HEV mit bald 4000 Mitgliedern

Der Hauseigentümerverband Appenzell Ausserrhoden wächst und steht finanziell gut da. Er engagiert sich im Abstimmungskampf zur Erbschaftssteuer-Initiative und ist für die Aufhebung der kommunalen Ortsbildschutzzonen. 2018 wird der Verband 100 Jahre alt.

Mea Mc Ghee
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HEV-Präsident Ernst Bischofberger gratulierte dem nationalen Verband zu dessen 100-Jahr-Jubiläum. (Bild: mc)

HEV-Präsident Ernst Bischofberger gratulierte dem nationalen Verband zu dessen 100-Jahr-Jubiläum. (Bild: mc)

HERISAU. Eingangs der Hauptversammlung des Hauseigentümerverbandes Appenzell Ausserrhoden (HEV) wurde ein Werkzeug an die Gäste abgegeben. Was es damit auf sich hatte, brachte Präsident Ernst Bischofberger in seiner Ansprache auf den Punkt: «Die Erbschaftssteuer-Initiative ist der Hammer – und zwar im negativen Sinn.» Die Initiative sei eine Gefahr für das private Eigentum, das ein wichtiger Eckpfeiler des Landes sei. «Eine Gesellschaft ohne privates Eigentum – das hat die Geschichte gezeigt – scheitert. Sie scheitert zuerst wirtschaftlich, dann gesellschaftlich und schliesslich politisch», so Bischofberger. Wer die Chance habe, privates Eigentum zu erwerben, der strenge sich an, übernehme Verantwortung und schütze das erwirtschaftete Gut.

Die Erbschaftssteuer, über die im Juni abgestimmt wird, sieht vor, dass alle Nachlässe von über zwei Millionen Franken in der ganzen Schweiz mit 20 Prozent besteuert werden. Die neue Steuer soll zu zwei Dritteln dem Bund und zu einem Drittel den Kantonen zukommen. Die Initiative verlangt, dass rückwirkend alle Erbschaften bis Januar 2012 besteuert werden. Bischofberger führte aus, dass gerade Hauseigentümer schnell über ein Vermögen von mindestens zwei Millionen Franken verfügen. Zudem seien Liegenschaften heute schon mehrfach besteuert. Gefährdet sieht der Hauseigentümerverband auch die Existenz von KMU-Betrieben. Daher engagiere sich der HEV im Abstimmungskampf, so Bischofberger. Im Budget 2015 wurden für diesen Zweck 10 000 Franken eingesetzt.

Auch zur Teilrevision des kantonalen Baugesetzes äusserte sich Bischofberger. Der HEV begrüsse explizit die geplante Aufhebung der kommunalen Ortsbildschutzzonen. Dies würde es vereinfachen, die baulich überalterten Dorfkerne endlich mit einem vertretbaren finanziellen Aufwand sanieren zu können. Der HEV werde sich nötigenfalls politisch engagieren, sagte Ernst Bischofberger.

100-Jahr-Jubiläum 2018

Jeder dritte Hauseigentümer im Kanton sei Mitglied des HEV AR. Der Verband sei in den vergangenen zehn Jahren um 32 Prozent gewachsen, so Ernst Bischofberger. Von den 3920 Mitgliedern des HEV besuchten 214 am Freitag die Hauptversammlung im Casino Herisau. Dazu gesellten sich über 120 Gäste ohne Stimmrecht. Der siebenköpfige Vorstand mit Präsident Ernst Bischofberger an der Spitze wurde einstimmig bestätigt. Unbestritten war auch die Rechnung 2014, die bei einem Aufwand von gut 231 600 Franken mit einem Gewinn von knapp 7000 Franken schliesst. Finanzchef Christian Meng führte aus, dass für das 100-Jahr-Jubiläum des Ausserrhoder HEV, welches 2018 gefeiert wird, Rückstellungen in der Höhe von 15 000 Franken getätigt wurden. Die Bilanz weist ein Vermögen von gut 100 000 Franken aus.

Im November wird der HEV zwei Informationsveranstaltungen zum Thema Bauschäden durchführen.

Baudirektor verabschiedet

Abschliessend verabschiedete Ernst Bischofberger den abtretenden Regierungsrat Jakob Brunnschweiler. Der Baudirektor konnte dem Anlass nicht beiwohnen, dennoch bedankte sich der HEV-Präsident für die gute Zusammenarbeit. «Die Anliegen unseres Verbandes stiessen immer auf offene Ohren», sagte Bischofberger. Nach dem Auftritt des Jugendchors Hundwil wurde das Nachtessen serviert.