HINTERLAND: Zubi profitiert von Sportler-Unmut

Dieser Tage macht ein lokaler Sportverein via Brief an Mitglieder und Eltern publik, dass die Vereinsbekleidung künftig an neuem Ort besorgt wird. Profiteur dieser Tatsache ist ein Herisauer Unternehmen.

Roger Fuchs
Drucken
Teilen
Thomas Zuberbühler, Geschäftsleiter bei Zubischuhe in Herisau, hat im Bereich Vereinsbekleidung auch erst Erfahrungen sammeln müssen. (Bild: Roger Fuchs)

Thomas Zuberbühler, Geschäftsleiter bei Zubischuhe in Herisau, hat im Bereich Vereinsbekleidung auch erst Erfahrungen sammeln müssen. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Vor drei Jahren hat ein Hinterländer Sportverein an seiner Unterhaltung die neue Vereinsbekleidung einem grossen Publikum präsentiert. Jetzt sorgt genau dieser Dress für Unmut. «Damals wurde uns vom Sportgeschäft versprochen, dass die Bekleidung sechs Jahre lang nachbestellt werden kann, mit dem Ziel, erst am Kantonalturnfest 2020 wieder neu eingekleidet starten zu können», heisst es in einem Brief, der aktuell in den Briefkästen von Mitgliedern und Eltern zu finden ist. Dieses Versprechen jedoch kann vom Geschäft, das ausserhalb der Appenzeller Kantone liegt, nicht eingehalten werden. Gleichzeitig ist man beim Sportverein verärgert darüber, dass das Geschäft bereits seit letztem Herbst gewusst haben soll, dass gewisse Kleidungsstücke jetzt oder in Bälde nicht mehr erhältlich sind. Aus Misstrauen will der Verein künftig einen Bogen um den Betrieb machen.

Wachsender Bereich der Vereinsbekleidung

Profiteur dieser Situation ist Zubischuhe an der Alpsteinstrasse in Herisau. Dieses Unternehmen wird im verschickten Brief als neues Partnergeschäft angekündigt. Geschäftsleiter Thomas Zuberbühler weiss auf Anfrage der Zeitung zwar noch nichts vom definitiven Zuschlag, zeigt sich aber hoch erfreut. Weil der Bereich der Vereins- und Teamsportbekleidung einen immer grösseren Stellenwert bekommt, hat man gemäss Zuberbühler extra dazu Anfang dieses Monats eine neue Person angestellt. Nebst dem neuen Sportverein ist beispielsweise schon der STV Herisau oder das Kinderchörli Herisau Kunde beim Fachgeschäft. Etliche Firmen habe man schon lange im Boot.

Aus eigener Erfahrung weiss Thomas Zuberbühler, dass ein sechsjähriges Versprechen für eine Teamsportbekleidung eher am oberen Limit liegt. Als Faustregel nennt er zwei bis vier Jahre. Gleichzeitig gibt der Geschäftsleiter zu, dass sie aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen auch einige Lehren hätten ziehen müssen. Eine davon ist, dass es fortan eine klare Zuständigkeit für diesen Bereich gibt. Auch müssten Prozesse eindeutig definiert sein und saubere Absprachen mit Lieferanten und Druckpartnern getätigt werden.

Sollte es vorkommen, dass eine Kollektion trotz aller Versprechen einmal ausläuft, rät Thomas Zuberbühler, allenfalls noch auf den letzten möglichen Drücker eine gewisse Stückzahl an Vorräten zu bestellen. Natürlich sei es das Ziel seiner Firma, in einem solchen Fall einen Verein auch proaktiv zu informieren.