Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

HERISAU: Panikmache im Internet: Gerüchte um Giftköder machen die Runde

Auf Facebook hat eine Meldung, wonach mit Rasierklingen präparierte Würstchen gefunden wurden, für Aufregung gesorgt. Polizei und Tierärzte wissen allerdings von nichts.
Karin Erni
Viele Hundehalter in Herisau sind in Sorge, dass ihr Tier beim Spazieren etwas Gefährliches fressen könnte. (Symbolbild: iStockphoto)

Viele Hundehalter in Herisau sind in Sorge, dass ihr Tier beim Spazieren etwas Gefährliches fressen könnte. (Symbolbild: iStockphoto)

«A alli Hundehalter ha mitübercho das bi de Kaserne Würstli mit Klinge gfunde worde sind. Passet guet uf eui Hünd uf! D Polizei isch informiert», postete Sabrina Jäger diese Woche in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Herisau wenn …». Die Nachricht sorgte für einigen Wirbel: 40 Kommentare gingen dazu ein, 87 Mal wurde der Beitrag geteilt.

Eine Nachfrage bei der Ausserrhoder Kantonspolizei ergibt jedoch, dass in letzter Zeit keine diesbezügliche Anzeige eingegangen ist. Gemäss Mediensprecher Marcel Wehrlin sei etwas Derartiges in Herisau schon länger nicht mehr vorgekommen. Auch der Kommandant des Waffenplatzes Herisau-Gossau, der für das Gelände der Kaserne zuständig ist, weiss von nichts. Kantonstierarzt Sascha Quaile hat ebenfalls keine Kenntnis von solchen Präparaten. «Gerüchte um Giftköder machen regelmässig die Runde in Hundehalterkreisen. Das Veterinäramt erhält aber selten bis nie konkrete Hinweise.»

Auf Nachfrage gibt die Urheberin des fraglichen Facebook-Posts denn auch zu, dass sie die Geschichte nur vom Hörensagen kenne. Dieses Gebaren findet die Herisauer Tierärztin Evelyne Marti ganz und gar nicht gut. «Solchen Mist zu verbreiten ist kontraproduktiv. Damit bringt man höchstens Tierhasser auf dumme Ideen.» Solche Fälle gebe es allenfalls im Ausland. In ihrer 30-jährigen Praxistätigkeit habe sie noch nie so etwas erlebt.

Bewusst gestreute Gerüchte?

Die Herisauer Hundehalter werden von Meldungen über Tierhasser in Angst und Schrecken versetzt. So schreibt Esther Hauser: «Eifach nur schlimm. Han au immer me Angscht zum go laufä.» Vielleicht ist es genau das, was die Gerüchtestreuer möchten. Angst unter den Hundehaltern verbreiten, damit diese ein bestimmtes Gebiet möglichst meiden. Dies vermuten auch die Betreiber der Handy-App «GiftköderRadar». Diese warnt Hundehalter über vorsätzlich ausgelegte Giftköder in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Um Missbrauch vorzubeugen, wollen die Betreiber alle gemeldeten Fundorte vor der Veröffentlichung verifizieren, heisst es auf deren Facebook-Seite. Weil das zeitaufwendig ist, laden sie dazu die Mitglieder der Gruppe ein. Denen geben sie immerhin den Tipp, immer alle Meldungen zu hinterfragen und nicht einfach blind zu teilen und weiterzuverbreiten.


Immer die Polizei einschalten

Das Problem der Falschmeldungen ist der Polizei bekannt. «Es ist immer wieder zu beobachten, dass solche emotionalen Themen auf den Online-Plattformen eine grosse Eigendynamik entfalten», sagt Marcel Wehrlin. Wer wirklich ein betroffenes Tier hat, dem rät er daher, sich schnellstmöglich an die Polizei zu wenden. «Bei Anzeigen gehen wir konkreten Hinweisen nach und treffen entsprechende Abklärungen."

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.