Kanton Appenzell Ausserrhoden bietet vielfältige Hilfe bei psychischen Problemen

Wenn einem die persönlichen Probleme über den Kopf wachsen, bieten viele Anlaufstellen im Kanton Hilfe. Auch Bezugspersonen nehmen eine grosse Rolle ein.

Alessia Pagani
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Gespräche sind sehr wichtig und eine erste Hilfestellung bei psychischen Problemen. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

Gespräche sind sehr wichtig und eine erste Hilfestellung bei psychischen Problemen. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

Manchmal wächst einem der Alltag über den Kopf, Probleme lassen sich scheinbar nicht lösen, man weiss kaum mehr ein und aus. Für solche Situationen gibt es Anlaufstellen. Eine davon ist die Spitex Appenzellerland. Die Institution betreut mit ihrem Fachteam Psychiatrie rund 30 bis 40 Personen monatlich. «Jede Situation ist anders», sagt Leiterin Cornelia Kühnis. Die unterstützten Personen leiden unter den verschiedensten psychischen Problemen. Die Spitex stellt so ein ambulantes Angebot für psychisch kranke Menschen zur Verfügung, welche nach einer stationären Behandlung weitere Betreuung brauchen. Kühnis: 

«Psychische Erkrankungen sind auch heute noch negativ behaftet und stigmatisiert. Viele trauen sich gar nicht, um Hilfe zu bitten.»

Dabei seien gerade offene Gespräche mit Angehörigen und anderen Bezugspersonen sehr wichtig. Dies bestätigt auch Hanspeter Saxer von der Kantonspolizei AR. Er war am Freitag beim Grosseinsatz in Herisau dabei, der wegen Selbstgefährdung einer Person ausgelöst wurde. Saxer:

«Die Hilfe fängt idealerweise im persönlichen Bereich an, indem Familie, Freunde oder Bekannte den Betroffenen zuhören und ihnen Lösungsansätze zeigen.»

So müssten Angehörige und Weggefährten immer wieder sensibilisiert werden für die Probleme ihrer Mitmenschen. Bei Situationen wie jener in Herisau zeigt die Polizei den Betroffenen wie deren Angehörigen die Hilfsangebote auf. Gerade die Angehörigen wüssten oft auch keinen Rat. Auch sie können sich an Fachstellen wenden. «Einem Betroffenen nicht helfen zu können, ist schlimm, weil man ohnmächtig der Situation gegenübersteht», so Saxer.

Alltag verändert sich ohne Grund

Nicht immer sind die Personen kooperativ: «Bei Nichtgefährdung ist es manchmal auch einfach angezeigt, die Situation als Drittperson zu akzeptieren», so Kühnis. Hinweise dafür, dass jemand mit seinen Problemen nicht mehr zurechtkommt, gibt es gemäss der Expertin viele. Als Angehörige sollte man aufmerksam werden, wenn sich der Alltag der Person ohne ersichtlichen Grund ändert:

«Manche verlassen die Wohnung kaum noch, andere meiden den Freundeskreis oder vernachlässigen die Körperhygiene. Dann sollte man dies ansprechen.»

Kühnis verweist auch auf Angebote in den Gemeinden, das Angebot der Dargebotenen Hand. Gute Ansprechpartner bilden für alle Beteiligten immer auch die Hausärzte. «Als Laie muss und kann man Hilfe suchen», so Kühnis.

Hinweis

Die Dargebotene Hand bietet schnell Hilfe für jedermann unter der Telefonnummer 143 oder online unter www.143.ch. Unter www.ar.ch sind verschiedene Beratungsangebote aufgelistet.