Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Zu Besuch in Schwellbrunn: Ein Treffen der «Schönsten Dörfer»

Am Samstag kamen Vertreter der 35 Mitgliedsgemeinden des Vereins «Die schönsten Dörfer der Schweiz» zu Besuch nach Schwellbrunn. Die kleine Gemeinde hinterliess einen durchwegs positiven Eindruck.
Valentina Thurnherr
Die Gäste, darunter auch der Lichtensteiger Stadtpräsident Mathias Müller (rechts), lauschen interessiert den Worten von Schwellbrunner Gemeindepräsident Hansueli Reutegger (links). (Bild: Valentina Thurnherr)

Die Gäste, darunter auch der Lichtensteiger Stadtpräsident Mathias Müller (rechts), lauschen interessiert den Worten von Schwellbrunner Gemeindepräsident Hansueli Reutegger (links). (Bild: Valentina Thurnherr)

Die kleine Besichtigungstour von Gemeindepräsident Hansueli Reutegger beginnt an der Halden, gegenüber der Garage Preisig. Die Vertreter und Vertreterinnen der Mitgliedgemeinden des Vereins «Die schönsten Dörfer der Schweiz» lassen ihre Blicke über die atemberaubende Aussicht schweifen. Immer wieder holt jemand sein Smartphone hervor und fotografiert das Panorama. Reutegger präsentiert mit sichtlichem Stolz seine Gemeinde, die er immer wieder liebevoll «Bijou», Schmuckstück, nennt.

Während des Rundganges durch das schmucke Dörfchen fängt man immer wieder Gesprächsfetzen auf. Bei so einem Treffen sind die Themen durchaus interessant, wenn auch nicht alltäglich. So wird verschiedentlich darüber diskutiert, wie viel Bauzone die Dörfer jeweils abgeben müssen. Ein Problem, dass die Gemeinden von der Romandie, über die Ostschweiz bis ins Tessin gemeinsam haben und über das rege diskutiert wird.

Verschiedene Kulturen auf einer kleinen Fläche

«Was die Schweiz zu so etwas Besonderem macht, sind die verschiedenen Mentalitäten, die auf kleinem Raum, zusammenfinden», sagt Kevin Quattropani, Präsident des Vereins. Er selbst habe schon alle Mitgliedsgemeinden besucht und sei immer wieder fasziniert von den regionalen Einzigartigkeiten. «Zum Beispiel habe ich immer wieder eine neue Lokalzeitung kennengelernt, von der ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt», sagt er mit einem breiten Lächeln. Obwohl diese Zeitungen, über das Dorf in deren Umgebung schrieben, so erwähnten doch die meisten auch den Verein und einige der anderen «schönsten Dörfer». «Das schafft eine Verbindung zwischen den Regionen.»

Quattropani ist nicht der einzige, den die Vielfältigkeit innerhalb der Schweiz fasziniert. Nicola und Claudia Passini aus Poschiavo in Graubünden, haben es sich auf einem der Bänke gemütlich gemacht und geniessen die Aussicht.

«Wir wohnen auch auf rund 1000 Meter Höhe», sagt Nicola Passini. «Aber bei uns geht es entweder steil hinauf, oder es ist flach. Diese Hügellandschaft hier ist für uns wunderschön anzusehen.»

Trotz dieser landschaftlichen Unterschiede fänden sich aber auch Parallelen. «Wir haben ebenfalls eine starke Tradition bei uns», sagt Nicola Passini weiter. «Unsere Töchter gingen einmal mit ihrer Trachtengruppe nach Chur und trafen dort eine Gruppe aus dem Appenzellerland. Damals sahen sie zum ersten Mal Talerschwingen. Das hat ihnen so gut gefallen, dass sie sogar zu Tränen gerührt waren.» Wunderbar sei auch, dass es hier oben so «pacific» sei. Das bedeute «ruhig», sagt Claudia Passini und lehnt sich mit einem Lächeln wieder zurück um die Aussicht zu geniessen.

Zusammenarbeit statt Konkurrenz

Bei vielen Besuchern hört man heraus, dass sie die Mitgliedsgemeinden des Vereins zuvor nicht gekannt haben. Sogar eine Person nicht, der nur rund 16 Kilometer entfernt wohnt. So besucht auch der Lichtensteiger Stadtpräsident, Mathias Müller, Schwellbrunn zum ersten Mal. Trotz der Nähe der beiden Gemeinden seien sie jedoch komplett unterschiedlich. «Beide sind auf ihre Art wunderschön, aber man merkt, dass sie eine andere Geschichte haben», sagt Müller. Eine Konkurrenz zwischen den beiden bestehe allerdings nicht.

«Vielmehr fände ich es schön, wenn wir zusammenarbeiten könnten. In dieser Gegend haben wir auch noch Trogen, als eines der schönsten Dörfer der Schweiz, man könnte also eine Art Tour anbieten für Touristen, bei der diese drei Gemeinden besichtigt werden.»

Das wäre auch ganz im Sinne des Vereins, wie Präsident Kevin Quattropani sagt. «Wegen nur eines Dorfes kommen die Leute nicht extra in die Schweiz. Aber für mehrere schon.»

Der Verein im Überblick

2015 gründete Präsident Kevin Quattropani den Verein «Die schönsten Dörfer der Schweiz». Ein besonderes Augenmerk legen die Mitglieder bei ihrer Auswahl auf den «Dorfcharakter» einer Gemeinde. Wie harmonisch ist das Leben dort und was hat das Dorf zu bieten. Diese Gemeinden sollen geschützt, gefördert und koordinieret werden. Deren Besonderheiten und Originalität werden somit aufgewertet. Seit 2017 ist der Verein Mitglied des internationalen Verbandes «Die schönsten Dörfer der Welt».
www.borghisvizzera.ch/de

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.