Herisauer Mammutbaum wird im Juli gefällt – Bauarbeiten für neue Migros beginnen im September

Im Zentrum von Herisau plant die Migros eine Überbauung mit einer MM-Filiale, Ladengeschäften, Fitnesscenter und Mietwohnungen. Im September soll der Rückbau der bestehenden Gebäude erfolgen, doch zuvor müssen im Juli zwei Mammutbäume gefällt werden. Aus dem Holz soll Kunst entstehen.

Mea McGhee
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Die Tage des Mammutbaums bei der Migros Herisau sind gezählt. (Bilder: Mea McGhee)

Die Tage des Mammutbaums bei der Migros Herisau sind gezählt. (Bilder: Mea McGhee)

Orange Markierungen am Stamm des Mammutbaums an der Oberdorfstrasse in Herisau deuten es an: Ein Projekt, das jahrelangen Vorlauf benötigte, biegt auf die Zielgerade ein. Zwischen dem 10. und 12. Juli sollen die beiden Mammutbäume auf dem Grundstück der Migros gefällt werden. Einen Teil des grösseren Baumes wird der renommierte Künstler Stephan Schmidlin in seinem Projekt «4 Elemente» verwenden. Dessen Skulptureninszenierung kann ab September 2020 an der Glatt im Rhein-Laufwasserkraftwerk und im benachbarten Hotel Riverside besucht werden.

Es gebe weitere Interessenten, die sich als Andenken an den stattlichen Mammutbaum ein Stück seines Holzes sichern wollen, so Silke Seichter, Leiterin Baukommunikation Migros Ostschweiz. «Die Mammutbäume sind ein Stück Zeitgeschichte. Es ist schön, dass sie in neuen Projekten integriert werden.» 

Einigung mit Einsprecher nötig

Die Fällarbeiten führt ein Spezialisten aus. Durch die Baumfällung wird für die Strassenbauarbeiten der Gemeinde Herisau der nötige Freiraum geschaffen. Der Rückbau des alten Migrosgebäudes sowie der benachbarten Villa Brühlhof beginne voraussichtlich im September und daure bis Januar 2020, teilt die Migros Ostschweiz mit. Die Baubewilligung ist öffentlich rechtskräftig. Die Baufreigabe erfolgt jedoch erst nach einem Schlichtungsverfahren mit einem privatrechtlichen Einsprecher.  «Wir sind zuversichtlich, eine Einigung zu finden», sagt Silke Seichter.

Eröffnung im Jahr 2022

Parallel zu den Abbrucharbeiten starten im November Aushub und Tiefbau. Diese Arbeiten sollen bis im August kommenden Jahres abgeschlossen sein. Gemäss Planung der Bauherrschaft startet der Hochbau im Juni 2020, im Mai 2021 soll der Innenausbau erfolgen. Bei planmässigem Verlauf der Bauarbeiten soll die Migros Herisau 2022 eröffnet werden. «Wir freuen uns, dass wir den Neubau wie geplant realisieren können. Damit bieten wir der Bevölkerung aus Herisau und Umgebung ein attraktives Einkaufs- und Trainingsangebot, ein Migros-Restaurant und moderne Wohnungen», ist Peter Diethelm, Geschäftsleiter der Migros Ostschweiz, überzeugt.

Einkaufen, Einkehren, Trainieren und Wohnen

Blick auf die alte Migros und die zwei Mammutbäume von der Oberdorfstrasse her.

Blick auf die alte Migros und die zwei Mammutbäume von der Oberdorfstrasse her.

Der Neubau im Dorfzentrum wird im Erdgeschoss auf rund 2300 m² Verkaufsfläche einen Migros-Supermarkt inklusive Fachmärkte melectronics und Do it + Garten beherbergen. Das Migros-Restaurant wird im ersten Obergeschoss mit ebenerdigem Zugang von der Oberdorfstrasse 150 Sitzplätze bieten. Zudem wird ein MFIT-Trainingszentrum mit rund 1000 m² Trainingsfläche realisiert. Ein Physiotherapie-Partner wird das Angebot ergänzen.

Projekt Neubau Migros Herisau, von der Oberdorfstrasse her gesehen mit den Aussenplätzen des Restaurants. (Visualisierung: Genossenschaft Migros Ostschweiz)

Projekt Neubau Migros Herisau, von der Oberdorfstrasse her gesehen mit den Aussenplätzen des Restaurants. (Visualisierung: Genossenschaft Migros Ostschweiz)

Für gewerbliche Mieter stehen rund 1600 m² Fläche zur Verfügung. Man sei mit Interessenten im Gespräch, so Silke Seichter. Auch für die 45 Mietwohnungen, geplant sind Wohnungen mit 2,5, 3,5 und 4,5 Zimmern, seien schon Anfragen eingegangen. Von den 266 Parkplätzen in der neuen Tiefgarage sind 45 für Wohnungsmieter vorgesehen.

Nachhaltigkeit bei Energiegewinnung

Die Nachhaltigkeit sei der Bauherrschaft wichtig, so die Medienmitteilung. So wird das Gebäude im Minergie-Standard erstellt, eine Photovoltaikanlage auf den Dächern der Wohnbauten wird einen Teil des Energiebedarfs der Läden und der Wohnungen liefern. In erster Linie wird die Energie aus der Abwärme der gewerblichen Kälte generiert. Die zusätzlich benötigte Energie wird über ein Erdsondenfeld gewonnen und via Wärmepumpenanlage im Gebäude verteilt. Das Investitionsvolumen beträgt 77 Millionen Franken.

Aktuell ist die Migros Herisau Mieterin eines Provisoriums in der Walke. Was nach dem Bezug des Neubaus mit diesen Räumlichkeiten geschehe, entscheide deren Eigentümer, sagt Silke Seichter.