Hilfestellung im Alter

KIRCHBERG. Kirchberg lässt ein Projekt zum Thema Optimierung der Gesundheits- und Altersversorgung in der Gemeinde er- arbeiten. Grundlage ist jenes Alterskonzept aus dem Jahre 2002, das an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden soll.

Beat Lanzendorfer
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Erich Willener Externer Berater des Alterskonzepts

Erich Willener Externer Berater des Alterskonzepts

Das beauftragte Kernteam nimmt eine Aufnahme und Analyse der Istsituation vor und entwickelt Szenarien für eine nachhaltige Versorgung der Gemeinde. In dessen Folge sollen die Ergebnisse mit dem Alterskonzept 2002 abgeglichen werden. Zum Kernteam gehören Gemeinderat Lukas Fust, Projektleiter, Gemeinderätin Denise Huber, Miriam Osswald, Betriebsleiterin Spitex, Christof Gisler, Betriebsleiter Sonnegrund, sowie Erich Willener, der als externer Berater das Projekt begleitet und erarbeitet hat.

Das Kernteam traf sich am vergangenen Donnerstag zwecks Vorstellung des Projekts im «Toggenburgerhof» mit 18 involvierten Personen. Darunter waren Ärzte, Vertreter von Spitex, Pro Senectute, Perlavita Rosenau, Alterswohnungen sowie weiteren Personen mit Bezug zum Thema. Absicht war, die Anwesenden zu den erarbeiteten Themen Bevölkerungsentwicklung, medizinische Versorgung, Versorgung mit ambulanten Diensten, stationären Alterseinrichtungen, hindernisfreier Wohnraum und alternative Wohnformen, ergänzende Dienstleistungen sowie zur Prävention und zur Gesundheitsförderung zu informieren.

Alternative Wohnformen

Bereits jetzt existieren Studien, die besagen, dass Altersheime, wie sie in der jetzigen Form bestehen, in wenigen Jahrzehnten der Vergangenheit angehören. Laut Bedarfsentwicklung nimmt das Bedürfnis im Verhältnis zur Altersstruktur eher ab. Das jetzige Angebot an Plätzen beträgt im Sonnegrund 80, jenes in der Perlavita Rosenau 71. Die Bevölkerung wird wohl immer älter, trotzdem nimmt der Bestand der Über-80-Jährigen in Alters- und Pflegeheimen laut Erich Willener von derzeit 25 Prozent bis im Jahr 2040 auf 20 Prozent ab. «Die Menschen wollen so lange als möglich selbständig und zu Hause bleiben und suchen daher alternative Wohnformen.» Dazu zählen in der Gemeinde auch die Alterswohnungen in Kirchberg, Bazenheid und Gähwil.

Weiteres Vorgehen

Bei isolierter Betrachtung der Gemeinde ist allerdings augenfällig, dass die Kapazitäten an Alters- und Pflegeheimplätzen ohne private Anbieter zu gering sind. Dies wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken. Ein Diskussionspunkt war auch das erhöhte Bedürfnis an Ein-Bett-Zimmern. «Es ist aber nicht so, dass wir nur noch Ein-Bett-Zimmer anbieten sollten. Ehepaare, die gleichzeitig eintreten, wünschen sich nach wie vor Zwei-Bett-Zimmer», erklärte Christof Gisler. Im ersten Workshop analysierten jeweils drei Gruppen den von der Kerngruppe erarbeiteten Projektbericht und versuchten allenfalls bisher nicht berücksichtigte Themen einfliessen zu lassen.

Dazu zählen unter anderem der Einbezug der Physiotherapien und Kirchen, die Berücksichtigung der Ressourcen rüstiger Rentner, das finanziell Tragbare oder etwa das Vermeiden von Altersinseln. Bei Letzterem soll die Machbarkeit eines Hauses, das von Jung und Alt gleichermassen genutzt wird, abgeklärt werden.

Einen interessanten Punkt sprach auch Michael Hechelhammer an: «Ich fände es beim Thema Freiwilligenarbeit sinnvoll, wenn man auf der Gemeinde-Website seine Dienstleistung unkompliziert anbieten könnte.» Generell ging es darum, Optimierungsmöglichkeiten zu diskutieren und zu ergänzen sowie mögliche Wohnformen zu besprechen und allfällige Ergänzungen vorzunehmen. Letztlich brachte es die eine Gruppe auf den Punkt: Alle auf dem Gebiet der Gemeinde unabhängig voneinander einzubeziehen ist die grosse Herausforderung.

Der zweite Workshop hatte zum Ziel, die erarbeiteten Handlungsempfehlungen zu diskutieren und teilweise auch deren Machbarkeit zu überprüfen. Die beim Gedankenaustausch eingebrachten Ideen und Wünsche werden dem Projektbericht beigefügt und anschliessend dem Gemeinderat zur weiteren Behandlung weitergereicht.

Das Kernteam, von links: Christof Gisler, Miriam Osswald, Erich Willener, Denise Huber und Lukas Fust, Projektleiter. (Bilder: Beat Lanzendorfer)

Das Kernteam, von links: Christof Gisler, Miriam Osswald, Erich Willener, Denise Huber und Lukas Fust, Projektleiter. (Bilder: Beat Lanzendorfer)