Hochbetrieb im Hundwiler Luftschutzraum

Es regnet und regnet aufs Appenzellerland. Die Festspielmacherinnen und -macher in Hundwil trotzen dem nasskalten Wetter. Eisern proben sie täglich für die Premiere. Produktionsleiter Paul Gruber über nasse Kostüme, rutschige Dächer und grossen Durchhaltewillen.

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Herr Gruber, wie ist das Wetter in Hundwil?

Paul Gruber: Hier schneit's grad. (lacht) Nein, aber es fehlt nicht viel zum Schnee. Es geht mit dem Wetter halt genau so weiter, wie es begonnen hat.

Vom Wetter wurden Sie nicht gerade verwöhnt.

Gruber: Es soll ja besser werden. Aber eins muss ich jetzt mal loswerden: Der Durchhaltewillen der Spielerinnen und Spieler ist unglaublich. Die warten in strömendem Regen und in Kälte auf ihren Auftritt, wie wenn's nichts wär, stehen da wie bei 35 Grad in der Südsee. Dass die nach zwei Jahren Proben noch diesen Elan an den Tag legen, ist einfach unglaublich. Da kriege ich grad eine Gänsehaut, wenn ich das erzähle.

Aber wie um Gottes Willen bekommen Sie die 500 Kostüme wieder trocken?

Gruber: Im Hundwiler Luftschutzraum herrscht Hochbetrieb, dort werden die Kostüme aufbewahrt, ausgebessert und getrocknet. Die Kostümbildnerin lebt praktisch seit Wochen dort. Ein Care-Team leistet riesen Einsatz. Bislang haben die Darstellenden noch jedes Kostüm trocken anziehen können – aber leider meist nass ausziehen müssen.

Schadet das Wasser der Technik?

Gruber: Nein, für Kabel und Licht kann's regnen, wie es will. Der Platz ist abschüssig, so kann das Wasser abfliessen. Und der Kunstrasen trocknet ganz schnell, der ist nicht rutschig. Auf den Dächern ist es heikel, aber die Darsteller sind bestens gesichert. Für die 700 Zuschauerstühle haben wir Regenhüllen anfertigen lassen. Und gestern wurden Tausende grüne Pelerinen geliefert, die die Zuschauer kaufen können. Es kann also nichts mehr schiefgehen.

Interview: Julia Nehmiz