Herisauer in Herisau, Schweizer pfeift Schweiz

Er wohnt in der Region Zürich, arbeitet in vollem Pensum in Rapperswil, am Wochenende war er zu Gast in seinem Heimatort: Schiedsrichter Daniel Stricker.

Lukas Pfiffner
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EISHOCKEY. Daraus, dass ein Schweizer ein Länderspiel der Schweizer pfeift, wird kein Aufheben gemacht; der Zuger Profi-Ref Daniel Kurmann leitet ja auch Meisterschaftsspiele des EV Zug, und ein Kanadier war Schiedsrichter im Olympiafinal mit kanadischer Beteiligung. «Ich sehe dies auch als Lob für die Sportart und für die Kultur, die wir im Eishockey haben», sagt Daniel Stricker. Im Fussball ist es unvorstellbar, dass ein Deutscher mit der Arbitrierung eines deutschen WM-Spiels beauftragt wird. «Die Verbände sind anders strukturiert; im Eishockey haben wir einen bodenständigen Umgang unter Spielern, Schiedsrichtern und Medienleuten gewahrt.»

«Schiedsrichterfreundlich»

Oft sei er nicht mehr in seiner Heimat Herisau, ab und zu für einen Besuch der Eltern, Geschwister oder Kollegen. An der Arosa Challenge übernachtete er nicht im Hotel, sondern privat. «Es war eine schiedsrichterfreundliche Partie. Die Mannschaften haben sich auf das Spiel konzentriert», stellt Stricker im Rückblick auf den Halbfinal zwischen der Schweiz und Dänemark fest. Eines der aufwendigsten Probleme war für den 35-Jährigen, in der ersten Pause die Helmkamera und den Akku-Rucksack seines Linesman zu richten. Das Fernsehen testete diesen mobilen Bildempfang. Am Samstag pfiff Stricker den kleinen Final. «Internationale Partien werden meist in höherem Tempo geführt, was die Leitung erschwert. Dafür wird in der Regel sauberer gespielt und im Vier-Mann-System gepfiffen, was die Arbeit erleichtert.»

Profi: Reizvoller Gedanke

Im Austausch-Programm kam er in dieser Saison schon in Finnland und der Slowakei zum Einsatz, er pfiff am Deutschland-Cup und in den vergangenen Jahren an Weltmeisterschaften der Nachwuchs-Auswahlen oder in unteren Divisionen. Das seien schöne Aufgaben und Belohnungen, aber auch Herausforderungen. «Du repräsentierst da jeweils das Eishockey-Land Schweiz» Der Gedanke, Profischiedsrichter zu werden, habe einigen Reiz. Derzeit gehört Daniel Stricker hinter Daniel Kurmann und Brent Reiber zum nächsten «Pool», der einst für grosse Aufgaben wie A-WM und Olympia in Frage kommen dürfte.

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