde ganz einfach, dass die Wärme aus Holz eine gute Atmosphäre verbreitet und so lange ich gesund bin und Freude an der Holzerarbeit habe, wird dies auch so bleiben», so Köbi Hofstetter. Was dann später komme, werde sein Sohn zu entscheiden haben. Als weitere Leidenschaften oder Freizeitbeschäftigungen nennt der Pensionist das «Pilzlen». Dank eines ehemaligen Mieters kam ich zu diesem Hobby und liebe auch die Pilzgerichte, dies im Gegensatz zu früher, da kamen bei uns keine Pilze auf den Tisch», ist von Köbi Hofstetter zu erfahren. Der eigene Gemüsegarten, inzwischen mit «Seniorenfreundlichen Hochbeeten» bestückt und die Kleintiere, von Kaninchen über Hühner bis hin zu verschiedenen exotischen Vögeln, sind weitere Hobbys.

Zu Köbi Hofstetter gehört auch das gesellschaftliche Leben. «Ich verbringen gerne Zeit in gemütlicher Runde oder klopfe einen Jass.» Was er selbst nicht erwähnt, aber im Dorf bekannt ist: Der Briefträger war schon während seiner aktiven Berufszeit äusserst hilfsbereit und ist dies auch geblieben. «Wenn jemand ein Anliegen hat oder Hilfe benötigt, Köbi hat immer ein offenes Ohr», so eine ehemalige Mieterin.

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