Herisauer Gemeindemitarbeiter sollen Vaterschaftsurlaub erhalten

Frischgebackene Väter sollen künftig zusätzlich von fünf bezahlten Freitagen profitieren. Damit möchte die Gemeinde ihr Personalreglement an das kantonale Recht anpassen. 

Alessia Pagani
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Heute erhalten frischgebackene Väter drei bezahlte Freitage. (Bild: Fotolia)

Heute erhalten frischgebackene Väter drei bezahlte Freitage. (Bild: Fotolia)

Die Gemeinde Herisau möchte ihr Personalreglement anpassen. Mit einer Teilrevision soll dieses dem kantonalen Personalgesetz angeglichen werden. Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Einführung eines Vaterschaftsurlaubs. Neu sollen Gemeindemitarbeiter Anspruch auf fünf Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub erhalten – wie dies bei Kantonsangestellten bereits der Fall ist. Diese Ferientage müssen gemäss revidiertem Personalreglement während des ersten Lebensjahres des Kindes bezogen werden. Danach besteht kein Anspruch mehr. Bereits jetzt werden den Vätern bei der Geburt eines Kindes drei Freitage gewährt. Eine Änderung soll es aber auch diesbezüglich geben: Neu soll die Freitage auch erhalten, wer ein Kind adoptiert. Von der Regelung würden sowohl die adoptierenden Mütter als auch Väter profitieren.

Unbezahlter Urlaub für Mütter wird gekürzt

Mit der Teilrevision des Personalreglements gehen auch Änderungen in Bezug auf den Mutterschaftsurlaub einher. Anschliessend an die 112 Tage Mutterschaftsurlaub konnten Gemeindemitarbeiterinnen bis anhin auf Gesuch sechs Monate unbezahlten Urlaub beziehen. Neu soll dieser nur noch während drei Monaten gewährt werden. Damit soll die Suche nach einer Zwischenlösung vereinfacht werden, teilt die Gemeindekanzlei mit.

Das entsprechende Gesuch muss weiterhin bis drei Monate vor der voraussichtlichen Geburt des Kindes eingereicht werden, wie es bereits jetzt Voraussetzung ist. Dies ist allerdings nicht mehr als eine Formsache, denn auf Bewilligung dieser drei Monate besteht weiterhin ein Anspruch. Ein weiterführender Urlaub soll künftig nur noch bewilligt werden, wenn die betriebliche Situation dies zulässt.

Ausfälle durch übrige Mitarbeitern auffangen

Der Vaterschaftsurlaub soll gemäss Gemeinderat kostenneutral umgesetzt werden. Der Ausfall des betreffenden Arbeitnehmers soll durch die übrigen Mitarbeiter aufgefangen werden, so wie es etwa bei Ferienabsenzen der Fall ist. Der Gemeinderat hat den Entwurf zur Revision des Personalreglementes kürzlich in die Vernehmlassung geschickt. Die Änderungen des Personalreglements liegen gemäss Gemeindeordnung in der Kompetenz des Einwohnerrates. Zudem werden sie dem fakultativen Referendum unterstellt.

Wenn es um bezahlten Vaterschaftsurlaub geht, gehört die Schweiz europaweit zu den Schlusslichtern. Die Thematik führte in jüngster Vergangenheit landesweit zu Diskussionen. Auch mit der neuen Regelung würde Herisau seinen Nachbarn hinterherhinken. Das St.Galler Stadtparlament hatte vergangenen November die Ausdehnung des bezahlten Vaterschaftsurlaubs auf 20 Tage beschlossen. Vorher erhielten Mitarbeiter der Stadt bis zum dritten Dienstjahr fünf Tage, ab dem vierten Dienstjahr zehn Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub.