Hilft der Klaps nicht – nützt nur noch Gelassenheit

Bei schönsten Wetterbedingungen fand gestern die Viehschau von Wald-Rehetobel statt. Als Präsidentin amtete erstmals Sevarina Lanter.

Patrik Kobler
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wald. Gestern vormittag: Um 9 Uhr beginnt das Spektakel, fahren die 14 Bauernfamilien mit ihren 410 Tieren auf. Die Viehschau findet abwechselnd in Wald und Rehetobel statt. In diesem Jahr ist Wald an der Reihe. Viele Schaulustige verfolgen die Auffahrt. Bis weit den Hügel hinauf stehen Autos mit Kontrollschildern aus nah und fern: Deutsche, Franzosen, Innerrhoder, Basler – sie alle freuen sich auf die bevorstehende Schau. Nur aus einem Zürcher Wagen steigt eine Frau, die rätselt, ob es den Kühen wohl sei dabei.

Unten auf dem Viehschau-Platz in der Ebni herrscht derweil ein angeregtes «Muh-Konzert» und ein Durcheinander. Allenthalben Männer im blauen Übergewand, die den Tieren wie Verkehrskadetten den rechten Weg weisen. Den widerspenstigen helfen sie mit einem Klaps nach, und wenn auch das nichts hilft, nützt nur noch pure Gelassenheit. Wie etwa beim Bauern, der dem Jüngling, der einer Kuh nicht Meister wird «lass sie einfach laufen» nachruft. Alles verläuft «rüebig», wie Hans Zähner sagt.

Der Rehetobler Viehschaupräsident führt routiniert und schlagfertig wie Beni Thurnheer als Speaker durch die Schau. Weil die Viehschau nicht in seiner Gemeinde stattfindet, überlässt er das Kommando seinem Wäldler Pendant. In diesem Jahr amtet erstmals Sevarina Lanter als Viehschaupräsidentin. Die gebürtige Rheintalerin wohnt seit vier Jahren im Vorderland und steht als Gemeinderätin dem Ressort «Land und Forst» vor.

Das Geschehen auf der «Ebni» verfolgt sie ohne Schweissperlen auf der Stirne, ihre Arbeitskraft war vor allem im Vorfeld gefragt. Am Schautag überlässt sie das Zepter den Preisrichtern, die die Siegerinnen in den verschiedenen Kategorien küren.