HERISAU: Zentrumsideen auf dem Prüfstand

Heute wird zum zweitenmal zu einer Diskussion über die Zukunft von Herisaus Zentrum geladen. Bereits jetzt ist Fakt: Nicht alle Vorschläge gefallen. Kritik gibt es insbesondere vom Detailhandel.

Roger Fuchs
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Im Zentrum von Herisau gilt es, das Gleichgewicht zu finden zwischen Einkaufenden und Verkehr. (Bild: Roger Fuchs)

Im Zentrum von Herisau gilt es, das Gleichgewicht zu finden zwischen Einkaufenden und Verkehr. (Bild: Roger Fuchs)

HERISAU. «Wir vermissen im Grobkonzept zur Zukunft des Zentrums von Herisau die kurzfristige Sicht», sagt Jürg Mohler. Er ist im Vorstand des Gewerbevereins Herisau für den Detailhandel zuständig. Das vom Gemeinderat ausgearbeitete Konzept zur Zentrumsentwicklung mit den zehn Leitideen und 22 Strategien sei in seinen Kreisen durchaus Thema, sagt Mohler. Grundsätzlich fänden es die meisten gut, dass ein solches Konzept aufgegleist wurde. Das Ganze sei aber zu stark auf mittel- und langfristige Ideen fokussiert. Aktuell plage den Detailhandel primär die Angst um die Lebendigkeit des Dorfzentrums, weil die Migros im November wegziehe.

Verhindern will man auch, dass Parkplätze auf und um den Obstmarkt verschwinden. Dies würde sich negativ auf das Kundenverhalten auswirken.

Für Gesamtbild die Flughöhe ändern

Interessierte konnten in den letzten zwei Wochen in einem Blog Rückmeldungen zum Zentrumskonzept abgeben. Es sind vor allem zwei Themen, die bewegen: Die Vereinheitlichung von Parkierdauer und Tarifen sowie die Konzentration der Nutzungen mit der Absicht, das Zentrum fürs Flanieren und Einkaufen aufzuwerten. «Herisau wird nie ein Touristenort wie Appenzell», schreibt dazu einer der Blogger. Solches bereits heute zu beurteilen, sei schwierig, kontert Gemeindepräsident Renzo Andreani. Man müsse die Leitideen und Strategien auf einer Zeitachse von 10 bis 20 Jahren sehen. Was die Kritik an höheren Parktarifen und einer zusätzlichen Bewirtschaftung über Mittag betrifft, hält Andreani fest, dass solche Meinungen immer auch mit Partikularinteressen verbunden seien. «Für das Gesamtbild wird man am Schluss die Flughöhe ändern müssen, so dass man sieht, was für die Gemeinde das Beste ist.» Alles in allem drang bislang vor allem die Rückmeldung zu Renzo Andreani, dass die Stossrichtung des Konzepts nachvollziehbar sei. Vor allem der Einbezug des Bahnhofs und des Gebiets Ebnet in den Zentrumsperimeter werde begrüsst. zViele Gedanken zu Herisaus Zukunft macht sich auch die Stiftung Dorfbild. Deren Präsident Werner Frischknecht begrüsst, dass sich nun erstmals der Gesamtgemeinderat diesem Thema widmet. «Es wird etwas gemacht, auch wenn es noch nicht der Wahnsinnswurf ist.»

Wenn Frischknecht Kritik am Konzept hört, dann primär dahingehend, dass es zu wenig konkret sei. Hake er jeweils nach, könne das Gegenüber jedoch meistens selbst nicht sagen, was man sich denn konkret vorstelle. Wichtig ist für Werner Frischknecht, am Thema dranzubleiben und dem Volk klarzumachen, dass es jetzt primär einmal um eine grundlegende Auslegeordnung geht.

Heute, 19 bis 21.30 Uhr, können sich Interessierte im Casino Herisau am zweiten Feedback-Abend zur Zentrumsentwicklung beteiligen. Weiterhin kann auch im Internet-Blog diskutiert werden: «blog.herisau.ch»