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HERISAU: «Psychisch Kranke sind immer noch abgestempelt»

Die Vereinigung Angehöriger psychisch Kranker (Vask) Ostschweiz und der Verein «Gleich und anders» luden ein zum Film «gleichund­anders» und zum anschliessenden Podiumsgespräch mit Protagonisten aus dem Film.

Alle waren eingeladen, zum Film «gleichundanders» in den Ciné-Treff in Herisau zu kommen. Gekommen waren hauptsächlich Menschen, die schon das nötige Problembewusstsein haben. Da wird offensichtlich, dass Anderssein, von der Norm abweichendes Verhalten von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt und weggeschoben wird.

Die Abwesenden hätten etwas verpasst, schreiben die Veranstalter in einer Mitteilung: Einen Film nämlich, der ganz nah geht an die Lebenswelten von Menschen, die wegen einer psychischen Erkrankung aus dem Berufsleben ausgeschieden sind und den mühsamen Weg zurück in ein eigenständiges Leben suchen. Sie berichten, was ihnen widerfahren ist, was sie bewegte, ängstigte, blockierte und oft hadern liess mit den sogenannt Normalen. Sie benennen das, was ihnen zugestossen ist, mit «Mein innerliches Weh war so gross – und keiner merkte es!» oder «Einmal ist die Kraft am Ende» oder «Ich werde nicht mehr eingeladen wegen meiner Krankheit» oder «Man lässt mich spüren, dass ich anders bin. Das ist hart». Tränen – unterdrückte und fliessende – verhaltene Wut, Schweigen und fragende Gesichter zeigten, wie gross der erlittene Schmerz war. Zur Sprache kommen auch die Herausforderungen, denen sie sich bei der Arbeit, im persönlichen Umfeld und im Umgang mit Sozialversicherungen, Ärzten und Sozial- institutionen stellen mussten. Wer glaubt, dass psychisch erkrankte Menschen nicht mehr diskriminiert werden, ist ein Sozialromantiker.

Ein berührendes Podium

Dem abschliessenden Podium stellten sich drei Protagonisten, eine Angehörige und die Initiantin zum Film. Dem Podiumsleiter gelang es, die einzelnen Personen zu tiefen Einblicken in ihr Innenleben zu bewegen. Diese berührten das Publikum und liessen es erkennen, wie sehr psychische Erkrankungen bedrohliche Einschnitte in ein geordnetes Leben bringen, aber auch das Leben bereichern können. Dies allerdings nur dann, wenn das Anderssein nicht ausschliesst und abwertet. Für diese Erkenntnisse und für den Mut, den die Podiumsteilnehmenden aufbrachten, und sich der Öffentlichkeit stellten, zollte ihnen der Podiumsleiter Dank und Anerkennung. Das Publikum spendete dafür einen herzlichen Applaus. (pd)

Der Film ist auf DVD erhältlich unter www.gleichundanders.ch/dvd-bestellen

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