Herisauer Traditionsgeschäft in neuen Händen

Ruth Zuberbühler übergibt das Herisauer First- und Secondhand-Modegeschäft Amica an Christine Steiner.

Karin Erni
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Ruth Zuberbühler und Christine Steiner.

Ruth Zuberbühler und Christine Steiner. 

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Die Herisauerin Ruth Zuberbühler kann dieses Jahr mit ihrem First- und Secondhand-Modegeschäft Amica auf eine 20-jährige Geschäftstätigkeit zurückblicken. «Ich sah in dieser Zeit rundherum viele Läden auf- und wieder zugehen», so die 64-Jährige. Sie habe den Laden stets mit viel Freude und Herzblut geführt, verrät sie ihr Erfolgsrezept. «Ein guter Kontakt mit den teils langjährigen Kundinnen ist wichtig und man darf natürlich die Arbeit nicht scheuen.»


Nun will die gelernte Textilentwerferin das an der Bahnhofstrasse in Herisau gelegene Geschäft ihrer Nachfolgerin übergeben. Diese ist keine Unbekannte: Christine Steiner aus Herisau arbeitet bereits seit vier Jahren im Laden mit und übernimmt ihn per 1. Januar 2020. An einem Tag pro Woche wird sie weiterhin von Ruth Zuberbühler im Verkauf unterstützt. Zusätzlich wird eine Vertretung für einen halben Tag eingestellt.

Nachhaltiges und modernes Konzept

Sie könne voll und ganz hinter dem Konzept des Ladens stehen, sagt Christine Steiner. «Kleider secondhand zu kaufen ist nachhaltig. Die Stücke werden respektvoll behandelt und die Frauen geben ihre Kleider mit ruhigerem Gewissen her, wenn sie wissen, dass jemand anders wieder Freude daran hat.» Zwei Monate bleibt ein Artikel jeweils im Laden. Wenn er in dieser Zeit nicht verkauft wurde, wird er an eine wohltätige Institution gespendet. Auch bei der First-Kollektion achten die beiden darauf, möglichst europäische Labels zu berücksichtigen, die für faire Produktionsbedingungen stehen. Am liebsten sind ihnen solche, die es nicht überall zu kaufen gibt. «Dadurch, dass wir nur kleine Stückzahlen ans Lager nehmen, hat die Kundin Gewähr, dem gleichen Kleid später nicht an jeder Ecke zu begegnen», so die Modeberaterinnen. Auch Frauen mit sehr kleinen oder grossen Grössen werden bei Amica fündig. «Wir achten schon beim Einkauf auf Schnitte, die bequem sind und eine gute Silhouette machen.»

Ein Highlight des Amica First- und Secondhandshops waren stets die Modeapéros im Frühjahr und Herbst. Sie werden auch unter der neuen Leitung beibehalten, wie Christine Steiner versichert. «Der Anlass lockt jeweils viele Kundinnen aus nah und fern an.»