Hochburg der Neuen Volksmusik

Am letzten Wochenende im Mai lädt Heiden zu einem Festival der Neuen Volksmusik ein. Wer ausschliesslich «Hudigäggeler» und Schunkelmusik mit Rambazamba erwartet, liegt aber falsch. Initiant ist der Kurverein.

Karin Steffen
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Eine erste wohltönende Überraschung steht bereits am Eröffnungsabend des Folk Festivals Heiden auf dem Programm, wenn die Familienkapelle Geschwister Küng mit der Cobana-Big-Band konzertiert. (Bild: pd)

Eine erste wohltönende Überraschung steht bereits am Eröffnungsabend des Folk Festivals Heiden auf dem Programm, wenn die Familienkapelle Geschwister Küng mit der Cobana-Big-Band konzertiert. (Bild: pd)

HEIDEN. «Wir möchten mit dem Folk Festival in Heiden neue, fortschrittliche und hochklassige Volksmusik präsentieren», erklärt Peter Widmer, Programmverantwortlicher des Organisationskomitees. Und er präzisiert: «Die jungen Musiker sind meist Berufsmusiker, die die engen Schranken der traditionellen Volksmusik aufbrechen. Mit Elementen aus Rock, Folk, Jazz oder Klassik kombiniert und neuen Instrumenten ergänzt, vermag die Neue Volksmusik auch das junge Publikum zu begeistern.»

«Es läuft etwas im Vorderland»

Der Kurverein Heiden hat das Folk Festival initiiert und mit einem zwölfköpfigen OK auf die Beine gestellt. Die Organisatoren liessen sich vom beträchtlichen Aufwand nicht abschrecken. «Es soll etwas laufen, in Heiden und im Vorderland», bringt es Max Frischknecht, OK-Präsident und Präsident des Kurvereins, auf den Punkt. Das Fest soll über die nächsten Jahre ein fester Bestandteil im Terminkalender der Gemeinde werden und das Dorf und die Region über seine Grenzen hinaus als Hochburg der Neuen Volksmusik bekannt machen. «Der Stil der Neuen Volksmusik mit ihrer Aufbruchstimmung passt zu Heiden», ist Frischknecht überzeugt. Auch Heiden wagte nach dem letzten Dorfbrand Neues und baute den Dorfkern im heutigen Biedermeierstil auf, begründet Frischknecht. Grosses Wohlwollen in Form von Sponsorenbeiträgen erfährt das Festival auch von Seiten der Wirtschaft. Das Festival eigne sich als sympathischer Werbeträger über das Vorderland hinaus, erklärt Frischknecht.

Big Band trifft auf Streichmusik

Bereits die Eröffnung des Festivals am Freitagabend im Festzelt gestaltet sich ungewöhnlich. «Die in der Ostschweiz bekannte Cobana-Big-Band konzertiert zusammen mit der Familienkapelle Geschwister Küng aus Appenzell mit eigens für diese Formation geschriebenen Arrangements», freut sich Widmer. Speziell erwähnt er auch das Echo vom Leutschenbach, das als Hausband von «SRF bi de Lüt» bekannt ist, oder die Volksmusikgruppe Rämschfädra mit ihrem neuen Programm «grimmix». Die vier Profimusiker vertonen mit viel Können, Witz und Charme einen selbstgedrehten, märchenhaften Stummfilm, der Kinder wie Erwachsene zu begeistern vermag.

Zirkulierende Bands

Über 15 verschiedenen Formationen zirkulieren am Samstag- und Sonntagnachmittag zwischen Festzelt, Lindensaal, dem Konzertsaal FEG an der Seeallee und der alten Migros. Sie präsentieren sich jeweils mit einem knapp einstündigen Konzert. Im Kino Rosental ist am Samstag der Film «Fremdfötzlige Musikanten» zu sehen. Fremdfötzelige Musikanten der letzten hundert Jahre mit ihren Schwyzerörgeli sind die Hauptdarsteller im Musik-Dokumentarfilm von Roger Bürgler.

Im Kirchgemeindehaus präsentiert das OK «Zungenschlag», eine Ausstellung, welche die fast 4500jährige Entstehungsgeschichte des Akkordeons, vom chinesischen Sheng über das Muulörgeli, das Schwyzerörgeli bis zum heutigen Funk-Akkordeon, aufzeigt.

Kontrastprogramm mit Party

Wer mit konzertanter Volksmusik nicht so viel anzufangen weiss, freut sich am Samstagabend über das Kontrastprogramm mit den Fäaschtbänklern im Festzelt und dem Echo vom Schwendetal mit einer Ländlerchilbi im Lindensaal.

Weitere Informationen: www.folkfestival-heiden.ch.

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