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HERISAU: Von zufrieden bis unglücklich

Die Reaktionen auf die Streichung der Spitalstandorte im Spitalgesetz sind unterschiedlich. Wohin sich das Spital Heiden entwickeln wird, ist offen. Die Strategie sei nicht Sache der Regierung, sagt der Gesundheitsdirektor.
Roger Fuchs
«Flexibilität ist wichtig», sagt Paola Giuliani, CEO des Spitalverbundes AR.

«Flexibilität ist wichtig», sagt Paola Giuliani, CEO des Spitalverbundes AR.

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzeitung.ch

Paola Giuliani, CEO des Ausserrhoder Spitalverbundes, ist eine gefragte Frau, nachdem gestern feststand, dass der Kantonsrat die gesetzliche Nennung der Spitalstandorte gestrichen haben will. «Dieser Entscheid hat nichts mit gut oder schlecht zu tun», sagt sie auf eine Journalistenfrage. Die mit der Streichung gewonnene Flexibilität sei hingegen sehr wichtig. «Wir sind darauf angewiesen, dass wir Rahmenbedingungen haben, um im heutigen Markt schnell handeln zu können.» Keinesfalls bedeute der in erster Lesung gefällte Entscheid, dass Heiden nun auf der Kippe stehe. Die Angebote zwischen Herisau und Heiden könnten auf der neuen Grundlage jedoch so aufeinander abgestimmt werden, dass diese sinnvoll und zahlbar sind. In Heiden soll es gemäss Giuliani heute wie auch in Zukunft ein Spital mit Grundversorgungsangebot geben.

Dass sich beim Spitalverbund von Appenzell Ausserrhoden etwas verändern muss, weiss auch Gesundheitsdirektor Matthias Weishaupt. Die Strategie sei aber weder Sache der Regierung noch des Kantonsrats, und schon gar nicht werde eine einzelne Partei darüber entscheiden. Letzteres formuliert er im Wissen um den Vorschlag aus SVP-Kreisen, das Spital Heiden zu einem Ambulanten Versorgungszentrum inklusive Rettungsdienst umzuwandeln. Das ist gemäss Weishaupt nur eine Option nebst vielen weiteren. Doch genau über die verschiedenen Optionen und möglichen Strategien war während der Kantonsratssession nichts zu erfahren, was von Kantonsratsmitgliedern denn auch deutlich moniert wurde. «Natürlich würde man manchmal gerne mehr wissen», so Matthias Weishaupt. Doch da spiele auch das Unternehmensgeheimnis hinein.

Vernichtung von Arbeitsplätzen

Komplett unglücklich mit dem gestrigen Entscheid ist der Heidler SP-Kantonsrat Hannes Friedli, der Anfang Jahr eine Petition zum Erhalt des Vorderländer Spitals lanciert hatte. «Der Druck gegen das Spital ist jetzt schon immens und er wird mit der Streichung der Standorte im Gesetz weiter zunehmen», sagt er in einer ersten Reaktion. Die geforderte Flexibilisierung laufe in diesem Fall nur in eine Richtung – in die Vernichtung von Arbeitsplätzen und in die Vernichtung von Volksvermögen.

Solche Aussagen wiederum kann Hans-Anton Vogel, FDP-Kantonsrat aus Bühler, nicht nachvollziehen. Ein Grundversorgerspital sei nur bei einem Einzugsgebiet von 100000 Menschen finanziell tragbar. Das sei in dieser Gegend nicht der Fall, und deshalb gelte es, den Fächer für neue Lösungen zu öffnen. Je nach Ergebnis soll gemäss Vogel das heutige Spital Heiden baulich angepasst werden.

Keinesfalls eine Schliessung stützen würde Andreas Zuberbühler, Präsident der Parteiunabhängigen im Kanton. Als Geschäftsleiter eines Alters- und Pflegeheims ist es dem Rechtobler ein Bedürfnis, dass eine Spital-Grundversorgung gewährleistet bleibt. Auf die zweite Lesung hin erhofft er sich, dass der Regierungsrat einige der gewünschten Informationen nachschiebt, so dass das Parlament mit einem besseren Gefühl abstimmen kann. Laut Balz Ruprecht von der CVP-EVP-Fraktion war der gestrige Entscheid im Kantonsrat das einzig Logische. «Es muss vorwärtsgehen», sagt er. Die Beibehaltung der Spitalstandorte im Gesetz würde das Gegenteil bedeuten. Natürlich wird gemäss Ruprecht mit dem Entscheid die Schliessung des Spitals Heiden in Kauf genommen. Das sei aber nicht die primäre Absicht. «Vielmehr muss das Spital gewinnbringend geführt werden können.»

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