HERISAU: Name soll verständlich sein

Der Name Dorferkorporation ist Geschichte. An der Jahresversammlung stimmt die Dorfergemeinde im Casino der Statutenrevision zu.

Andy Lehmann
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Die Geschäftsführung der Wasserversorgung mit Thomas Scherrer und Urban Lengwiler sowie Verwaltungsratspräsident Fredi Züst. (Bild: ALE)

Die Geschäftsführung der Wasserversorgung mit Thomas Scherrer und Urban Lengwiler sowie Verwaltungsratspräsident Fredi Züst. (Bild: ALE)

Andy Lehmann

andreas.lehmann@appenzellerzeitung.ch

«Wasser ist nicht zum Trinken da, sonst hätte Gott nicht so viel davon gesalzen», mit dem Zitat von Brendan Behan eröffnet Verwaltungsratspräsident Fredi Züst die Jahresversammlung der Dorfergemeinde Herisau. Er untermauert das Zitat mit der Feststellung, dass lediglich drei Prozent des Wassers auf unserem Globus Süsswasser sind und davon lediglich ein halbes Prozent nicht in gefrorenem Zustand ist.

Die Dorferkorporation kann auf ein erfreuliches Jahr zurückblicken. Die Wasserqualität ist gut, und die Versorgungssicherheit konnte gewährleistet werden. Einziger Wermutstropfen sind Wasserleitungen, welche nach einer Laufzeit von 30 Jahren, üblich wären mindestens 50 Jahre, ersetzt werden mussten. Die Dorferkorporation hält an ihrem Firmensitz an der Kasernenstrasse 36 fest und wird die Liegenschaft sanieren. In der Jahresrechnung resultiert ein Überschuss von rund 700'000 Franken. Dieser begründet sich aus dem Preiserhöhungsbeschluss von 2016, dem Minderaufwand im Dienstleistungsbereich sowie der Auflösung stiller Reserven. Die Versammlung genehmigte einen budgetierten Gewinn von 300'000 Franken bei gleichbleibenden Wasserpreisen.

Mit der Revision von Statuten und Wasserversorgungsreglement stand dann das wohl wichtigste Traktandum an. «Die bestehenden Statuten wurden 1986 letztmals revidiert. Sie entsprechen den heutigen Geschäftsstandards nicht mehr in allen Teilen», sagte Fredi Züst. Bevor er jedoch auf die Revision einging, wurde die Namensgebung zum Thema. Der Firmenname Dorferkorporation existiere seit über hundert Jahren. Oft wüssten die Leute nicht mehr, was der Name bedeutet, deshalb sei es an der Zeit, diesen zu ändern. Da sich die Dorferkorporation aus dem Gasgeschäft zurückgezogen habe, sei der Name Wasserversorgung Herisau für alle verständlich, so Züst.

Nachdem der Namensänderungsantrag einstimmig gutgeheissen wurde, ging es mit der Statutenrevision weiter. Fredi Züst betonte, dass bei Annahme der revidierten Statuten der Regierungsrat diese noch genehmigen müsse, bevor sie in Kraft treten. Im Gegensatz zu Vereinsstatuten müssen alle öffentlichen Firmen ihre Statuten von der Regierung absegnen lassen. Die überarbeiteten Statuten enthalten einige Änderungen. Zu den wichtigsten gehören: Die Abschaffung der Amtspflicht und der Mitgliederzahl nach Korporationsrayon. Somit werden massiv mehr Personen zu Mitgliedern. Ebenso wird die unbeschränkte Finanzkompetenz der Verwaltung auf eine Million Franken pro Geschäftsjahr begrenzt. Neu werden Verwaltungsratsmitglieder für zwei Jahre gewählt. Die revidierten Statuten und das Wasserversorgungsreglement wurden einstimmig durch die Versammlung gutgeheissen.