Höhere Richtwerte bringen wenig

Der Kantonsrat hat beschlossen, dass der St. Galler Richtplan von einem stärkeren Bevölkerungswachstum ausgeht als bisher. Neckertal muss in jedem Fall Bauland auszonen, Ebnat-Kappel wohl nicht.

Martin Knoepfel
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Vreni Wild Kantonsrätin FDP Gemeindepräsidentin Neckertal (Bild: pd)

Vreni Wild Kantonsrätin FDP Gemeindepräsidentin Neckertal (Bild: pd)

ST. GALLEN. Der Kantonsrat will beim Richtplan von einer grösseren Bevölkerungszunahme ausgehen als geplant. Bis 2030 soll die Bevölkerung um 46 000 und bis 2040 um 65 000 Personen zunehmen. Das hat der Kantonsrat gestern mit 86:25 Stimmen beschlossen. Was bringt dieser Entscheid nun den Toggenburger Gemeinden?

Zu grosse Bauzonen in Dicken

Dass der Kantonsrat die Entwicklungsziele für den ländlichen Raum präziser festlege, komme den Landgemeinden entgegen, sagt Vreni Wild, Gemeindepräsidentin von Neckertal. Das grössere Bevölkerungswachstum, das dem kantonalen Richtplan zu Grunde liege, bringe der Gemeinde nichts. Neckertal müsse wegen der Fusion von Brunnadern, Mogelsberg und St. Peterzell ohnehin den Zonenplan überarbeiten und Bauland auszonen. Im Herbst könne der Zonenplan dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht werden.

Dicken habe sehr grosse Bauzonen. Dagegen gebe es im Dorf Mogelsberg fast kein freies Bauland mehr. Das Ziel sei, in Mogelsberg, Brunnadern, St. Peterzell und Wald-Schönengrund eine bauliche Entwicklung zu ermöglichen, sagte Vreni Wild. In den kleinen Dörfern soll es Bauzonen in viel kleinerem Rahmen als heute geben. Vreni Wild erwartet, dass Auszonungen im Umfang von 10,36 Hektaren Einzonungen von vier Hektaren gegenüberstehen.

Nur Gemeindeland betroffen

Seine Gemeinde wachse im Moment langsam und er hoffe, dass es so weitergehe, sagt der Ebnat-Kappler Gemeindepräsident Christian Spoerlé. Das Dorf sei eigentlich gebaut. Es brauche deshalb eine Verdichtung nach innen. Er gehe davon aus, dass die Gemeinde die Vorgaben des Kantons ohne Auszonungen erfüllen könne. Sie habe vier Jahre Zeit dazu. Die Bauplanung sehe Rückzonungen vor, doch diese beträfen nur gemeindeeigenes Land, sagt Christian Spoerlé.

Christian Spoerlé Kantonsrat SVP, Gemeindepräsident Ebnat-Kappel (Bild: pd)

Christian Spoerlé Kantonsrat SVP, Gemeindepräsident Ebnat-Kappel (Bild: pd)