Herisau will mit neuem Personal gegen den Baustau vorgehen

Ein zusätzlicher Raumplaner soll die ins Stocken geratene Ortsplanungsrevision vorantreiben.

Karin Erni
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Künftig sollen in Herisau komplexe Bauvorhaben schneller bearbeitet werden.

Künftig sollen in Herisau komplexe Bauvorhaben schneller bearbeitet werden.

Bild: APZ

Nun soll es vorwärtsgehen mit der Herisauer Ortsplanungsrevision: Die Gemeinde sucht eine Raumplanerin oder einen Raumplaner, um diese voranzutreiben, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Das Vorhaben liegt schon länger auf Eis, denn am 24. November 2013 hatten die Herisauer Stimmbürger die Änderung des Nutzungsplans und damit die Ortsplanungsrevision abgelehnt. Knackpunkt war damals die Umzonung des «Sonnenbergs» gewesen. Oberhalb des Schwimmbades hätte an bester Lage mit Sicht auf den Alpstein Bauland geschaffen werden sollen.

Baustau hat verschiedene Gründe

Nach der Abstimmung hat sich nicht mehr allzu viel getan, denn am 1. Mai 2014 ist das revidierte Raumplanungsgesetz auf Bundesebene in Kraft getreten. Es verlange einen haushälterischen Umgang mit den Bodenreserven, erklärt Gemeinderat Max Eugster auf Anfrage. «Vorgabe ist nun, die Innenentwicklung zu forcieren, indem Baulücken gefüllt, Siedlungen verdichtet, und Industriebrachen stärker genutzt werden.» Gleichzeitig müssen überdimensionierte Bauzonen verkleinert und dorthin verschoben werden, wo sie gebraucht werden. Die Kantone sind verpflichtet, entsprechende Massnahmen zu treffen. In der Folge überarbeitete das Ausserrhoder Parlament 2017 den kantonalen Richtplan und 2018 das Baugesetz.

Seit Anfang 2019 ist das Ausserrhoder Baugesetz in Kraft und nun sind die Gemeinden mit dessen Umsetzung gefordert. Gemeinderichtpläne, Zonenpläne, Sondernutzungspläne, sowie Schutzpläne und Inventare mussten angepasst werden. «Zusätzlich müssen wir neue Instrumente wie die Innenverdichtungsstrategie und das Arbeitszonenmanagement schaffen», so Eugster. Damit der Prozess kontinuierlich vorangetrieben werden kann, sei ein e neue Stelle «Projektleiter Ortsplanung/Gemeindeentwicklung» geschaffen und ausgeschrieben worden. «Doch die nötige zusätzliche Person konnte damals nicht gefunden werden.»

Baugesuche werden immer komplexer

Die gesuchte Person einer Raumplanerin oder eines Raumplaners müsse auch Baugesuche bearbeiten, erklärt Max Eugster.

«Die Baugesuche wurden immer komplexer in den letzten Jahren. Unser Raumplaner Heinz Weber hat grosse Fachkenntnisse und musste wegen Vakanzen im Amt wiederholt aushelfen.»

Max Eugster verhehlt nicht, dass sich trotzdem einiges angestaut hat in den letzten Monaten. Er ist aber zuversichtlich, dass die zusätzlich geschaffene Stelle nun endlich besetzt werden kann: «Wir hatten in der Zwischenzeit amtsintern verschiedene personelle Veränderungen und hoffen nun, dass wir jemanden finden, der die Ortsplanungsrevision zügig vorantreiben kann.» Vorarbeiten seien zwar bereits geleistet worden, so Eugster. Er hoffe deshalb, dass die Revision in drei Jahren abgeschlossen sein kann. Anschliessend soll die revidierte Ortsplanung öffentlich aufgelegt werden und zur Abstimmung kommen.