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Höhenflug mit Hindernissen

Anina Rütsche

Das Messer steckte bereits im Nutellaglas, da dachte ich wieder daran: Halt, es ist Fastenzeit, und die gilt auch beim Zmorge! Seit mehr als einer Woche verzichte ich nun auf süsse Speisen und Getränke. Mit dem Gluscht habe ich erstaunlich selten zu kämpfen. Schwieriger finde ich es, mich in jeder Lebenslage rechtzeitig an den geplanten Verzicht zu erinnern. Alte Gewohnheiten werden jetzt aus der Bahn geworfen, zum Beispiel hier: Den Energydrink, der mir bisher am Montagmorgen zuverlässig den Start in die Woche versüsste, habe ich gar nicht erst gekauft. Stattdessen gab es einen halben Liter «Hahnenburger». Langweilig, aber gut für die Gesundheit und das Gewissen.

Happig sind allerdings die Situationen, in denen Desserts bereits vorhanden sind und ich dankend ablehnen muss. So geschehen an einer Geburtstagsfeier am Samstag. Natürlich habe ich begründet, warum ich das sonst so geliebte Caramelköpfli dieses Mal links liegen lasse. Daraus ergab sich eine Diskussion mit einigen anderen Gästen. Sie fanden es toll, dass ich mich zum Fasten entschieden habe, konnten sich selbst aber nicht dafür begeistern. Ich verstehe das, doch ich ziehe die Sache jetzt durch.

Mut gemacht hat mir ein Tipp eines Lesers, der sich derzeit ebenfalls im Verzichten übt. Er schreibt: «Es kann vorkommen, dass ich mir bei Einladungen doch etwas Dessert servieren lasse, denn von meinem ‹heldenhaften Fasten› will ich da nicht reden. Nach Ostern aber muss ich solche Aussetzer jeweils nachholen.» Ich merke mir dies, sollte ein Ausweichmanöver einmal nicht möglich sein.

Neben den Süssigkeiten bekommt auch das Smartphone seit Aschermittwoch nicht mehr viel Aufmerksamkeit von mir. Nun darf weder gespielt noch geshoppt werden, und auch lustige Videos gibt es erst wieder im April. Wenn überhaupt. Ich freue mich nämlich über den Zeitgewinn, der dank der eingeschränkten Handynutzung herausschaut. Meine Bilanz in der ersten Woche: Ich habe zusätzlich zur Tageszeitung drei Magazine und ein Buch verschlungen – von A bis Z und mit Begeisterung. Meine bisherige Erkenntnis aus der Fastenzeit lautet also: Nicht nur ein Energydrink, sondern auch Lesestoff kann mir Flügel verleihen.

Anina Rütsche

anina.ruetsche@toggenburgmedien.ch

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