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Hickhack um Holzschnitzel in Speicher

Die Heizzentrale Wies wirbt bei Kunden mit Wärme aus einheimischem Holz. Doch das könnte sich bald ändern, denn der Lieferant kommt neu aus dem Kanton Zürich.
Karin Erni
Johannes Hauri kann der SAK ab Herbst keine Holzschnitzel mehr liefern. Bild: Karin Erni

Johannes Hauri kann der SAK ab Herbst keine Holzschnitzel mehr liefern. Bild: Karin Erni

Die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) hat anfangs dieses Jahres den Auftrag für die Holzschnitzellieferung an die Heizzentrale Wies in Speicher neu ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Firma H. Baumgartner & Sohn AG aus dem zwischen Winterthur und Zürich gelegenen Lindau, wie es in einer Mitteilung der SAK heisst. Der Vertrag läuft ab Oktober für fünf Jahre.

Noch bis Ende September kann der Speicherer Johannes Hauri als Subunternehmer Holz in die Heizzentrale transportieren. Die Menge, welche in Zukunft noch durch regionale Unternehmen geliefert werden kann, ist noch offen. «Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass der neue Lieferant seine eigene Hack – und Transportinfrastruktur einsetzen wird», sagt Hauri. Die SAK gibt an, Hauptkriterien der Vergabe seien neben Wirtschaftlichkeit auch Qualität und Regionalität gewesen. Dem widerspricht Hauri:

«Es geht vor allem um den Preis. Bei allen anderen Kriterien können wir bestens mithalten.»

Gemäss SAK sollen auch künftig «der grossmehrheitliche Anteil» der Holzschnitzel regional eingekauft werden. Diese müssten innerhalb eines Radius von 30 Kilometer zur Heizzentrale produziert werden. Die 30 Kilometer seien schöngeredet, wie so vieles in der Mitteilung der SAK, sagt Johannes Hauri «Wenn sie damit die Entfernung per Luftlinie meinen, kann das von ziemlich weit her sein, beispielsweise auch aus Vorarlberg». Er selbst habe bei seinen Lieferungen jeweils mit durchschnittlich 15 Strassenkilometern Entfernung gerechnet.

Heizzentrale Wies ist nicht
wirtschaftlich

Der Wärmeverbund Speicher-Trogen, zu dem die Heizzentrale Wies gehört, ist ein Sorgenkind der SAK. Im abgelaufenen Geschäftsjahr musste sie auf die Anlagen 10 Millionen Franken Abschreibungen tätigen, weil «aufgrund ungünstiger Topographie und Lieferverpflichtungen die aktuell erwarteten Erträge die Investitionen nicht mehr decken.» Die SAK hofft nun, die Wirtschaftlichkeit der Heizzentrale Wies dank der tieferen Energieeinkaufskosten und mit erhöhten Wärmepreisen verbessern zu können. Trotzdem will man gemäss der Mitteilung weiterhin lokale Produzenten berücksichtigen.

Unter dem Dach der Schnitzelhalle Steinegg, die zwischen Teufen und Speicher, liegt türmen sich derzeit 5000 Kubikmeter Heizmaterial. Hier wird ein Teil des Restholzes aus den umliegenden Wäldern eingelagert. Als Betreiberin der Heizzentrale Wies in Speicher hat die SAK jeweils pro Jahr die vierfache der hier lagernden Menge verbraucht.

Zukunft des einheimischen Holzes ungewiss

Der weitaus grössere Teil der im Wald hergestellten Holzschnitzel wurde durch die Betriebskommission Holzschnitzel AR–Mittelland, ein Verbund der Gemeinden Gais, Teufen, Speicher und Trogen, bis anhin direkt in die Heizzentrale der SAK geliefert. Mit dem Hacken und Transportieren dieser direkt in die Zentrale Wies gelieferten Schnitzel werde denn auch die grösste regionale Wertschöpfung generiert, sagt Thomas Wenk, Leiter des Forstbetriebs Teufen und Präsident der Betriebskommission für die Schnitzelhalle.

Ob die Betriebskommission weiterhin an die SAK liefern darf, ist ungewiss. Gemäss Thomas Wenk ist diesbezüglich noch nichts entschieden. «Wir stehen derzeit in Verhandlungen mit dem neuen Lieferanten der SAK. Dabei wird sich zeigen, welche Menge Holzschnitzel künftig noch durch uns geliefert werden kann und wie gross der Anteil an regionaler Wertschöpfung dannzumal noch ist.»

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