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HERISAU: Neue Pfarrerin startet

Anna Katharina Breuer wird morgen als evangelisch-reformierte Pfarrerin eingesetzt. Sie hat in Herisau ihre Wunschstelle bekommen. Den Wechsel vom Züribiet ins Appenzellerland verbindet sie mit Hoffnungen.
Roger Fuchs
Die 55-jährige Anna Katharina Breuer will in ihren Predigten unter anderem die Verantwortung der einzelnen Kirchgänger in der Gesellschaft unterstreichen. (Bild: Roger Fuchs)

Die 55-jährige Anna Katharina Breuer will in ihren Predigten unter anderem die Verantwortung der einzelnen Kirchgänger in der Gesellschaft unterstreichen. (Bild: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

roger.fuchs

@appenzellerzeitung.ch

Wenn es beim Abschied von Anna Katharina Breuer von ihrer letzten Arbeitsstelle in Oberwinterthur hiess, sie sei mit ihrer Spontanität und ihren unkonventionellen Ideen immer für Überraschungen gut gewesen, glaubt man dies im direkten Gespräch sofort. Die neue Herisauer Pfarrerin zeigt sich lebensfroh und scheint trotz der Schwierigkeiten wie Kirchenaustritte und Pfarrmangel, mit denen die Institution Kirche zu kämpfen hat, weiterhin Gefallen an ihrem Job zu haben. Seit Anfang dieses Monats arbeitet sie in Herisau. Morgen Sonntag um 10 Uhr wird sie im Gottesdienst feierlich eingesetzt.

Der Wechsel nach 16 Jahren in Oberwinterthur und zehn Jahre vor ihrer Pension sei ein bewusster Entscheid gewesen, ist von Breuer zu erfahren. Zu lange am gleichen Ort zu verweilen, berge die Gefahr, zum Bremsklotz für eine Kirchgemeinde zu werden. In Herisau hat sodann alles gepasst. Es ist eine 100-Prozent-Stelle, und die Gemeinde liegt in der Ostschweiz, was ihr ermöglicht, die familiären Beziehungen und auch alle anderen Kontakte weiterhin zu pflegen. Weiteres Kriterium für Anna Katharina Breuer war das Vorhandenseins eines Pfarrteams. Auch Pfarrpersonen hätten verschiedene Schattierungen, und in einem Team sei die Chance grösser, dass jedes Kirchenmitglied die eigenen Erwartungen in einer der Pfarrpersonen erfüllt sehe.

Hoffen auf eine agilere Landeskirche

Anna Katharina Breuer ersetzt den pensionierten Pfarrer Bernhard Frey. Nebst dem Feiern von Gottesdiensten gehören das Ressort «Kinder und Familie» und der Konfirmandenunterricht zu Breuers Schwerpunkten. Persönlich verbindet sie mit dem Wechsel von städtischem Gebiet aufs Land auch Hoffnungen; beispielsweise, dass sie hier eine wendigere und agilere Landes­kirche vorfinde, als dies in der Region Zürich der Fall sei. Jenen landeskirchlichen Apparat bezeichnet sie als träge und schwerfällig. Stets würden die Finanzen im Vordergrund stehen. «Ich denke, dass in der Appenzeller Landeskirche eher die Frage gestellt wird, was die Gläubigen brauchen.» Nach ersten Kontakten ist sie überzeugt, in Herisau einen «geerdeten Menschenschlag» vorzufinden.

Durch ihr Wirken hofft die Pfarrerin, den Menschen jeglichen Alters Anregungen mit auf den Weg geben zu können. «Konkret bedeutet dies, dass ich beispielsweise in meinen Predigten mehr will, als nur von Trost und Zuversicht zu reden», sagt sie. «Genau so wichtig ist mir, die Verantwortung der einzelnen Kirchgänger in der Gesellschaft zu unterstreichen.» Doch auch weitere Themen wolle sie aus christlicher Optik heraus beantworten – unter anderem die Frage, wie man Misserfolge verdauen und stets den Lebensmut behalten kann. Ebenso ist ihr das Bewahren eines freundlichen Blicks auf die Menschen ein Anliegen.

Im Konfirmandenunterricht sollen sich die Jugendlichen auf erlebnisreiche Stunden freuen dürfen. Für Breuer ist beispielsweise denkbar, das Thema Integration von Ausländern anhand eines Fussballclubs aufzugreifen oder bei einem Lebensmittelladen den Umgang mit abgelaufenen Nahrungsmitteln zu verfolgen und über das christliche Tun von Organisationen wie Tischlein deck dich nachzudenken.

Für eines jedoch hat selbst die erfahrene Pfarrerin bis heute kein Rezept: die Kirchenaustritte. An die eigene Institution gerichtet meint sie, dass diese gut daran täte, auch bei kirchenfernen Menschen besser hinzuhören und das eigene Blickfeld immer wieder einmal zu weiten. Zu oft sei dieses sehr bibeltreu.

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