Hexenkessel mit Geheimnissen

Im Rahmen der Sommerserie «Blick hinter die Kulissen» besichtigen vier Leser den Kybunpark. Für die regelmässigen Matchbesucher eine Gelegenheit, das Stadion aus anderem Winkel kennenzulernen. Nicht überall erhalten die Besucher jedoch Zugang.

Jesko Calderara
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Wo normalerweise FCSG-Trainer Joe Zinnbauer und die Ersatzspieler Platz nehmen, sitzen für einmal David mit seinem Vater Daniel Schär, Willi Urbanz und Dominik Wild. (Bilder: cal)

Wo normalerweise FCSG-Trainer Joe Zinnbauer und die Ersatzspieler Platz nehmen, sitzen für einmal David mit seinem Vater Daniel Schär, Willi Urbanz und Dominik Wild. (Bilder: cal)

ST. GALLEN. Nächsten Samstag startet der FC St. Gallen mit einem Heimspiel gegen YB in die neue Saison. Heute abend spielt die Mannschaft von Cheftrainer Joe Zinnbauer im letzten Freundschaftsspiel der Vorbereitung gegen Kaiserslautern erstmals im Kybunpark. Im Rahmen der Sommeraktion «Blick hinter die Kulissen» konnten Willi Urbanz aus Urnäsch, der Speicherer Daniel Schär mit seinem Sohn David und Dominik Wild, der in Urnäsch wohnt, einen Blick hinter die Kulissen der Heimstätte des FCSG werfen. Alle vier Leser der Appenzeller Zeitung besuchen regelmässig die Heimspiele ihres Lieblingsvereins. Gleich zu Beginn des Rundgangs können die Fans in Erinnerungen schwelgen. An den Wänden eines schmalen Gangs sind Tenues aus früheren Zeiten aufgehängt, teilweise auch solche der Gästemannschaften.

Einige Änderungen im Sommer

Die grösste Veränderung beim FC St. Gallen in diesem Sommer ist nebst den Mutationen im Kader der neue Sponsor des Stadions. Nicht mehr in der AFG Arena, sondern im Kybunpark wird der Super-League-Club künftig seine Heimspiele austragen. «Der Namenswechsel hat einige Arbeit verursacht», sagt Andreas Bosshard von der FC St. Gallen Event AG. Das Tochterunternehmen beschäftigt 20 Mitarbeitende und ist unter anderem für die Vermarktung des Fussballclubs und für organisatorische Angelegenheiten zuständig. Laut Bosshard müssen das Stadion neu beschriftet und alle Kommunikationsmittel angepasst werden. Noch ist nicht alles erledigt.

Anschliessend geht es für die Besucher zur Mixed-Zone, die im Innern des Stadions liegt und dann aufs Spielfeld. Eindrücklich ist der Blick ins weite Rund des leeren Kybunparks, der bei vollen Rängen zu einem Hexenkessel wird. Die Fans nehmen für ein Erinnerungsfoto auf der St. Galler Trainerbank Platz.

Kleines Museum im Stadion

Einen Überblick über Erfolge, spezielle Augenblicke und besondere Spieler in der 137jährigen Clubgeschichte gibt es im FCSG-Museum. Dieses befindet sich im zweiten Untergeschoss des Stadionkomplexes, beim Aufgang zu den VIP-Plätzen. Auch Pokale, beispielsweise jener des Cupsiegs 1969, sind im Museum zu finden. Mit dem Lift geht es hinauf ins Obergeschoss, wo das zahlungskräftige Publikum von den Logen aus die Spiele verfolgt und kulinarisch verwöhnt wird.

Kabine bleibt tabu

Zu gerne würden die Gäste aus dem Appenzellerland einen Blick in die Kabine des Heimteams werfen. So einfach ist dies jedoch nicht möglich. Die Kabine sei für Aussenstehende nicht zugänglich, sagt Bosshard. «Die Privatsphäre der Spieler muss gewahrt bleiben.» Schliesslich darf die Gruppe kurz die Gästekabine besichtigen. Diese ist einfach und zweckmässig eingerichtet, von Luxus für die Profispieler keine Spur. Fotos der Kabine dürfen keine gemacht werden. Ausnahmsweise können die Leser der Appenzeller Zeitung dafür den Raum besichtigen, in dem sich die Schiedsrichter vor- und nach den Spielen aufhalten.

Im Kybunpark gibt es noch weitere Räumlichkeiten. Im Untergeschoss ist der Medienraum untergebracht, wo nach den Spielen die Trainer den Journalisten Red und Antwort stehen. Ferner gibt es verschiedene Büros für die Betreuer. Zu Beginn war auch die Nachwuchsakademie im Stadion untergebracht, bis vor einiger Zeit ein Neubau in der Umgebung bezogen wurde. Was mit den frei gewordenen Räumen geschehe, sei offen, sagt Bosshard.

Ein besonderes Erinnerungsstück: Der Pokal für den Cupsieg 1969.

Ein besonderes Erinnerungsstück: Der Pokal für den Cupsieg 1969.

An den Wänden sind alle Tenues der Vergangenheit aufgehängt.

An den Wänden sind alle Tenues der Vergangenheit aufgehängt.

Auf der Gegentribüne ist der AFG-Schriftzug durch das Gründungsjahr des Vereins ersetzt worden.

Auf der Gegentribüne ist der AFG-Schriftzug durch das Gründungsjahr des Vereins ersetzt worden.

Bild: JESKO CALDERARA

Bild: JESKO CALDERARA