HERISAU: Weg aus den roten Zahlen gefunden

Nach einem Defizit im Jahr 2015 haben sich die Finanzen des Vereins Wohnheim Kreuzstrasse erholt. Gründe sind eine gute Auslastung und ein sparsamer Umgang mit den Ressourcen. Herausforderungen für den Verein gibt es dennoch.

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Der zurückgetretene Helmut Rotach, Präsidentin Yvonne Steiner, die Neue im Vorstand, Trudi Elmer, und Heimleiterin Barbara Auer blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. (Bild: Alessia Pagani)

Der zurückgetretene Helmut Rotach, Präsidentin Yvonne Steiner, die Neue im Vorstand, Trudi Elmer, und Heimleiterin Barbara Auer blicken auf ein erfolgreiches Jahr zurück. (Bild: Alessia Pagani)

147000 Franken Verlust schrieb der Verein Wohnheim Kreuzstrasse in Herisau im Jahr 2015. Dieser ist Träger der gleichnamigen Institution beim Kreckel, die Menschen, die für die Bewältigung ihres Alltags Unterstützung und Betreuung benötigen, ein Zuhause bietet. Im vergangenen Jahr konnte der Verein nun wieder schwarze Zahlen schreiben. Das Jahresergebnis 2016 weist einen Gewinn von rund 300000 Franken aus. Fredi Züst – seit knapp 20 Jahren Kassier im Verein Wohnheim Kreuzstrasse – spricht von einem «erfreulichen Geschäftsjahr».

Mitgrund für den guten Rechnungsabschluss ist die hohe Belegungszahl. So waren im vergangenen Jahr 21 Personen – drei Frauen und 18 Männer – auf Dauer oder vorübergehend im Wohnheim untergebracht. Dies ist im Vergleich zu 2015 eine Steigerung um drei Personen. Damit erhöhte sich die Zahl der Belegungstage von 6364 im 2015 auf 6522 im 2016. Die Auslastung steigerte sich von rund 91,7 Prozent auf 94 Prozent. Nebst der besseren Auslastung konnten die Aufwände verringert werden. So sank der Verwaltungsaufwand um rund 13000 Franken auf 48000 Franken. Der Personalaufwand ist mit 1,5 Millionen Franken hingegen fast gleich geblieben. Das Eigenkapital des Vereins beträgt 500000 Franken.

Der positive Rechnungsabschluss resultiert auch, weil die Leistungsvereinbarung mit dem Kanton angepasst wurde. «Wir werden ob des Ergebnisses nicht übermütig. Veränderungen der Auslastung sind jederzeit möglich und führen rasch zu Mindereinnahmen», so Fredi Züst an der Mitgliederversammlung vom Mittwoch. Diese seien dann nicht oder nur teilweise und mit Verzögerung mit tieferen Aufwänden kompensierbar. Im Auftrag des Amtes für Soziales hat der Verein Wohnheim Kreuzstrasse im 2016 erstmals eine Selbstbewertung seiner Institution und Organisation vorgenommen. Dabei wurde ein Fragebogen ausgefüllt, der zeigt, welche Konzepte und Einrichtungen vorhanden sind. Die Neuorganisation des kantonalen Amts mit Richtlinien zur Basisqualität und einem ausgebauten Controlling habe Auswirkungen auf die Trägerschaft des Wohnheims. «Um mit dem Amt zusammenzuarbeiten, brauchen wir eine Strategie, die aufzeigt, wohin der Verein steuert und wie das Wohnheim in Zukunft betrieben wird», so Steiner. Deshalb sei ein Leitbild erstellt worden. Immer wieder kommt der Zustand des Gebäudes zur Sprache. Steiner: «Mindestens eine Dusche sollte hindernisfrei zugänglich sein.» Auch sei wünschenswert, den Estrich zu isolieren, um ganzjährig die dortigen Webstühle benutzen zu können. «Wir stehen mit der Gemeinde in Kontakt.» Diese ist Eigentümerin der Liegenschaft.

Nach 14 Jahren Abschied genommen

14 Jahre lang arbeitete Helmut Rotach im Verein Wohnheim Kreuzstrasse mit. Der Herisauer war 2003 als Nachfolger des Gründungsmitglieds Herbert Maeder gewählt worden. An der Mitgliederversammlung ist Rotach von seinem Posten im Vorstand zurückgetreten. Er, aus der Bankenbranche stammend, habe in diesen Jahren sehr viel gelernt. «Herisau braucht dieses Heim», so Rotach, an dessen Stelle Trudi Elmer tritt. Für das zurückgetretene Aufsichtsratsmitglied Pascal Heuberger wurde kein Ersatz gewählt. Man wolle sich genügend Zeit nehmen für diese nicht ganz einfache Aufgabe.

Alessia Pagani

alessia.pagani@appenzellerzeitung.ch