Herzinfarkt: Rasches Handeln rettet Leben

WATTWIL. In einem öffentlichen Vortrag hat Daniel Nobel, Leitender Arzt Kardiologie der Spitalregion Fürstenland Toggenburg, am Donnerstagabend im Spital Wattwil rund um das Thema Herzinfarkt informiert. Er berichtete über die schnelle Erkennung, die Behandlung und über die Risikofaktoren.

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Daniel Nobel beim Vortrag zum Thema Herzinfarkt. (Bild: pd)

Daniel Nobel beim Vortrag zum Thema Herzinfarkt. (Bild: pd)

«Bei Verdacht auf Herzinfarkt zählt jede Minute», sagt Daniel Nobel, Leitender Arzt Kardiologie der Spitalregion Fürstenland Toggenburg. Daher muss in einem solchen Fall rasch gehandelt und sofort der Rettungsdienst alarmiert werden, erklärte er den rund 80 Zuhörerinnen und Zuhörer am Donnerstagabend im Spital Wattwil. Im Rahmen eines öffentlichen Vortrags gab er dem Publikum einen umfassenden Überblick über das Thema «Herzinfarkt – wie weiter».

Richtig erkennen

Durch die Verengung der so genannten Herzkranzgefässe können Herzprobleme wie Angina pectoris oder Herzinfarkte ausgelöst werden. Daniel Nobel beschrieb, wie es zu solchen Verengungen und als mögliche Folge davon zu einem Herzinfarkt kommen kann. Als Symptome eines Herzinfarkts nannte er heftigen Druck, Schmerzen oder Klemmen in der Brust, die länger als 15 Minuten andauern, Ausstrahlung des Schmerzes und Beschwerden, die auch im Ruhezustand anhalten. Begleitsymptome können eine blasse, fahle Gesichtsfarbe, Übelkeit, Atemnot und kalter Schweiss sein. «Es gibt aber auch Fälle von Herzinfarkten, bei denen keine dieser Symptome auftreten», so der Kardiologe. Anschliessend zeigte er auf, wie ein Herzinfarkt durch Fachleute mittels EKG diagnostiziert wird. Im Falle der Bestätigung des Verdachts wird im Kantonsspital St. Gallen mittels Herzkatheter und der Ballondilatation das verstopfte Gefäss wieder geöffnet. Daniel Nobel betonte die Fortschritte, welche die Medizin in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Endeten vor 60 Jahren noch die Hälfte aller Herzinfarkte tödlich, trifft dies heute in nur noch fünf Prozent oder weniger aller Fälle zu.

Risiko senken

Die Behandlung mittels Ballondilatation dient der Behebung der Notfallsituation. Danach erfolgt der Wiederaufbau. Die Rehabilitation und die Anpassung der Lebensumstände sind nach einem Herzinfarkt zentral. Anders als früher ist dafür ein stationärer Aufenthalt nicht zwingend. Die Spitalregion Fürstenland Toggenburg bietet zusammen mit dem Herzteam Wil eine ambulante kardiale Rehabilitation an. An drei Nachmittagen während zwölf Wochen widmen sich die Patienten einem körperlichen Training, aber auch der Frage, wie sie das Risiko eines erneuten Infarkts minimieren können. So zeigte Daniel Nobel auf wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und Cholesterin, aber auch psychische Probleme und die Veranlagung das Herzinfarktrisiko beeinflussen. Positive Auswirkungen haben ein ausgewogenes Essverhalten, viel Bewegung sowie gewisse Medikamente. (pd)

Nächster öffentlicher Vortrag der SRFT: «Krampfadern – nicht gefährlich, aber lästig», Dr. med. Martin Seifert und Dr. med. Uwe Hauswirth, 3. Juni, 19.30 Uhr, Spital Wattwil.