Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Hier erfahren Migranten, wie die Schweiz tickt

Kantonales Integrationsprogramm
Simon Roth
Evelina Brecht (rechts) beim Erstinformationsgespräch mit Marisa Hanselmann und Arnoldo Nájera Gómez. (Bild: Simon Roth)

Evelina Brecht (rechts) beim Erstinformationsgespräch mit Marisa Hanselmann und Arnoldo Nájera Gómez. (Bild: Simon Roth)

Seit Anfang Jahr klärt der Kanton Neuzuzüger aus dem Ausland über die Lebensbedingungen in der Schweiz auf. Das Erstinformationsgespräch ist ein Angebot der Informationsstelle Integration (InfI). «Wir kommen mit den Menschen gleich nach ihrer Ankunft ins Gespräch, damit sie schneller ankommen», sagt Evelina Brecht. Die 31-Jährige hat die InfI aufgebaut und leitet sie. Seit diesem Jahr nehmen die Ausserrhoder Gemeinden und der Kanton die gesetzliche vorgeschriebene Informationspflicht mit einer zentralen Anlaufstelle in Herisau gemeinsam wahr. «Es sind eindrückliche Geschichten, die man hört», sagt Brecht.

Arnoldo Nájera Gómez ist im Januar mit seiner Ehefrau und den zwei Kindern zugezogen. Das Erstinformationsgespräch hat bereits stattgefunden. Er hätte nicht erwartet, dass es so etwas gibt, und ist dankbar für das Angebot. «Es hat mir gezeigt, was zu tun ist», sagt der Guatemalteke. Und auch Marisa Hanselmann, seine Ehefrau, hat durch das Gespräch Neues über ihre Heimat gelernt. «Es ist gut zu wissen, dass man an einer Stelle gebündelt an Informationen der Behörden gelangt», sagt Hanselmann.

Seit die InfI existiert, hat Evelina Brecht über 20 Gespräche geführt, vier pro Woche. Je nach Herkunft der Person, bietet sie einen Dolmetscher auf. «Es geht darum, zu erklären, wie das Zusammenleben in der Schweiz funktioniert. Das klappt nur mit korrekten Informationen.» Mit Hilfe einer Broschüre klärt sie die Zuzüger über ihre Rechte und Pflichten in verschiedenen Bereichen auf: Wohnen, Abfall, Sprache, Gesundheit, Familie, Vereine, Bildung, Arbeit, öffentlicher Verkehr und so weiter. So kann sie auf die individuelle Situation und Bedürfnisse der Personen eingehen und allenfalls an andere Anlaufstellen weiterleiten.

Arnoldo Nájera Gómez interessierte sich vor allem für Möglichkeiten zum Spracherwerb, zum Schulsystem und über das Thema Arbeit. In seiner Heimat war er im Tourismusbereich tätig. Er kann sich vorstellen, auch in der Schweiz in diesem Bereich zu arbeiten. Für den 42-Jährigen ist jedoch klar: «Zuerst muss ich die Sprache beherrschen.» Deutsch lernen hat oberste Priorität für ihn. Die Entscheidung, in die Schweiz auszuwandern, sei dem Paar nicht leicht gefallen. In erster Linie gehe es den beiden darum, ihren Kindern die bestmöglichen Ausbildungsperspektiven zu bieten.

Die InfI bietet jeweils am Montagmorgen eine Sprechstunde an, und auf der Webseite www.leben-in-ar.ch sind alle Information auf einen Blick ersichtlich. «Die Migrantinnen und Migranten können sich jederzeit mit Fragen an uns wenden», sagt Evelina Brecht. «Wir liefern die Informationen, und erwarten von den Zugezogenen, sich für eine gute Integration zu engagieren – ganz im Sinne des InfI-Leitsatzes: fördern und fordern.»

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.