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Ein Herisauer stellt in Lausanne aus

Markus Osterwalder gilt weitherum als grösster Experte der Olympischen Spiele. Mit seinem Wissen fungiert er als Kurator einer Ausstellung, welche das Design des Grossanlasses thematisiert.
Alessia Pagani

Eigentlich hätte das Victoria and Albert Museum in London die Ausstellung kuratieren sollen. Eigentlich. «Die Zusammenarbeit kam nicht zu Stande. So musste in halber Zeit eine Ausstellung auf die Beine gestellt werden. Die Anfrage kam erst im März», sagt Markus Osterwalder. Der Herisauer gilt als Experte in Sachen Olympische Spiele. Seit über 25 Jahren reist der 54-Jährige an die Spielorte, nimmt die Stimmung vor Ort auf, führt Interviews, schiesst Hunderte von Bildern und kauft Olympische Gegenstände. Um die 60000 Gegenstände umfasst Markus Osterwalders Sammlung beziehungsweise das Archiv. Viele seiner Stücke wurden kürzlich nach Lausanne verfrachtet. Dort sind sie Teil der Ausstellung «Olympic Language – Exploring the Look of the Game» im Olympischen Museum. Diese ist noch bis März geöffnet.

«Ich konnte aus dem Vollen schöpfen.»

Während der Sommerspiele in Brasilien 2016 kuratierte Osterwalder eine Ausstellung in Rio de Janeiro. An der Vernissage waren Vertreter des Olympischen Museums auf Osterwalder aufmerksam geworden. Nach den Spielen besuchte eine Delegation aus Lausanne Osterwalder in Herisau und baten ihn eine Ausstellung zu kuratieren. Thematisiert wird vor allem das Design und die visuelle Kommunikation – genau die richtige Aufgabe für den gelernten Grafiker, der über ein immenses Wissen auf diesem Themengebiet verfügt. Er sammelt historische Dokumente, vergleicht grafische Elemente und hat mit vielen der noch lebenden Hauptdesigner der Spiele Gespräche geführt.

Kaum Vorgaben des IOC

Markus Osterwalder war von Anfang an bewusst, dass nicht alle Spiele thematisiert werden können. «Die Schwierigkeit für mich war, aus der Flut an Sachen und Infos das relevanteste sorgfältig auszuwählen.» Als einzige Vorgabe hatten die IOC-Verantwortlichen verlangt, dass das Hauptaugenmerk auf den Olympischen Spielen von Mexiko 1968 liegen soll – dies wegen des 50-Jahr-Jubiläums. Klar war für Osterwalder, dass auch die Spiele in Tokyo 1964 Eingang finden müssen, denn sie warteten mit mehreren Neuheiten auf:

«Erstmals wurden reduzierte, non verbale Piktogramme erfunden, die Sportfotografie wurde vorgestellt und Typografie erhielt eine neue Bedeutung. Es waren wichtige Spiele, die das Design aller kommenden beeinflusst hat.»

Weiter findet man in der Ausstellung die Spiele von München 1972, Los Angeles 1984, Lillehammer 1994, Athen 2004, London 2012 und Tokyo 2020 sowie die Geschichte der Olympischen Ringe.

Im Laufe der Zeit merkte Osterwalder: Die Geschichte über das Design von Mexico musste neu geschrieben werden, da alle bekannten Berichte aus Büchern zum grössten Teil falsch waren. Deshalb reiste er im Oktober 2017 nach Mexico und New York, um zu recherchieren. Das Resultat der neuen Geschichte ist in der Ausstellung zu sehen. Mit der Auswahl der gezeigten Gegenstände, der Planung für deren Platzierung und dem Schulen der Ausstellungsführer endete die Arbeit für Osterwalder an diesem Projekt. Nun widmet sich der Familienvater seinem neusten: Ein 1900-seitiges Werk, das im Herbst 2019 erscheinen soll.

Hinweis

Infos zur Ausstellung sowie Öffnungszeiten sind unter www.olympic.org/museum ersichtlich.

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