«Hier wäre ein Zebrastreifen richtig»

Seit Wochen sammelt Daniela Ingrosso Unterschriften für einen Fussgängerstreifen an der Kapplerstrasse in Ebnat-Kappel. Nächste Woche reicht sie die Petition ein. Die Schulgemeinde unterstützt sie. Auch Gemeindepräsident Christian Spoerlé findet das Anliegen in diesem Fall prüfenswert.

Hansruedi Kugler
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Ohne Zebrastreifen: An der Kapplerstrasse in Ebnat-Kappel brauchen die Kinder viel Geduld, bis sie ein Auto die Strasse überqueren lässt. (Bild: Hansruedi Kugler)

Ohne Zebrastreifen: An der Kapplerstrasse in Ebnat-Kappel brauchen die Kinder viel Geduld, bis sie ein Auto die Strasse überqueren lässt. (Bild: Hansruedi Kugler)

Ebnat-Kappel. Von der Schulgemeinde hat Daniela Ingrosso schon Unterstützung bekommen. Beim Gemeindepräsidenten Christian Spoerlé wird sie sich demnächst anmelden, denn nächste Woche will sie die Petition mit den gut hundert Unterschriften übergeben. Allerdings ist der Ebnat-Kappler Gemeindepräsident nicht wirklich der richtige Adressat für diese Petition. Diese muss sie bei der Fachstelle für Verkehrssicherheit einreichen.

Denn für die Signalisation aller Strassen ist die Abteilung Verkehrstechnik bei der Kantonspolizei zuständig. Auch wenn der Gemeindepräsident selbst nichts entscheiden kann, ergibt die Nachfrage bei ihm: Er hält das Anliegen der Petition für prüfenswert.

Kinder funktionieren anders

Christian Spoerlé hat zwar Verständnis für die Sicht der Verkehrspolizei und hält deren Haltung auch für richtig. Er weiss zudem, wovon er redet, war er doch jahrzehntelang selbst Polizist.

Wo es wenig Autoverkehr gibt und wenige Fussgänger die Strasse überqueren, mache ein Zebrastreifen wenig Sinn, sondern sei sogar ein Sicherheitsrisiko – so lautete vor zwei Jahren die Begründung für das Aufheben des Fussgängerstreifens. Denn Fussgängerstreifen bieten keine absolute Sicherheit – gerade hier geschehen viele Unfälle: Manch ein Fussgänger geht ohne auf den Verkehr zu achten auf den Zebrastreifen. Und manch einer ist darum schon angefahren worden.

Deshalb sagt Christian Spoerlé auch: «Für Erwachsene braucht es dort sicher keinen Fussgängerstreifen.» Ebenfalls brauche man auf Quartierstrassen nicht überall Fussgängerstreifen hin zu malen. Dort sei die Aufmerksamkeit der Autofahrer viel höher. Aber diesen Fall an der Kapplerstrasse müsse man anders beurteilen, meint er. Denn es stimme wohl, dass die allermeisten Autofahrer nur noch dann anhalten, wenn sie einen Fussgängerstreifen vor sich sehen. Und dann werde die Übersichtlichkeit der Strasse zum Nachteil für die Kinder.

Sie könnten Distanz und Tempo der herannahenden Autos nicht einschätzen und bleiben ratlos am Trottoirrand stehen, was zu Unsicherheit führt: «Wenn die Autofahrer nur noch anhalten, wenn sie ein deutliches Signal sehen, dann muss man halt wieder ein solches aufstellen. Darum sollte man unterhalb der Morga einen klar markierten Strassenübergang schaffen», meint der Ebnat-Kappler Gemeindepräsident. Er rät Daniela Ingrosso, mit der Verkehrspolizei einen Ortstermin zu vereinbaren.

Vor Ort lasse sich am besten diskutieren, welche Möglichkeiten bestehen, diese Situation zu entschärfen. Es müsse ja nicht zwingend ein Fussgängerstreifen sein.

Schulweg – Eltern in der Pflicht

Die Verantwortung für den Schulweg liegt bei den Eltern, die diesen Weg mit ihren Kindern einüben sollen. Wann sie ihre Kinder alleine gehen lassen, müssen die Eltern entscheiden.

Gleich wie die Schulgemeinde wolle er sich aber nicht hinter diesem Grundsatz verstecken, sagt Christian Spoerlé. Massnahmen im Strassenverkehr müssten für die Verkehrsteilnehmer einsichtig sein, «und ich kann es nachvollziehen, dass die Petitionäre an jener Stelle auf der Kapplerstrasse wieder einen Fussgängerstreifen wollen.»