Herzblut gesucht

An einer Standortbestimmung wird über die laufende Zukunftswerkstatt diskutiert. Das Feuer sei erloschen und müsse neu entfacht werden, wird von den Anwesenden bilanziert.

Vreni Peterer
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SCHLATT-HASLEN. Wie soll sich der Bezirk Schlatt-Haslen künftig entwickeln? Um Antworten auf diese und andere Fragen zu finden, trafen sich im März 2005 über 40 Bürgerinnen und Bürger von Schlatt-Haslen an vier Halbtagen. Vier Arbeitsgruppen gingen mit viel Engagement an die Arbeit. Nun, sieben Jahren später, lud der Bezirksrat die Bürger zu einem Orientierungsabend ein, an dem die Verantwortlichen der einzelnen Arbeitsgruppen über ihre Tätigkeiten beziehungsweise Projekte informierten (siehe Kasten).

Ein anderer Verlauf

Armin Meier von Strittmatter & Partner AG, St. Gallen, lud die Anwesenden zu einem sogenannten «World Café» ein. Die Anwesenden sollten an den Tischen über neue Zielsetzungen diskutieren und diese schriftlich festhalten. Doch dazu kam es nicht. «Goutiert der Bürger das Ganze überhaupt?», fragte ein Votant und stellte damit das ganze Projekt in Frage. Die Tatsache, dass nebst dem fünfköpfigen Bezirksrat nur 15 Personen im Saal sassen, bekräftigte des Votanten Frage. Vermisst wurden die «Normalbürger», die noch am Start der Zukunftswerkstatt dabei waren und damals ihr Interesse bekundeten. Die Frage, weshalb am Donnerstagabend nicht mehr Leute kamen, blieb offen.

Kein Generationswechsel

Im Verlaufe der sehr angeregten Diskussion war man sich einig, dass der Funken erloschen sei. Dies aber nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch in einzelnen Arbeitsgruppen. Bei verschiedenen Mitgliedern fehlte der Elan, oder sie traten aus anderen Gründen aus den Arbeitsgruppen aus. «Es fand in der Folge kein Generationenwechsel statt», brachte es eine Votantin auf den Punkt. Wohl alle waren sich einig, dass es Herzblut braucht, um in einer Arbeitsgruppe mitzuarbeiten. Als Grundproblem kristallisierte sich in der Diskussion eine mangelnde Information heraus. Die Bevölkerung werde zu wenig durch den Bezirksrat informiert, war zu hören. Kritisiert wurde in diesem Zusammenhang eine mangelnde Aktualisierung der Bezirks-Homepage. Diesbezüglich versprach Hauptmann Hans Brülisauer Besserung.

Bezirksrat übernimmt Führung

In den Raum gestellt wurde die Rolle des Bezirksrates. Muss – beziehungsweise soll – er die Führung der Zukunftswerkstatt übernehmen? «Der Bezirksrat muss Feuer und Flamme sein für die Zukunftswerkstatt», forderte ein Anwesender. Der Bezirksrat machte schliesslich Nägel mit Köpfen: Er übernimmt die Führung zur Reaktivierung der Zukunftswerkstatt. Er berief eine Sitzung auf Mitte Januar ein, an der eine Grundsatzdebatte geführt werden soll. Am Donnerstag- abend meldeten sich spontan fünf Personen, die sich bereit erklärten, an dieser wegweisenden Diskussion teilzunehmen.