HERISAU: «Unsere Schafzucht ist stark»

Die Appenzeller Schafzüchter konnten an ihrer DV zufrieden sein. Der Lammfleischpreis lag vor allem im Sommer 2016 höher als sonst.

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Gerade rechtzeitig fürs 20-Jahr-Jubiläum im nächsten Jahr ist die Appenzeller Schafzucht ziemlich auf Kurs. Das gilt nicht nur für die Qualität, sondern auch für den Absatz. Sepp Sennhauser bedauerte zwar, dass der Inlandanteil von Lammfleisch nur 35 Prozent betrage, Tendenz sinkend. Auf der anderen Seite freute sich der Präsident des Appenzellischen Schafzüchterverbandes an der DV in Herisau über den positiven Lämmermarkt.

«Mit fast 3000 Schafen an der Annahme verzeichneten wir in Teufen ein Rekordjahr», sagte Sennhauser. «Kommt dazu, dass während des ganzen Jahres die Preise über dem Mittel der letzten Jahre lagen, im Sommer sogar auf Rekordhöhe.» Keine Freude hatte er an den Wölfen, die auch vor dem Appenzellerland nicht Halt machen würden. Der Wolf und dichtes Siedlungsgebiet würden sich schlecht vertragen. Der Herdenschutz funktioniere mehr in der Theorie und in den Köpfen der Tierschützer. «Die Praxis aber sieht oft anders aus, wie die Erfahrungen in Nachbarländern beweisen.»

Aus dem Vorstand zurückgetreten ist Hans Hohl. An seine Stelle wählten die Delegierten den 26-jährigen Urs Weder aus Schachen bei Reute. Er züchtet Schwarznasenschafe. Sennhauser ehrte zudem Ruedi Hohl, der vergangenen Sommer pensioniert wurde. Der Verantwortliche für Tierzucht beim Landwirtschaftsamt habe sich immer engagiert für die Schafzucht eingesetzt, zum Beispiel mit der Unterstützung der Widderschauen. Dadurch habe er einen wichtigen Beitrag an die Zucht geleistet. Der Kantonstierarzt Sascha Quaile informierte die Delegierten darüber, dass auf Bundesebene die Ausarbeitung eines Projektes zur Sanierung der Moderhinke im Gang sei. Die 64 Schafzüchter in den fünf Organisationen von AR halten 9000 Schafe, davon 1250 Zuchttiere. Es sind vor allem weisse Alpenschafe, aber auch braunköpfige Fleischschafe, Schwarznasenschafe und wenige schwarzbraune Bergschafe. «Unsere Schafzucht hat mächtig aufgeholt und kann heute an der schweizerischen Spitze mithalten», erklärte Sennhauser. «Uns gelingt es an wichtigen nationalen Schauen immer wieder, mit einer Miss oder einem Mister Erfolge zu feiern.» Voraussetzung dafür seien allerdings die besten Zuchttiere, die man oft in der ganzen Schweiz suchen und frühzeitig reservieren müsse. Einen solchen Aufwand könne sich allerdings nicht jeder leisten. «Bei uns ist und bleibt die Schafzucht ein Nebenerwerb oder gar ein Hobby.»

Martin Brunner

redaktion@appenzellerzeitung.ch