Hilfe für italienische Erdbebenopfer

Der Verein «Comitato Italiano Toggenburg» organisiert an diesem Wochenende eine Benefizveranstaltung. Mit italienischer Lebensfreude sammelt der Verein Geld für die Erdbebenopfer in der Region Emilia Romagna.

Thomas Geissler
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WATTWIL. Die Region Emilia Romagna im Nordosten Italiens war im Mai und Juni von schweren Erdbeben erschüttert worden. 27 Menschen starben und rund 350 weitere wurden verletzt. Zahlreiche Gebäude wurden beschädigt, mehr als 45 000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Aufgrund der massiven Folgen des Bebens will die EU-Kommission den Opfern nun mit dem höchsten Betrag helfen, der je von dem EU-Solidaritätsfonds bereitgestellt wurde. Mit dem Rekordbetrag von 670 Millionen Euro will man der Region wieder auf die Beine helfen. Wenn die Finanzminister und das EU-Parlament der Auszahlung zustimmen, soll mit dem Geld die Unterbringung von Tausenden obdachlos gewordenen Menschen sowie die Instandsetzung der Infrastruktur in der Region und ärztliche Behandlungen bezahlt werden.

Hilfe aus dem Toggenburg

Doch nicht nur Europa will helfen. Auch der italienische Kulturverein «Comitato Italiano Toggenburg» macht für die Erdbebenopfer mobil. Und dies mit einem ordentlichen Hauch italienischer Lebenslust. Am Bräkerplatz in Wattwil warten von heute Freitag bis zum Sonntag italienische Spezialitäten auf die Besucher. Die berühmte Salsiccia wird es dann ebenso geben, wie verschiedene Pasta und Polenta-Gerichte.

Dass Italien auch für edle Tropfen bekannt ist, können die Besucher in der kleinen Bar vor Ort erkunden. Auch für die musikalische Umrahmung wird gesorgt sein, wie Simone Olivo, Präsident des Vereins, in Aussicht stellt. «Die kompletten Einnahmen des Wochenendes werden den Erdbebenopfern zugute kommen», erklärt er weiter. Die Helfer arbeiten ausschliesslich ehrenamtlich, was den finanziellen Erfolg der Veranstaltung steigert. «Je weniger Spesen wir haben, desto mehr Gewinn kommt bei den betroffenen Menschen in Italien an», sagt Vizepräsident Giorgio Giampietro.

Direkt und ohne Umwege

Er selbst hat in der betroffenen Region Verwandte, die das Beben miterlebt haben. «Das Beben hat die Menschen dort stark geprägt», weiss er. Und das sei umso eindrücklicher, als dass die Region ohnehin ein Erdbebengebiet sei: «Die Menschen dort sind es also gewohnt, dass der Boden dann und wann zittert.» Aber so heftig wie in diesem Frühsommer habe es sie nie erwischt und das hat nicht nur die Erde, sondern vor allem auch die Seelen erschüttert.

Hohe Ziele gesteckt

Die Mitglieder des Vereins haben sich hohe Ziele gesteckt, was die zu spendende Wunschsumme betrifft. «Mein Traum wäre es, wenn der eingenommene Betrag vier Nullen am Ende hätte», so Simone Olivo. Durch ein Vereinsmitglied, das sich vor Ort ein Bild von der Situation machen konnte, will man mit dem Geld gezielt eine der am stärksten betroffenen Gemeinden unterstützen. «Wir werden dann unmittelbar mit dem Gemeindepräsidenten Kontakt aufnehmen», erklärt Simone Olivo. Schliesslich will man sicherstellen, dass die volle Summe ohne weitere Abzüge direkt bei den Erdbebenopfern ankommt.