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HERISAU: Vom Lagerfeuer auf die Bühne

Sein erstes Lied hat Roman Thür für die Jungwacht komponiert. Das war vor rund 20 Jahren. In der Zwischenzeit hat der Herisauer eine eigene Band gegründet und ist auch als Solokünstler erfolgreich.
Alessia Pagani

Alessia Pagani

alessia.pagani@appenzellerzeitung.ch

Überall im Einfamilienhaus in Herisau stehen Gitarren. Mehr als sieben sind es ganz bestimmt, aber irgendwann hört man auf zu zählen. Spätestens dann, wenn sich Roman Thür in den eigenen Proberaum im Keller begibt, eines seiner Seiteninstrumente zur Hand nimmt und mit einer soften und wohlklingenden Stimme Lieder singt – seine Lieder. Der 33-jährige Herisauer ist Singer und Songwriter aus Leidenschaft. Wenn Roman Thür nicht gerade seinem Beruf als Versicherungskaufmann in einer St. Galler Agentur nachgeht, probt er.

Seit 2015 tritt er als Solokünstler unter dem Namen Reemes auf. Thürs erste Platte trägt den Titel «Follow Me». «Die Lieder handeln alle vom alltäglichen Leben. Das normale Leben ist es, das mir Inspiration gibt», so Roman Thür. Der gleichnamige Titel zum Album handelt beispielsweise vom eigenen Schatten, der einen verfolgt; das Lied «Cold December» thematisiert unseren Wohlstand und unsere Habsucht. «Playground Bandit» ist dagegen ein eher ironischer Song – es geht um die sogenannten Spielplatzrüpel – und «By My Side» ist ein Lovesong.

An die 30 Konzerte hat Roman Thür im vergangenen Jahr gespielt. Am 24. Juni nachmittags tritt er an der Schützenstrasse in Herisau auf. Als eines der Highlights während seiner Laufbahn bezeichnet er den Auftritt bei Radio Südostschweiz und dass er seine Lieder auf dem Sender noch immer ab und an hören kann. «Es gibt so viele gute Musiker, das ist nicht selbstverständlich.» Auch der letztjährige Auftritt bei TVO an der Offa sei «mega geil» gewesen.

Dass er irgendwann auf den Bühnen in der Ostschweiz auftreten wird, hat Roman Thür vor mehr als 20 Jahren wohl nicht gedacht, als er von einem Lehrer klassischen E-Gitarren-Unterricht bekam. «Ich war ein fauler Schüler.» Und trotzdem hat seine Musikerlaufbahn damals in einem Jungwachtlager still und heimlich seine Anfänge genommen. Alle Augen waren auf ihn gerichtet, als er beleuchtet vom spärlichen Licht eines Lagerfeuers für unbeschwerte Stunden bei den Jugendlichen sorgte. Bereits mit 16 Jahren hat er mit dem «Lagerlied» seinen ersten Song komponiert. Irgendwann hat er sich mit zwei Herisauer Kollegen zusammengeschlossen. Seine Band Absolution – mittlerweile ist ein viertes Mitglied hinzugekommen – feiert heuer das 10-Jahr-Jubiläum. «Wenn ich zurück auf meine Anfänge blicke, muss ich sagen: ‹Hey, du kannst gar nicht richtig Gitarre spielen und singen schon gar nicht.› Jetzt würde ich sagen: ‹Ich bin ein ziemlich guter Musiker.›» Die Band konzentriert sich hauptsächlich auf Pop-Rock. Die erste CD ist 2010 auf den Markt gekommen. «Im Lauf der Zeit habe ich gemerkt, dass mir die Auftritte nicht genug sind», so Roman Thür. «Ich wollte mehr Musik machen – noch professioneller Musik.» Dazu müsse jedes Bandmitglied bereit sein. Bandproben waren immer am Mittwoch angesetzt, Konzerte spielte das Quartett selten. «Ich hatte das Gefühl, dass mehr möglich ist.» So hat er vor rund zwei Jahren seine Solokarriere gestartet. «Ich wollte nicht irgendwann zurückschauen und bereuen, dass ich diesen Schritt nicht gemacht habe.» Als wolle er dies untermauern, tippt Roman Thür nach und nach auf Schalter, die am Boden im Proberaum vor ihm aufgereiht sind, nimmt damit Tonspuren auf und lässt sie in der Endlosschlaufe abspielen. Die Loopstation hat er sich erst kürzlich gekauft. Im Nu hat er damit für die angereiste Journalistin ein neues Lied komponiert.

Hinweis

Die «Appenzeller Zeitung» verlost zwei CDs von Roman Thür. Interessierte schreiben eine E-Mail bis morgen Freitag mit dem Ver- merk «Reemes» an wettbewerb@ appenzellerzeitung.ch.

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