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Hightech in fahrenden Kisten

65 Nachwuchspiloten und -pilotinnen fahren mit ihren Seifenkisten am 11. Grossen Preis. Die Kalabinth-Kurve stellt eine der Schlüsselstellen dar. Die Ambiance ist wie an einem Autorennen. Nur leiser.
Lukas Pfiffner
In der Schikane möglichst wenig Tempo verlieren: ein Nachwuchspilot kurz nach dem Start am Seifenkistenrennen. (Bild: PF)

In der Schikane möglichst wenig Tempo verlieren: ein Nachwuchspilot kurz nach dem Start am Seifenkistenrennen. (Bild: PF)

Der Name ist nicht immer Programm. Mit Seifenkisten haben Seifenkistenrennen heutzutage nämlich sehr wenig zu tun. Hightech-Fahrgestelle, glitzernde Karosserien, Präzisionslenkungen, Integralhelm, Sponsorenkleber, Reglemente zum Beispiel zu Bremsen und Gewicht: Der Tross, der in Speicher gastiert, kommt professionell daher.

Die IG Seifenkisten Derby Schweiz und die Jugendkommission der Gemeinde sind für die Durchführung des 11. GP Speicher verantwortlich. 65 Nachwuchspiloten und -pilotinnen nehmen am Sonntag die Strecke unter die Räder.

Möglichst wenig Tempo verlieren in der Kurve

Vor dem ersten Lauf besprechen die Fahrer und Fahrerinnen mit Betreuern, die vielleicht auch Väter sind, die beste Linienwahl. «Wenn du dort zu früh abbiegst, hast du weiter unten ein Problem.» Der Sprössling nickt. Die Linkskurve der Ilgenstrasse in Richtung Kalabinth gilt als Schlüsselstelle der Strecke. Dort heisst es, möglichst wenig Tempo einzubüssen. 700 Meter sind total zu bewältigen; der Parcours besitzt eine Höhendifferenz von 31 Metern. An manchen Stellen sind Schikanen mit orangefarbenen Kegeln aufgestellt, Strohballen verunmöglichen Abkürzungen und bilden Schutz an heiklen Passagen. Der Körper ist gebückt, der Fahrstil dynamisch. Ärgerliche Verbremser gibt es ab und zu; die Ambiance entspricht jener an einem Autorennen – nur sind die Geräusche anders. Leises Surren ist zu vernehmen, wenn ein Wagen vorbeifährt, begleitet von Anfeuerungsrufen. «Yes!», schreit jemand und ballt die Faust am Streckenrand. Dort stehen Angehörige und freuen sich über das Resultat, das durchgegeben wird. Die ersten Fahrer sind junge Einheimische; die Zeiten der folgenden Routiniers liegen im Bereich einer Minute. Sieben Fahrerinnen und 14 Fahrer haben dank starker Leistungen in der vergangenen Saison für die Rennserie 2018 fix zugeteilte Nummern über 100 erhalten. Der junge Mann mit der Startnummer 103, Jonas Nater aus dem thurgauischen Unterhörstetten, steht besonders lange auf dem Startpodest, wo eine Klappe die Zeitmessung auslösen soll. Kurz vor dem Ende des ersten von drei Läufen stoppt nämlich ein technisches Problem den Ablauf. «Ein Kabeldefekt. Wir arbeiten mit Vollgas an der Lösung», ist aus den Lautsprechern zu hören. Nach ein paar Minuten wird das Rennen fortgesetzt.

Eines der Beizli heisst Boxenstopp

Das Fahrerlager ist eine Mischung aus Camping, Werkstatt, Pausenplatz und Schattenzone. Dort wird besprochen und beraten, ausgeruht und ausgewechselt, geschraubt und gewartet. Man kennt sich, klatscht sich ab. Oder verabredet sich zum Aufenthalt in einem der Beizli namens «Boxenstopp».

Für die Jugendlichen mit Jahrgang 2002 ist es die letzte Saison mit einer Seifenkistenlizenz. Hinter dem Ziel wartet ein Lastwagen. Mit «Kistenauflad» ist diese Zone im offiziellen Situationsplan bezeichnet. Kisten bleiben halt doch Kisten.

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